Nachtlärm


In unregelmässigen Abständen schaue ich mir Schweizer Filmschaffen im Kino an. So auch letzte Woche als ich mir die neuste Zusammenarbeit von Erfolgsregisseur Christoph Schaub („Sternenberg“, „Giulias Verschwinden“) und dem Beststellerautor und Drehbuchschreiber Martin Suter („Small World“,“Beresina“), zu Gemüte führte.
Hier die ausführliche Kritik:

Uraufführung: 4.8.2012
Regie: Christoph Schaub
Darsteller: Alexandra Maria Lara, Sebastian Blomberg, Georg Friedrich, Carol Schuler, Andreas Matti u.a…

Story:
Livia (Alexandra Maria Lara) und Marco (Sebastian Blomberg) könnten sich eigentlich nicht beklagen; seit neun Monaten sind sie Eltern des kleinen Tim (Tiziano Jähde).
Doch dieser hält seine Eltern schwer auf Trab.
Denn Jede Nacht schreit der Kleine durch, und nichts kann ihn beruhigen; Nichts ausser Motorenlärm.
So fahren die beiden gestressten Eltern nun Nacht für Nacht mit dem kleinen Schreihals auf der Autobahn ihre Runden.

Eines Abends passiert nun das Unfassbare.
An einer Autobahnraststätte lassen sie den VW-Golf mit Tim drin kurz unbeachtet stehen, da schlägt auch schon der Ganove Jorge (Georg Friedrich), mit seiner Begleiterin Claire (Carol Schuler), zu, und klaut kurzerhand das Auto.
Geschockt klauen Livia und Marco ihrerseits das nächstbeste Auto, einen Mercedes, um dem Diebespärchen hinterherzufahren.

Livia (Alexandra Maria Lara) und Marco (Sebastian Blomberg) erleben die schlimmste Nacht ihres Lebens

Livia (Alexandra Maria Lara) und Marco (Sebastian Blomberg) erleben die schlimmste Nacht ihres Lebens

Die beiden Gauner ihrerseits, ahnen nichts davon, das sich auf dem Hintersitz ein schlummerndes Baby befindet und brettern sorglos durch die Nacht, während die beiden Eltern, vor lauter Angst um ihr Kind, fast aufgehen und sich gegenseitig mit Vorwürfen zudecken.

Claire (Carol Schuler) und Jorge (Georg Friedrich) müssen sich um den kleinen Tim (Tiziano Jähde) kümmern

Claire (Carol Schuler) und Jorge (Georg Friedrich) müssen sich um den kleinen Tim (Tiziano Jähde) kümmern

Unterdessen hat der Besitzer des Mercedes (Andreas Matti), mittels Autotelefon Kontakt zu Livia und Marco aufgenommen, und verfolgt die beiden seinerseits mit einem, ebenfalls gestohlenen, Motorrad.
Und wie es aussieht, hat er selbst nicht eine sonders saubere Weste.

So kommt es nun in dieser turbulenten Nacht zu einigen unerwarteten Erreignissen, und während das Ganovenpärchen sich plötzlich mit einem Kleinkind abgeben müssen, erweist sich die Irrfahrt für die beiden Eltern als eine Art Paartherapie.

Trivia:
Zum zweiten Mal nach „Giulias Verschwinden“ spannen der Regisseur Christoph Schaub („Sternenberg“,“Happy New Year“) und Erfolgsautor Martin Suter zusammen.

Martin Suter
Martin Suter

Wie bereits beim Vorgänger, wurde der Film für ein internationales deutschsprachiges Publikum (Schweiz, Deutschland, Österreich) konzipiert, und auch wenn die Handlung in der Schweiz spielt, so wurde ein grossteil der Besetzung im Ausland gecastet.
Nebst den Deutschen Alexandra Maria Lara, Sebastian Blomberg (beide aus „Der Baader Meinhof Komplex“), dem Österreicher Georg Friedrich („Nordwand“) ergänzen die Schweizer Carol Schuler und Andreas Matti („Der Verdingbub“, „Fascht e Familie“(TV)) den Cast.

Premiere am Filmfestival Locarno:v.l.n.r. Georg Friedrich, Marcel Hoehn (Produzent), Sebastian Blomberg, Carol Schuler, Alexandra Maria Lara, Andreas Matti, Christoph Schaub

Premiere am Filmfestival Locarno:v.l.n.r. Georg Friedrich, Marcel Hoehn (Produzent), Sebastian Blomberg, Carol Schuler, Alexandra Maria Lara, Andreas Matti, Christoph Schaub

Fazit:
Nach dem beachtlichen Erfolg von „Giulias Verschwinden“, waren die Erwartungen an das neuste Werk des Duos Schaub/Suter gross.
Der Film kommt jedoch nicht an den Vorgänger heran; soviel mal im Voraus.

Die Grundidee des Films ist gut. Wie stets bei Martin Suter ist die Story relativ nüchtern gehalten, beinhaltet jedoch eine gute Portion Zynismus, und interessante Twists.

Auch der Cast lässt sich sehen. Alexandra Maria Lara und Sebastian Blomberg spielen souverän, während Georg Friederich und insbesondere Jungstar Carol Schuler äüsserst erfrischend agieren.
Allerdings die wirkt konsequente Eindeutschung des Films, insbesondere die Synchronisierung gewisser Darsteller (z.Bsp. Andreas Matti), eher befremdlich.

Zudem bleibt der Film verglichen mit „Gulia“ weniger bissig, und switcht ein bischen gar stark zwischen Roadmovie, Komödie und Beziehungskiste, und das Ende wirkt eher unbefriedigend.

Ein guter Plot, technisch einwandfreie Umsetzung, gute Schauspielleistung, aber leider für meinen Geschmack etwas zu lasch im Resultat.

3 von 5 Radarfallen

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