Goldfinger

Uraufführung: 17.9.1964
Regie: Guy Hamilton
Darsteller: Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman u.a…

Story:
Nachdem er soeben ein Südamerikanisches Drogenlabor in die Luft gejagt hat, wird James Bond -007 (Sean Connery) nach Miami beordert, wo er den Gold-Tycoon Auric Goldfinger (Gert Fröbe) observieren soll.
Bond findet  heraus, dass Goldfinger mittels seiner Gespielin, der hübschen Jill Masterson (Shirley Eaton), reiche Hotelgäste beim Kartenspiel betrügt.
007 schaft es dank seines Charmes Jill auf seine Seite und vorallem aus dem Verkehr zu ziehen, und lädt sie für ein Schäferstündchen zu sich auf seine Suite ein. Allerdings dauert selbiges nicht allzu lange; Bond wird hinterrücks bewusstlos geschlagen, und als er wieder zu sich kommt, ist Jill tot- mit Goldlack überzogen.

Jill Masterson (Shirley Eaton) zahlt den Preis für ihren Verrat an Goldfinger.

Jill Masterson (Shirley Eaton) zahlt den Preis für ihren Verrat an Goldfinger.

Von M (Bernard Lee) nach London zurückgerufen, erfährt 007 alsbald mehr über den wahren Grund seiner Mission.
Goldfinger betreibt Goldschmuggel im grossen Still, was das internationale Währungssystem empfindlich schädigt. Bond soll ihm das Handwerk legen.
Bei einer, vom MI6 fingierten, Golfspiel treffen sich 007 und Goldfinger, sowie dessen finsterer Handlanger, der stumme Koreaner Oddjob (Harold Sakata), erstmals von Angesicht zu Angesicht.

Auric Goldfinger (Gerd Fröbe) und sein Henchman Oddjob (Harold Sakata).

Auric Goldfinger (Gert Fröbe) und sein Henchman Oddjob (Harold Sakata).

Vom Waffenmeister Q (Desmond Llewelyn), mit einem schnittigen Aston Martin DB5 (mit allerlei Spezialfunktionen…) ausgestattet, nimmt Bond die Verfolgung des Duos auf.

James Bond (Sean Connery) und sein neues Dienstgefährt der Aston Martin DB5

James Bond (Sean Connery) und sein neues Dienstgefährt der Aston Martin DB5

In der Schweiz, wo sich Goldfingers Werkhallen befinden, trifft er auf Till Masterson (Tania Mallet), die Schwester der ermordeten Jill, welche Rache an Goldfinger geschworen hat. Allerdings werden die zwei bald entdeckt, und während Till sogleich durch Oddjobs Hände (bzw. durch die messerscharfe Krempe seines Hutes) stirbt, wird Bond festgenommen, und findet sich auf einem Operationstisch wieder, dem sicheren Tod in Form eines Laserstrahls in die Augen blickend.
Auf seine Frage: “ Do you exept me to talk?“ antwortet Goldfinger süffisant lächelnd: „No Mr.Bond. I exept you to die!“ .
Doch 007 wäre nicht MI6-Agent, könnte er sich aus dieser Situation nicht befreien.
Denn Auric Goldfinger hat grosse Pläne, was nichts Gutes verheissen will…

Goldfinger`s Pilotin, Pussy Galore (Honor Blackman).

Goldfinger`s Pilotin, Pussy Galore (Honor Blackman).

Trivia:
Nach den grossen Erfolgen von „Dr.No“, und „From Russia with Love“, entschieden sich die Produzenten, Albert R.“Cubby“ Broccoli und Harry Saltzman, den überaus beliebten Bond-Roman „Goldfinger“ zu verfilmen. Aus terminlichen Gründen, war Terence Young, Regisseur der beiden Vorgängerfilme, nicht verfügbar, wodurch Guy Hamilton auf dem Regiestuhl Platz nahm.

Der neue Bond-Regisseur Guy Hamilton an der Kamera

Der neue Bond-Regisseur Guy Hamilton an der Kamera

Die überige Crew wurde nahezu eins zu eins aus den ersten zwei Streifen übernommen.
Ted Moore zeigte sich erneut für die Kameraführung verantwortlich, Richard Maibaum schrieb das Drehbuch, Ken Adam fungierte wiederum als Szenenbildner und Grafiker Robert Brownjohn gestaltete zum zweiten (und allerdings auch letzten) Mal den Titelvorspann.
Der Titelsong zu selbigem (genau genommen der erste Titelsong der Bondreihe), stammte wie auch der übrige Soundtrack erneut von John Barry. Der Song wurde von Shirley Bassey intoniert und erreichte trotz anfänglich grossem Wiederstand von Seite Saltzmans (zu sexistisch…), bis heute Kultstatus.
Bei der Grundbesetzung des Films (Bond, M…) setzte man grösstenteils auf die bisherigen Darsteller, einzig die Rolle des Felix Leiter Bonds CIA-Verbindungsmannes, in „Dr. No“ noch von Jack Lord verkörpert, wurde aufgrund unschämt hoher Gagenforderungen desselbigen kurzerhand mit Cec Linder neubesetzt. Von da an wurde Leiter in fast jedem Film in dem er vorkommt neubesetzt.
Für den Part von Auric Goldfinger wollten die Produzenten zuerst Orson Welles (der später im inofiziellen Bondfilm „Casino Royale“ von 1967 den Schurken gab) verpflichten.
Nachdem sie jedoch die deutsch-schweizerische Dürrenmatt-Verfilmung „Es geschah am hellichten Tage“, in der Gert Fröbe den manischen Kindermörder gab, sahen, entschieden sie sich den, damals international noch völlig unbekannten, deutschen Akteur zu casten. Allerdings wurde ein Grossteil seiner Szenen von Michael Collins nachsynchronisiert.
Die Rollen von Till und Jill Masterson wurden mit dem Model Tania Mallet und der Schauspielerin Shirley Eaton besetzt, während Goldfingers Pilotin, Pussy Galore, von Honor Blackman verkörpert wurde, die durch ihre Rollen in der TV-Serie „The Avengers“ (dt: Mit Schirm, Charme und Melone) und Ray Harryhausens „Jason and the Argonauts“ einige Bekanntheit erlangt hatte.
In einer kleinen Nebenrolle, zu Beginn des Films trat Nadja Regin, die bereits in „From Russia with Love“ ein Bondgirl gab, auf, und Michael G. Wilson, der Ziehsohn Broccolis, und aktueler Produzent der Bondreihe, hatte seinen ersten Cameo-Auftritt- eine Tradition die bis heute anhält.
Gedreht wurde erneut in den Pinewood-Studios, in England, den USA und der Schweiz.
Der Film gewann mehrere Preise, darunter den Oscar für den besten Tonschnitt.
John Barrys Soundtrack wurde unter anderem für den Grammy Award nominiert, während das Titellied in mehreren Ländern die Charts stürmte.
Am 12. August 1964, mitten während der Dreharbeiten erreichte die Filmcrew jedoch eine traurige Nachricht: Ian Fleming, James Bonds geistiger „Vater“, war verstorben.

Fazit:
Obschon die Bondfilmreihe nach nur zwei Streifen noch ziemlich jung war, sollte der dritte Titel bereits zum stilbildendsten Film der gesammten Franchise werden.
Aber ganz schön der Reihe nach…
Mit dem Regiewechsel, zeigte sich sogleich auch ein stilistischer Richtungswechsel an. Waren Terence Youngs Bond- Abenteuer solide eher geradlinige Thriller, so rührte Guy Hamilton mit der grossen Kelle an. Übergross war die Dimension. Ein diabolischerer Bösewicht, schlagfertigere Frauen in supersexy Outfits, mehr Action, riesige Sets; dies alles gab dem Film eine ganz speziele Note. Der Ost-West-Konflikt stand nicht mehr im Zentrum, stattdessen dominierte eine actionreiche Agentenstory.
Dazu kommt eine Reihe genialer Einfälle, wie beispielsweise das vergoldete Girl, der Aston Martin mit seinen Gadgets, der Prototyp aller bondschen Spezialgefährte, die Laserfolter, der brutale Henchman… die Liste liese sich nahezu unendlich fortführen.
Fact ist das Goldfinger Standarts setzte die innerhalb der Bond-Franchise bis heute gängig sind.
Auch Stilmässig prägte der Film die Reihe merklich, und es ist kein Wunder das „Goldfinger“ der meistzitierte Bondfilm (auch innerhalb der Reihe) ist. Man denke beispielsweise nur an John Barrys genial jazzigen Soundtrack inklusive dem grossartigen Titelsong.

Die Story ist von Anfang bis Ende spanned, und der Film wartet mit der einen oder anderen unvorhersehbaren Wendung auf. Und auch besetzungsmässig ist der Streifen ganz grosse Klasse; Sean Connery steigerte sich erneut und liefert eine seiner besten Bond-Leistungen, Honor Blackman ist meiner Meinung nach das beste Bondgirl der Connery-Filme, und über Gert Fröbe braucht man nur wenig Worte zu verlieren. Er spielt den dekadenten Magnaten Goldfinger schlicht genial, und hat ganz klar Platz Eins der Bond-Bösewichter-Liste verdient. Ebenso grossartig spielt der japanischstämmige Harold Sakata den Henchman Oddjob; ein Prototyp des finsteren Helfer.

Der Beste Titelsong, das coolste Auto, eines der besten Bondgirls, der beste Villain, reichlich Action – „Goldfinger“ gehört ganz klar zu den Top-Filmen der Serie.
Und ist für mich ein Meisterwerk, nicht nur innerhalb der Bondreihe.

5 von 5 Goldbarren (24-karätig)

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