Thunderball

Der vierte Bondfilm, der den MI6-Agenten auf der Suche nach zwei entführten Nuklearbomben in die Bahamas führt. Erneut gibt Sean Connery 007, während der Sizilianer Adolfo Celi den finsteren SPECTRE-Verbrecher Emilio Largo spielt. Claudine Auger und Luciana Paluzzi agieren als Bond-Girls.
Der Film ist mit über 140 Mio$ Einnahmen, der (inflationsbereinigt) erfolgreichste der Bondreihe, und bekam 1983 mit „Never say never again“ sogar ein Remake.

Uraufführung: 9.12.1965
Regie: Terence Young
Darsteller: Sean Connery, Adolfo Celi, Claudine Auger, Luciana Paluzzi u.a…

Story:
In Frankreich bringt James Bond 007 (Sean Connery) den SPECTRE-Agenten Jaques Bouvier (Bob Simmons) zur Strecke, und kann mithilfe seines Jetpack-Rucksacks gerade noch rechtzeitig den Tatort verlassen. Allerdings zieht er sich bei der anschliessenden Flucht Verletzungen zu, die MI6-Boss M (Bernard Lee) dazu veranlassen, Bond eine Kur zu verordnen.

James Bond (Sean Connery) mit seinem neusten Gadget, dem Jetpack

James Bond (Sean Connery) mit seinem neusten Gadget, dem Jetpack

Zur selben Zeit entführen SPECTRE-Agenten ein mit zwei Atombomben bestückten, NATO-Flieger, und ermorden die gesamte Besatzung.
Kurze Zeit später fordert Blofeld (Anthony Dawson/Eric Pohlmann), der finstere Kopf der Verbrecherorganisation, von der NATO 100 Millionen Pfund in Rohdiamanten, und droht andernfalls eine Stadt in den USA oder Grossbritannien zu zerstören.

Ernst Stavro Blofeld (Anthony Dawson/ Eric Pohlmann) leitet das SPECTRE-Meeting.

Ernst Stavro Blofeld (Anthony Dawson/ Eric Pohlmann) leitet das SPECTRE-Meeting.

Der britische Geheimmdienst sendet sofort alle seine Agenten, auch den angeschlagenen 007, los, den verschollenen Bomber zu finden.
Bond bringt in Erfahrung, dass sich Domino Derval (Claudine Auger) die Schwester des ermordeten Bomber-Piloten, in Nassau befindet, und er reist deshalb zur „Spurensicherung“ in die Bahamas.

Bond (Sean Connery) mit Domino Derval,(Claudine Auger) Largo's Geliebten.

Bond (Sean Connery) mit Domino Derval,(Claudine Auger) Largo’s Geliebten.

Dort trifft er nicht nur auf seinen alten Freund, und CIA-Agenten, Felix Leiter (Rick van Nutter), sondern auch den Multimillionär und Liebhaber von Domino, Emilio Largo (Adolfo Celi).
Dass es sich bei dem exzentrischen Hai-Fan, um den Drahtzieher der Flugzeugentführung handelt, findet 007 nach einer nächtlichen Erkundung von Largos Yacht der „Disco Volonte“ heraus.

Emilio Largo (Adolfo Celi), Nummer 2 bei SPECTRE.

Emilio Largo (Adolfo Celi), Nummer 2 bei SPECTRE.

Femme Fatale, Fiona Volpe (Luciana Paluzzi)

Femme Fatale, Fiona Volpe (Luciana Paluzzi)

Allerdings hetzt dieser, im übrigen Nummer 2 bei SPECTRE, Bond sogleich seine Killer, darunter auch die ebenso attraktive wie tödliche Fiona Volpe (Luciana Paluzzi), auf den Leib.

Somit beginnt für 007 ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem es gilt die Atomraketen sicher zu stellen…

Trivia:
Nachdem er den steigenden Erfolg seiner Romane sah, entschloss sich Bond-Schöpfer Ian Fleming, 1958 seinen Helden für die Leinwand zu adaptieren. Zu diesem Zweck tat er sich mit dem Drehbuchautor und Filmemacher Kevin McClory zusammen, um ein Script zu verfassen. Da das geplante Filmprojekt jedoch nicht zustande kam, schrieb Fleming das Drehbuch kurzerhand zu einem Roman um, den er unter seinem Namen veröffentlichte.
Dies wiederum führte zu einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen den beiden Autoren, der verhinderte das der Plot zum ersten Bondflm der EON- Productions wurde.
Erst 1964, nach langem hin und her, konnten sich die Produzenten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli, die Rechte an einer Verfilmung sichern, unter der Bedingung McClory als Co-Produzenten mit an Bord zu holen.
Gedreht wurde hauptsächlich auf den Bahamas, aber auch in England und Frankreich.

Für die Regie wurde zum dritten, und letzten Mal Terence Young verpflichtet.
Nach zwei Absenzen, kehrte Titeldesigner Maurice Binder zur „Bond-Familie“ zurück;
er sollte bis zu seinem Tode 1991, sämtliche Openingtitles gestalten, die zu einem Markenzeichen der Serie wurden. Nebst Kameramann Ted Moore, Set-Designer Ken Adam und Ausstatter Peter Lamont beteiligte sich auch Spezialeffekte-Meister John Stears erneut an diesem Bondstreifen. Seine Arbeit wurde 1966 mit einem Oscar für die besten Effekte gewürdigt.
Ebenfalls zum vierten Mal, war Komponist John Barry mit von der Partie. Allerdings war der ursprünglich geplante Titelsong „Mr. Kiss Kiss Bang Bang“ den Produzenten zu sexistisch, worauf er durch die Ballade „Thunderball“ von Tom „The Tiger“ Jones, ersetzt wurde. Den Text hierzu stammte erstmals von Don Black, der in loser Folge immer wieder Texte zu James Bond-Songs komponierte.

Auch bei den Schauspielern waren mehrere altbekannte Gesichter wieder dabei. Nebst dem MI6-Team (Bond, M, Moneypenny und Q), kehrte auch der Superschurke Ernst Stavaro Blofeld zurück. Wie bereits in „From Russia with Love“ sah man ihn jedoch nur schemenhaft, und ernet wurde er von Anthony Dawson (Körper) und Eric Pohlman (Stimme) verkörpert. Die beiden sind somit die einzigen Darsteller der Franchise die zweimal denselben Villain spielten. Ebenfalls in „From Russia with Love“ mit dabei gewesen, war Martine Beswick, die dieses Mal Bonds Assistentin Paula gab.

Hingegen wurde die Rolle von Felix Leiter erneut umbesetzt. Diesesmal versuchte Rick Van Nutter sein Glück. Einen einmaligen Auftritt hatte zudem der langjährige Bond-Stuntman Bob Simmons, der den SPECTRE-Agenten Jaques Bouvier gab.
Für die Rolle des Emilio Largos hatte Ian Fleming den amerikanischen Folksänger und Westernstar Burl Ives vor Augen, die Produzenten besetzten die Rolle jedoch mit dem sizillianischen Italowesterndarsteller Adolfo Celi.
Als Domino hatten die Produzenten erst Faye Dunaway im Auge, ehe sie sich für die Miss France von 1958, Claudine Auger, entschieden. Ebenfalls für die Rolle vorgesprochen, hatte ursprünglich Luciana Paluzzi, der man dann die Rolle des Bad-Girls Fiona Volpe gab.

Den Film begleitete eine, bis Dato nie gekannte, Marketing-Kampagne, die vom Damenparfum bis zum Kinderspielzeug (Die zahlreichen Gadgets des Films eigneten sich hierfür wunderbar…), Merchandisemässig nahezu alles abdeckte.

Fazit:
Nachdem sich die Bondfilme von Film zu Film, kontiuierlich gesteigert hatten (sowohl filmisch, als auch Budget-/Einnahmemässig), wollte man diesen Trend mit „Thunderball“ fortsetzen.

Terence Young, der nach Guy Hamilton’s „Goldfinger“, als Regisseur zur Reihe zurückkehrte, kehrt wieder zur klassischen Kalter-Kriegsthematik seiner beiden Erstlingsfilme zurück.
Dennoch übernimmt der Streifen viele Elemente des Vorgängerfilms, und baut diese zum Teil sogar noch aus. Man denke nur an die Actiongeladene Eröffnusgsszene, inklusive dem Aston Martin DB5, das riesige Arsenal von Gadgets, den exzentrischen Bösewicht oder etwa das Bad-Girl, welches Bond verführt.
Doch grossmehrheitlich bleibt Young seinem angestandenen, geradlinigen, eher schnörkellosem Erzählstil treu.
Dies mag ja für die Story von Vorteil sein, jedoch weist der Film stellenweise grosse Überlängen auf. Insbesondere die Unterwassenszenen wollen und wollen nicht enden. Der Film war auch mit über 2 Stunden der bislang länste der Reihe, und Cutter Peter R.Hunt erzählte in späteren Interviews das er über 5 Stunden Filmmaterial zu bearbeiten hatte.

Auch bei den schauspielerischen Leistungen, kommt der Film nicht an die Vorgänger heran. Connery spielt zwar gewohnt solide, Adolfo Celi ist jedoch eher bemüht, und kommt nicht an einen Gert Fröbe heran. Von den Bondgirls hinterlässt keine Darstellerin einen wirklich bleibenden Eindruck. Gleiches lässt sich auch über Rick Van Nutter als Felix Leiter sagen.

Der Soundtrack von John Barry ist gewohnt hörbar; er schlägt mehrheitlich sanfte Klänge an. Der Titelsong ist ganz gut, allerdings hätte mir „Mr.Kiss Kiss Bang Bang“ wesentlich besser gefallen. Imerhin hat es der Titel noch in instrumentaler Version (und als Name eines Nachtklubs) in den Film geschafft.

Nach stetiger Steigung, zeigt die Kurve der Bondfilme erstmals nach unten; allerdings nur leicht. „Thunderball“ ist im Grunde ein solide gemachter, geradliniger Agenten-Thriller.
Allerdings fehlt dem Film über weite Strecken das nötige Tempo.
Überlänge und eher durchschnittliche Schauspielleistung, sorgen zusätzlich dafür, dass der Film nicht zu den besten der Reihe gehört.
Für mich persönlich der schlechteste Bondfilm der Sixties, was aber nicht gegen den Film spricht, da das Niveau der sechs Filme dieser Dekade eher hoch ist.

3 von 5 Tauchanzügen

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