From Russia with Love

Uraufführung: 27.5.1963
Regie: Terence Young
Darsteller: Sean Connery, Daniela Bianchi, Robert Shaw, Lotte Lenya u.a…

Story:
Der Brief einer jungen russischen Agentin, Tatiana Romanova (Daniela Bianchi) erreicht den britischen Geheimdienst MI6. Die Dame behauptet, sich aufgrund einer Fotografie, in 007- James Bond (Sean Connery) verliebt zu haben, und möchte mit dessen Hilfe in den Westen überlaufen. Der Preis dafür wäre eine russische Deffechriermaschine, genannt Lector, welche sich im russischen Konsul in Istanbul befindet.
Obschon Bonds Boss M (Bernard Lee), dahinter eine Falle des KGB vermutet, sendet er Bond in die Türkei.

Tatiana Romanova (Daniela Bianchi)

Tatiana Romanova (Daniela Bianchi)

Doch nicht der KGB, sondern die Verbrecherorganisation SPECTRE steckt hinter dem Ganzen. Die Nummer 1 der Organisation, Ernst Stavro Blofeld (Anthony Dawson / Eric Pohlman), will Rache an  für den Tod an SPECTRE-Mitglied Dr. No.
Aus diesem Grund stellt er ein Team zusammen, welches sowohl 007 das Handwerk legen, als auch noch gleich den Lector in seinen Besitz soll. Während Schachmeister Kronsteen (Vladek Sheybal) sich den Plan dazu ausdenkt, sind Ausbildungschef Morenzky (Walter Gotell) und der Schläger Donald „Red“ Grant (Robert Shaw) fürs Grobe zuständig. Ex-KGB- Oberst Rosa Klebb (Lotte Lenya) schliesslich ist Kopf der Truppe. Sie ist es auch, die Tatiana, mit der Lüge, sie tue dies für den russischen Geheimmdienst, für die Sache gewinnen kann.

SPECTRE-Briefing: Rosa Klebb (Lotte Lenya), Morenzy (Walter Gotell), Kronsteen (Vladek Sheybal) und Blofeld (Anthony Dawson, Eric Pohlmann) (v.l.n.r.)

SPECTRE-Briefing: Rosa Klebb (Lotte Lenya), Morenzy (Walter Gotell), Kronsteen (Vladek Sheybal) und Blofeld (Anthony Dawson, Eric Pohlmann) (v.l.n.r.)

Bond ist indess in Istanbul angekommen, wo er auf den türkischen Verbindungsmann Ali Kerim Bey (Pedro Armendáriz) trifft. Kerim weist ihn sogleich in die Eigendynamik ein, die der Kalte Krieg am Bosporus entwickelt hat; einen Kleinkrieg zwischen Türken, Russen, Engländern, Bulgaren und Zigeunern.

Bond (Sean Connery) und Ali Kerim Bey (Pedro Armendáriz)

Bond (Sean Connery) und Ali Kerim Bey (Pedro Armendáriz)

Bonds Mission verläuft plangemäss und kurz nachdem er sich zum erstenmal mit Tatiana getroffen hat, gelingt es den beiden in einer spektakulären Aktion den Lektor zu entführen. Gemeinsam mit Kerim Bey fliehen die beiden im Orientexpress, durch Jugoslawien. Doch nicht nur der russische Geheimmdienst, sondern auch SPECTRE ist den beiden dicht auf den Fersen.

Der Killer Donald "Red" Grant (Robert Shaw)

Der Killer Donald „Red“ Grant (Robert Shaw)

Trivia:
Nach dem Erfolg des ersten Bondfilms „Dr.No“ von 1962, machten sich die Produzenten sogleich an die Vorbereitungen zum nächsten Streifen. Aufgrund der grossen Popularität des Romans, entschied man sich „From Russia with Love“, der 1957 erschienen war, und unter anderem zu J.F.Kennedy’s Lieblingsbüchern gehörte, zu verfilmen.

Sowohl Regisseur Terence Young, wie auch Hauptdarsteller Sean Connery, waren nach „Dr. No“ zum zweiten Mal dabei. Auch Bernard Lee als M, und Lois Maxwell als dessen Sekretärin Miss Moneypenny, waren erneut mit von der Partie. Einzig die Rolle des Waffenmeisters Major Boothroyd aka Q musste neu besetzt werden. Da Peter Burton, der diesen Part noch 1962 spielte, unabkömmlich war, ersetzte man ihn durch Desmond Llewelyn. Dieser sollte die Rolle insgesamt 17 Mal spielen; – ein bis heute ungeschlagener Rekord innerhalb der Franchise.

Bond (Sean Connery) und Waffenmeister Q (Desmond Llewelyn)

Bond (Sean Connery) und Waffenmeister Q (Desmond Llewelyn)

Ebenfalls einen zweiten (wenngleich auch letzten), Auftritt hatte Eunice Grayson als Bonds „Freundin“ Sylvia Trench. Die Figur wurde von Regisseur Young erfunden und sollte ursprünglich in jedem Film auftreten. Es blieb jedoch bei zwei Filmen.
Grayson ist allerdings bis heute die einzige Schauspielerinn, die zweimal dasselbe Bondgirl gespielt hat.

Die Rolle des Oberschurken Blofelds, von dem eigentlich bloss die katzenkraulende Hände zu sehen waren, wurde von Anthony Dawson verkörpert, der in „Dr No“ noch die Rolle des Henchman Prof. Dent innehatte. Die markante Stimme lieh im jedoch der Österreicher Eric Pohlmann.
Ebenfalls aus Österreich stammte Lotte Lenya, die Rosa Klebb spielte. Zusammen mit dem Deutschen Walter Gotell, der Ausbildner Morenzy verkörperte, lancierten die drei, die bis heute andauernde Serie von deutschsprachigen Bond-Gegenspielern.
Gotell gab überigens in späteren Bondfilmen den KGB-Chef General Gogol.
Daneben agierten Actionstar Robert Shaw, und der Pole Vladek Sheybal, ein Freund Sean Connerys, als Red Grant und Kronsteen.

Für die Rolle der Tatiana Romanova castete man die Italienerin Daniela Bianchi, Zweitplazirte bei der Miss Universe- Wahl von 1960, während der Mexikaner Pedro Armendáriz die Rolle von Bonds Verbündetem Ali Kerim Bey spielte.
Für Armendáriz war es die letzte Rolle, da der bereits schwerkranke Schauspieler kurz nach den Dreharbeiten Suizid beging . Allerdings sollte sein Sohn Pedro Armendáriz Jr. 1989 im Bondfilm „Licence to Kill“ einen kleinen Auftritt haben.

Regisseur Ternce Young (Rechts im Bild) beim Dreh

Regisseur Ternce Young (Rechts im Bild) beim Dreh

Gedreht wurde in den englischen Pinewood Studios, in der Türkei (wo Bond-Schöpfer Ian Fleming den Dreharbeiten beiwohnte), Jugoslawien und Venedig. Aber auch die schottische Küste und die Schweiz fanden als Drehorte Verwendung. Dies insbesondere für die spektakuläre Helikopter-Szene zum Schluss des Films; unverkennbar eine Remiszenz an Alfred Hitchcoks „North by Northwest“

Der Soundtrack des Films wurde erstmals von John Barrry komponiert, der bereits die Orchestrierung des James Bond-Theme bei „Dr. No“ übernommen hatte. Barry sollte innerhalb der nächsten 25 Jahre zu insgesamt 11 Bondfilmen die Musik beisteuern, was ihn zum meistbeschäftigtem Komponisten der Serie machte.
Das Titellied, das allerdings erst während, bzw. am Schluss des Filmes in gesungener Version auftaucht, wurde hingegen von Lionel Bart komponiert und von Matt Munro intoniert.

Fazit:
Wie bereits in meinem Review zu Dr. No erwähnte, geht es mit der Franchise flott nach oben.
War der Erstling noch eine Art Detectiv-Story, so kann man bei „From Russia with Love“ getrost von einem Thriller im Film Noir-Stil sprechen.
Die Story ist in ihren Grundzügen sehr geradlinig, bietet jedoch durchaus Platz für kleinere Wendungen.
Der Cast ist sehr gut, Connery legt gegenüber „Dr. No“ eine Steigerung hin, Daniela Bianchi gibt ein interessantes Bond-Girl ab, und bei den Villains passt jeder einzelne wie die Faust aufs Auge.
Auch Pedro Armendáriz als Kerim Bey spielt grossartig, für mich einen der besten Verbündeten von 007.
Die Action Szenen äusserst gelungen, – so zum Beispiel der Kampf zwischen Bond und Grant im Orientexpress, und auch der Score vermag zu überzeugen (Barry verwendete  türkische Instrumente und Harmonien zur Erzeuigung eines möglichst autentischen Soundtracks).
Alles in allem ein gelungener Thriller, welcher die Kalte Krieg-Thematik sehr gut auf die Leinwand zu übertragen weiss, und an dem es nichts auszusetzen gibt.

5 von 5 Siamesischen Kampffischen

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