You Only Live Twice

Der 1967 erschienene, fünfte Film der Bondreihe, „You Only Live Twice“ ist der erste Film der Franchise bei dem Lewis Gilbert Regie führte. Gleichzeitig stellt er auch den (vorerst) letzten Bondfilm mit Sean Connery als 007 dar. Und Erzbösewicht Blofeld zeigt uns hier erstmals sein Gesicht.

Uraufführung: 12.06.1967
Regie: Lewis Gilbert
Darsteller: Sean Connery, Donald Pleasence, Karin Dor, Akiko Wakabayashi, u.a…

Story:
Dramatisches spielt sich im Weltraum ab: ein unbekanntes Raumschiff entführt je eine russische und eine amerikanische Rakete.  Die beiden Supermächte verdächtigen sich gegenseitig der Tat; ein Krieg steht kurz bevor.

Der britische Geheimdienst MI6 hat jedoch feine Funksignale aus Japan, die Aufschluss über den Ursprungsort des feindlichen Raumschiffes geben könnten, empfangen, und schickt seinen besten Agenten, James Bond -007 (Sean Connery) los, den Quell derselbigen auszumachen.

Um unerkannt agieren zu können, täuscht Bond erstmal seinen eigenen Tod vor, und gelangt anschliessend diskret nach Tokio.

Dort trifft er sich mit seinem Kontaktmann, Dick Henderson (Charls Grey) welcher jedoch, ehe sich Bond versieht, von einem Attentäter hinterrücks umgebracht wird.  007 hängt sich den Mördern an die Fersen, und gelangt so in den Bürokomplex des Industriellen Osato (Teru Shimada).
Bond findet einige geheimme Dokumente sowie Mikrofilme, und kann gerade noch rechtzeitig aus dem Gebäude fliehen.

 

Tiger Tanaka (Tetsuro Tamba), Aki (Akiko Wakabayashi) und Bond (Sean Connery) am Breafing
Tiger Tanaka (Tetsuro Tamba), Aki (Akiko Wakabayashi) und Bond (Sean Connery) am Breafing

Hierbei hilft ihm die hübsche Aki (Akiko Wakabayashi), die sich als Sekretärinn von Tiger Tanaka(Tetsuro Tamba), dem japanischen Geheimdienstschef, entpupt.

Helga Brandt (Karin Dor)

Helga Brandt (Karin Dor)

Mit Tanakas Hilfe, schafft es Bond die Mikrofilme zu entschlüsseln: sie zeigen ein Frachtschiff von Osato Chemicals.
Als sich 007 dasselbige genauer unter die Lupe nehmen will, wird er von Helga Brandt (Karin Dor), Mr.Osatos sadistischer Untergebenen, überwältigt.
Es gelingt ihm jedoch sich zu befreien, und den Zielort des Schiffes ausfindig zu machen.

Auf einem Erkundungsflug mit senem Einmann-Hubschrauber „Little Nellie“ wird Bond von Helikoptern der Verbrecherorganisation SPECTRE angegriffen, was seine Vermutungen, dass sich die Basisstation und die entführten Raketen in der Nähe befinden, bestätigt.

Q (Desmond Llewelyn) präsentiert Bond seinen Mini-Hubschrauber "Little Nelly"

Q (Desmond Llewelyn) präsentiert Bond seinen Mini-Hubschrauber „Little Nelly“

Also begeben sich Agent 007, Tiger Tanaka und 100 Ninja-Kämpfer, in dessen Dienst stehend, auf eine kleine Vulkaninsel.

Ernst Stavaro Blofeld (Donald Pleasence)

Ernst Stavaro Blofeld (Donald Pleasence)

Bond muss nicht nur eine Scheinehe mit der japanischen Geheimagentin Kissy Suzuki (Mie Hama) eingehen, auch steht das erste Aufenandertreffen zwischen ihm und Ernst Stavaro Blofeld (Donald Pleasence), dem grössenwahnsinnigem Kopf von SPECTRE unmittelbar bevor…

Trivia:
Nach dem einschlagenden Erfolg von „Thunderball“ wollten die Bond-Produzenten eigentlich „On her Majestys Secret Service“, den zweiten Teil von Ian Fleming’s sogenannter Blofeld-Trilogie („Thunderball“,“On her Majestys Secret Service“,“You Only Live Twice“), verfilmen. Da man jedoch innert nützlicher Frist keine passenden Locations fand, entschloss man sich den dritten, in Japan spielenden Teil, „You Only Live Twice“ vorzuziehen.

Ein weiterer Grund für diesen Entscheid, war sicherlich die wachsende Begeisterung die das Bond-Phänomen in Japan erfuhr, sowie die zunehmende Eroberrung des westlichen Marktes durch japanische Firmen, insbesondere der Elektro-Branche.

Da Ian Flemings Roman jedoch nahezu unumsetzbar war, entschloss man sich, zum ersten Mal inerhalb der Bondreihe dazu, ein Drehbuch nach eigenen Motiven zu verfassen. Hierfür engagierten die Produzenten den bekannten Kinderbuch-Autor und Freund Ian Fleming’s, Ronald Dahl („Charlie and the Chocolat Factory“).

Regisseur Lewis Gilbert (r), gibt seinen Schauspielern Anweisungen

Regisseur Lewis Gilbert (r), gibt seinen Schauspielern Anweisungen

Auf dem Regiestuhl nahm mit Lewis Gilbert („Alfie“) ein neues Gesicht Platz. Gilbert sollte einige Jahre später mit „The Spy who loved me“ und „Moonraker“ noch zwei weitere James Bond-Filme inszenieren.
Ein Grossteil der restlichen Crew war jedoch bereits in den vorangehenden vier Filmen dabei. Set-Designer Ken Adamentwickelte für Blofeld’s Geheimversteck im ausgehölten Vulkankrater, ein Set in 1:1 Grösse auf dem Gelände der Pinewood Studios. Zu diesem Zeitpunkt das grösste und teuerste Set der englischen Filmgeschichte.

Blofelds Versteck im Vulkankrater

Blofelds Versteck im Vulkankrater

Der Soundtrack stammte erneut von John Barry, der hierfür, wie schon bei „From Russia with Love“, lokale (in diesem Fall japanische) Klänge und Instrumente darin einbaute. Nancy Sinatra sang das Titellied, und stellte somit die erste nicht-britische Interpretin eines Bond-Themes dar. Das Titellied für welches Leslie Bricusse das Libretto schrieb, fand Jahre später Verwendung in Robbie Williams Song „Milenium“.

Sean Connery spielte zum fünften Mal James Bond. Während den Dreharbeiten gab er jedoch bekannt, die Figur nicht mehr länger spielen zu wollen. Somit stellt „You Only Live Twice“ seinen vorerst letzten Bondfilm dar.

Die Rollen von M (Bernard Lee), Moneypenny (Lois Maxwell) und Q (Desmond Llewelyn) beliess man darstellermässig unverändert. Allerdings ist dies der erste Bondfilm in dem das MI6-Hauptquartier nicht vorkommt, und stattessen ein „Aussenquartier“ Verwendung findet.

Für die Rolle von Blofeld, den man in diesem Film erstmals zu Gesicht bekommt verpflichtete Produzent Harry Saltzman zuerst den tschechischen Theaterschauspieler Jan Werich. Regisseur Gilbert und Cubby Broccoli fanden jedoch er sehe mehr wie „ein netter Weinachtsmann“, als ein Superschurke aus, und ersetzten ihn nach nur einem Drehtag durch Donald Pleasence („Halloween“, „THX 1138“). Mit Charles Grey, der Bonds Kontaktmann Henderson spielte, agierte ein weiterer „Blofeld-Darsteller“ in diesem Film. Denn Grey sollte den Part des Verbrechergenies 1971, in „Diamonds Are Forever“ übernehmen.

Die weiblichen Hauptrollen gingen an die beiden japanischen Kinostars Akiko Wakabayashi und Mie Hama. Zu Drehbeginn tauschten die beiden jedoch ihre Rollen untereinander. Den Part der Femme Fatale, Helga Brandt ging an die Deutsche Karin Dor, Star aus diversen Edgar Wallace- und Karl May -Filmen.

Den Part von Bonds Verbündetem Tiger Tanaka schliesslich, spielte der Japaner Tetsuro Tamba, während sein Landsmann Teru Shimada die Rolle des verbrecherischen Osato’s übernahm. Lezterer sollte in der Folge noch in einigen thematisch ähnlichen Filmen und Bondparodien zu sehen sein („Man from Uncle“).

„You Only Live Twice“ war der erste Bondfilm der nicht in England spielte. Obwohl ein Grossteil der Szenen in Japan gedreht wurde, fanden die Pinewood Studios für Innenaufnahmen sowie das bereits erwähnte Vulkan-Set Verwendung.

Fazit:
Regisseur Lewis Gilbert schafft es sogleich der Reihe seinen Stempel aufzudrücken. Waren Terence Young’s Filme geradlinige Agententhriller, Guy Hamilton’s „Goldfinger“ ein actiongeladener Blockbuster, so inszeniert Gilbert „You Only Live Twice“ als epischen Kalter-Krieg-Film mit Sci-Fi Einschlag.

Roland Dahls Drehbuch strotzt nur so von geniale Einfällen (Das Raketen schluckende Raumschiff, der Hubschrauber mit dem Riesen-Magneten, Little Nelly, der Vulkankrater…), sowie einer gesunden Portion Sarkasmus.

Auch technisch ist der Film absolut auf der Höhe. Ted Moore, Kameramann der bisherigen vier Filme wurde krankeitshalber durch den preisgekrönten Freddie Young („Lawrence of Arabia“) ersetzt, welcher extrem stimmige Bilder und Landschaftsaufnahmen erzeugte.

Auch der Soundtrack aus der Feder John Barrys ist sehr gelungen. Der Titelsong von Nancy Sinatra zählt für mich persönlich zu den schönsten der Serie.

Die Schauspieler machen ihren Job grossmehrheitlich sehr gut. Sean Connery merkt man zwar gewisse Ermüdungserscheinung an, dennoch spielt er solide. Die beiden Bondgirls Akiko Wakabayashi und Mie Hama überzeugen ebenso. Was man auch von Karin Dor sagen kann. Allerdings hat sie etwas wenig Leinwandpräsenz.
Die erste grosse Überraschung des Films ist Tetsuro Tamba als Tiger Tanaka, der zu den coolsten Bond-Verbündeten zählt und zeigt was man beispielsweise mit der Figur des Felix Leiters alles hätte machen können…
Der zweite grosse schauspielerische Wurf des Films ist ganz klar Donald Pleasence als Blofeld. Seine Darstellung löst beim Zuschauen ein Frösteln aus, was nicht nur an seinem creapy Make-Up liegt…

Kritisieren kann man höchstens eine gewisse Realitätsfremde und den überdurchschnittlich hohen Einsatz von Spezialgadgets. Auch gewisse, gar maskulinistische, frauenfeindliche, Untertöne des Films, die wohl heute in dieser Form nicht mehr möglich wären, wirken etwas befremdlich.

Ein grossartig inszenierter, gut besetzter Bondstreifen, mit interessanten Ideen und einer guten Grundstory, die allerdings zum Teil etwas gar überdreht wirkt.

4 von 5 Ninjakämpfern

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Eine Antwort zu You Only Live Twice

  1. Owley schreibt:

    Höre gerade die Musik zum Film. Stimme dir völlig zu: Ganz grossartig!
    Zählt zu meinen Lieblingsbonds, weil er eben so speziell und eigen ist. Ich liebe den Film.
    Solltest du übrigens demnächst mal den 1966er Batman gucken, achte dich auf einen gewissen japanischen Nebendarsteller. 😉

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