Diamonds Are Forever

Nachdem George Lazenby nach nur einem Film die Rolle des 007 an den Nagel hängte, übernahm 1971 in „Diamonds Are Forever“ erneut Sean Connery.
Allerdings schaffte es der Film absolut nicht an die Bondstreifen der 60iger anzuknüpfen.

Uraufführung: 14.12.1971
Regie: Guy Hamilton
Darsteller: Sean Connery, Charles Grey, Jill St.John, Lana Wood, u.a…

Story:
James Bond (Sean Connery) will sich an Erzverbrecher Blofeld (Charles Grey) am Tod seiner Frau rächen.
In Blofeld’s geheimen Klon-Labor kommt es zum endgültigen Showdown zwischen den beiden, welches mit dem Tod des Schurken endet.

James Bond (Sean Connery) is back

James Bond (Sean Connery) is back

Zurück in England, wird Bond auf einen Fall von Diamantendiebstahl angesetzt.
Aus südafrikanischen Minen werden Edelsteine im grossen Stil entwendet.
Allerdings erscheint die gestohlene Ware nirgends auf dem Markt, sodass der britische Geheimdienst MI6 auf die Sache aufmerksam wird.
Da ein Päärchen Auftragskiller, Mr. Wint (Putter Smith) und Mr. Kidd (Bruce Glover) jedoch nahezu sämtliche, in die Sache verwickelten Personen
„beseitigt“, gestaltet sich die Spurensuche für 007 schwieriger als angenommen.

Die beiden Killer Mr. Kidd (Bruce Glover) und Mr. Wint (Putter Smith)

Die beiden Killer Mr. Kidd (Bruce Glover) und Mr. Wint (Putter Smith)

In Amsterdam trifft er auf die Schmugglerin Tiffany Case (Jill St John), und den Schmuggler Peter Franks (Joe Robinson), welchen er eliminiert, und fortan dessen Identität annimmt.
Dadurch, und mit Hilfe des CIA-Agenten Felix Leiter (Norman Burton), gelingt es Bond und Tiffany eine grosse Anzahl Diamanten nach Las Vegas zu schmuggelt.

Tiffany Case (Jill St John)

Tiffany Case (Jill St John)

Bond heftet sich an die Spur der Diamanten, die ihn in ein Weltraumforschungs-Labor mitten in der Wüste Nevadas führt, welches dem Grossunternehmer Willard Whyte (Jimmy Dean) gehört.
007 wird entdeckt und muss mithilfe eines Moonbugys quer durch die Wüste fliehen.

Der Moonbuggy, Bonds ungewöhnlichstes Gefährt...

Der Moonbuggy, Bonds ungewöhnlichstes Gefährt…

Bei einem Besuch in Whytes luxeriösem Penthouse, muss Bond feststellen, dass kein geringerer als sein alter Nemesis Blofeld, welchen er als tot erachtete, dahintersteckt.
Denn der Superschurke ist quicklebendig, und mal wieder von seinen Allmachtsplänen besessen…

Ernst Stavro Blofeld (Charles Grey) erklärt Dr. Mertz (Joseph Furst) seine Pläne

Ernst Stavro Blofeld (Charles Grey) erklärt Dr. Mertz (Joseph Furst) seine Pläne

Trivia:
Nach George Lazenbys Ausstieg aus der Serie, mussten die Produzenten die Rolle des 007 schleunigst wieder neubesetzen.
Stimmen wurden laut, die einen amerikanischen Bond forderten. So waren unter anderem John Gavin („Psycho“, „Spartacus“) und Adam West („Batman“ TV-Serie) im Gespräch.
Schliesslich jedoch, gelang dem Produzentenduo der Coup des Jahres, und sie konnten für die, damals astronomisch hohe, Summe vo 1 Mio. Dollar, Sean Connery für einen letzten Film zurück an Bord holen.

Die Regie des Filmes übernahm Guy Hamilton, für den es nach „Goldfinger“ bereits die zweite Regiearbeit für die Bondreihe war.
Auch bei der Crew gab es einige Rückkehrer. So war Ken Adam erneut als Set-Designer tätig, während Kameramann Ted Moore nach zwei Absenzen zurückkehrte.

Nebst Richard Maibaum schrieb erstmals auch Tom Mankiewicz am Drehbuch mit.
Die Story basierte nur lose auf Ian Fleming’s Origialroman.
Im Gegensatz zur Buchvorlage, kam die Figur des Blofelds und SPECTRE im Film vor, es sollte allerdings der letzte offizielle Auftritt derselben sein.
Ursprünglich wollte man Gert Fröbe als Auric Goldfingers Zwillingsbruder, als Bösewicht des Films besetzen, die Idee wurde allerdings bald wieder Fallen gelasssen.
Die Figur des Grossunternehmer Williard Whyte ist an Cubby Broccolis guten Freund, den Industriellen Howard Hughes, angelehnt.

Für die Rolle der Tiffany waren unter anderem Faye Dunaway und Jane Fonda im Gespräch, ehe man die Rolle mit Jill St John, dem ersten amerikanischen Bondgirl, besetzte.
Ihre Landsfrau Lana Wood, Schwester von Natalie Wood („West Side Story“), spielte den Part der Plenty O’Toole.

Die Figur des Blofelds, wurde erneut neubesetzt, diesmal mit Charles Grey. der bereits in „You Only Live Twice“ eine kleinere Rolle innehatte.
Ebenfalls mal wieder neugecastet, wurde die Figur des Felix Leiters. Diesesmal durfte der Amerikaner Norman Burton die Rolle übernehmen.

Der Soundtrack des Filmes stammte erneut von John Barry, während das Titellied, mit dem Libretto Don Blacks, von Shirley Bassey gesungen wurde.
Für Bassey war es nach „Goldfinger“ der zweite Titelsong; es sollte jedoch nicht ihr letzter bleiben.

Gedreht wurde hauptsächlich in den USA, grossmehrheitlich in Las Vegas und Umgebung. Innenaufnahmen wurden erneut in den Pinewood-Studios
gefilmt, während mit Amsterdam und Frankfurt erstmals niederländische und deutsche Drehorte benutzt wurden.

Fazit:
Eine völlig überrissene, comichafte Story, uninspirierende Locations und Sets, das schwule Killerpäärchen, Bond der sich von Frauen verprügeln lässt, der schwächste Blofeld aller Zeiten…
Die Liste von Dingen die mir an „Diamonds Are Forever“ nicht gefallen ist nahezu endlos.
Das Schlimmste allerdings, finde ich dass man nach dem düsteren Ende von „On Her Majesty’s Secret Service“, den Film nicht als eine Art Revenge-Movie, wie in der Pre-Title Sequenz angedeutet, inszenierte, sondern als einen klamaukhaften Streifen, der mehr wie eine Bond-Periflage wirkt.

Guy Hamilton der mit „Goldfinger“ den wohl besten Film der Bondgeschichte inszenierte, liefert mit „Diamonds Are Forever“
den schwächsten Streifen der Franchise ab.

Sean Connery gibt die mit Abstand schlechteste Bonddarstellung seiner Karriere ab, und wirkt extrem gelangweilt.
Hauptdarstellerin Jill St John sieht zwar nicht schlecht aus (insbesondere im Bikini…), nervt jedoch mit zunehmender Dauer des Filmes.
Charles Grey spielte selbst in den zwei Minuten in „You Only Live Twice“ inspirierender als hier als Ernst Stavro Blofeld.
Mit seinem Auftritt in Frauenkleidern nimmt er dem Charakter jegliche Glaubwürdigkeit, und schafft was James Bond in zig Filmen nicht gelang; der Figur endgültig den Gar auszumachen.
Die beiden Henchmens des Films, Mr. Wint und Mr. Kidd, sollten wohl mit ihren Sprüchen und durch ihr leicht tuntiges Auftretten komisch wirken,
das Gegenteil ist allerdings der Fall, und sie hinterlassen einen fragwürdigen Eindruck.
Ebenfalls sonderbar ist die Figur des CIA- Agenten Felix Leiters, der sich irgendwie zu von collen Freund Bonds aus „Dr. No“, zu einem wahren Arschloch gewandt hat.

Nun zu den (wenigen) positiven Dingen des Films:
Der Titelsong von Shirley Bassey ist sehr gelungen, was man alledings vom, eher durchschnittlichen Soundtrack des Filmes nicht unbedingt sagen kann.
Bonds Kampf im Lift, in Amsterdam, gehört zu den besten Fightszenen der Bondgeschichte. Auf engstem Raum inszeniert, schafft die Szene eine klausophische Atmosphäre, die
einem Alfred Hitchcock gerecht wird.

Nachdem der eher düstere „On Her Mayesty’s Secret Service“ nicht die gewünschten Einnahmen brachte, entschloss man sich auf der eher seichteren Schiene zu fahren,
und legte dem Publikum eine Abenteuer vor, der mit dem harten Ton des Vorgängers rein gar nichts mehr gemein hatte.
Der Film wirkt äusserst lieblos inszeniert und lässt den Style früherer streifen vermissen.
Die überbordenden Komikelemente sind bloss ein Vorgeschmack auf die Roger Moore-Ära…

2 von 5 Rohdiamanten

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Eine Antwort zu Diamonds Are Forever

  1. Owley schreibt:

    Ungeschliffene Rohdiamanten, nehme ich an? 😉
    Auch hier stimme ich dir völlig zu, fand den Film eine ziemliche Zumutung. Dafür fand ich was nachher folgte, besser als du.

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