M- Eine Stadt sucht einen Mörder

Urauführung:  11. 5. 1931, Berlin
Regie: Fritz Lang
Darsteller: Peter Lorre, Gustav Grüdgens, Otto Wernicke, Inge Landgut, Theo Lingen
u. a…

Handlung:
Berlin in den frühen Dreissigern; eine Serie von grausamen Morden an Kindern hält die Stadt in Atem. Als sich, nach dem neusten Mord, der Täter in einem Zeitungsschreiben an die Öffentlichkeit wendet, und weitere Taten ankündigt, erreicht die allgemeine Panik ihren Höhepunkt. Jeder verdächtigt nun jeden, bei den Behörden herrscht Erklärungsnot und die Polizei kriegt tagtäglich
dutzende von Falschmeldungen aus der Bevölkerung.

Der Ermittlungsleiter, Komissar Lohmann (Otto Wernicke) ordnet Razzien in den „Lokalen“ der Unterwelt an, jedoch ohne Erfolg. Allerdings zieht er damit den Zorn der Verbrecherbosse, unter Führung des „Schränkers“ (Gustaf Gründgens), auf sich.
Diese sehen sich in Ausübung ihrer „Arbeit“ behindert, und beschliessen selbst Jagd auf den Mörder zu machen. Sie errichten zu diesem Zweck ein Netz von Spitzeln, bestehend aus Bettlern, die jeden Winkel der Stadt observieren.

Die Polizei indess hat ein Täterprofil erstellt, nachdem es sich beim Täter um einen psychopathischen Triebtäter handeln muss. Kommissar Lohmann und seine Männer stossen bei ihrer Suche auf Hans Beckert (Peter Lorre), der erst kürzlich aus einer Nervenheilanstalt entlassen wurde. Die Indizien sprechen klar für eine Täterschaft Beckerts, doch Komissar Lohmann ist bereits zu spät…

Der Schränker (Gustav Gründgens)

Der Schränker (Gustav Gründgens)

Auf der Suche nach einem neuen Opfer wird Beckert von einem Bettler erkannt.
Nun beginnt eine gnadenlose Hetzjagd, die damit endet, dass Beckert in eine verlassene Fabrikhalle gebracht wird, wo ein Tribunal, bestehend aus Verbrechern, über ihn richten soll…

Fritz Lang

Fritz Lang

Trivia:
„M- Eine Stadt sucht einen Mörder“ erschien 1931, als einer der ersten deutschen Tonfilme überhaupt. Regie führte Fritz Lang der mit Filmen wie „Die Nibelungen“, „Mabuse, der Spieler“, und vor allem dem Sci-Fiction- Urfilm „Metropolis“ internationale Erfolge feierte. Mit „M“ wollte er nach eigenen Aussagen „von Monsterfilmen wie ich sie bislang gedreht habe wegkommen,  und einen intimeren, tiefergehenden Film machen“.

Lang experimentierte bei diesem Film mit Ton- und Bildtechniken. Als einer der ersten Regisseure überhaupt setzte er den Ton gezielt als dramaturgisches Mittel ein; Ton-Montagen, Off-Sprecher, das gezielte Weglassen jeglicher Akkustik als Spannungsmoment, und nicht zuletzt das gepfiffene „Peer Gynt“-Motiv des Mörders, das diesen schlussendlich verrät. Hinzu kommt das einzigartige Spiel mit Licht und Schatten, das die düstere Atmosphäre der Handlung unterstreicht. Nicht zuletzt deswegen, gilt „M-Eine Stadt sucht einen Mörder“ als Prototyp des Film Noirs.

Der Film ist in einer nahezu dokumentarischer Art gehalten, was ihm einen fast realistischen Hauch verleiht. Dies Zeigt sich auch bei den Protagonisten.                            Für die Figur des „Schränkers“ und seine Gefolgsleute beispielsweise, liess sich Lang von den legendären Ringvereinen, der Berliner Mafia der zwanziger und dreissiger Jahre, inspirieren, und für den hemdsärmeligen Komissar Lohmann stand der bekannte Berliner Kriminalbeamte Ernst Gennat Pate. Darsteller Otto Wernicke sollte die Figur zwei Jahre später in Fritz Langs „Das Testament des Dr. Mabuse“ erneut spielen.

Die grösste Aufmerksamkeit erlangt jedoch die Figur des psychopatischen Kindsmörders Beckerts, dessen innere Spannung und Rastlosigkeit von Peter Lorre einzigartig dargetragen wird. Für den Schauspieler bedeutete die Rolle den internationalen Durchbruch.

Fazit:
Trotz einer straff gehaltenen Handlung und erdenklich wenig Protagonisten, schafft es Fritz Lang mit filmischen Mitteln eine Spannung aufzubauen, die Ihresgleichen sucht, und auch achtzig Jahre nach der Uraufführung noch immer in ihren Bann zieht. Die Hetzjagd der Masse auf ein Individuum, das Tribunal der Verbrecher; – im Kontext zur damaligen politischen Lage, wirken diese Elemente auch noch heute äusserst brisant.

Peter Lorre

Peter Lorre

Hinzu kommt die schauspielerische Leistung der Akteure, insbesondere Gustaf Gründgens als gnadenloser Unterwelts-Boss, und natürlich auch der bereits erwähnte Peter Lorre, stechen hierbei heraus.

Eine Perle, nicht nur des deutschen, sondern des internationalen Films, die bis heute nichts von ihrem Glanz eingebüsst hat.

5 von 5 Sternen

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