The Man With The Golden Gun

1974 gab Roger Moore zum zweiten Mal James Bond – 007.
Sein Gegenspieler, der titelgebende „Man With The Golden Gun“ wurde von Horrorlegende Christopher Lee gespielt.
Der 9. Bondfilm war zugleich auch der letzte Film der Reihe, den Albert R. Broccoli und Harry Saltzman gemeinsam produzierten.

Uraufführung: 19.12.1974
Regie: Guy Hamilton
Darsteller: Roger Moore, Christopher Lee, Britt Ekland, Maud Adams, u.a..

Story:
Nachdem eine goldene Pistolenkugel mit der Gravur „007“, den MI6 erreicht, ist die Aufregung gross.
Denn das Geschoss stammt von keinem geringerem als dem berüchtigten Auftragskiller Francisco Scaramanga (Christopher Lee), genannt „der Mann mit dem goldenen Colt“, der es nun also auf James Bond – Agent 007 (Roger Moore) abgesehen hat.

Während M (Bernard Lee), Bond vorerst „aus dem Verkehr zieht“, beginnt dieser kurzerhand auf eigene Faust zu ermitteln.

Mit Hilfe von Technickgenie Q (Desmond Llewelyn) kommt 007 auf die Spur des zwielichtigen Lazars (Marne Maitlands), der in Macao eine Waffenschmiede füs Spezialanfertigungen betreibt.
Von dort stammt auch Scaramangas goldene Pistole, und bezieht er die dazugehörige Munition.

007 folgt einer ebensolchen Lieferung nach Hongkong, und stösst dadurch auf die Verbindungsfrau Andrea Anders (Maud Adams), die Geliebte Scaramangas.

Andrea Anders (Maud Adams) bringt Bond (Roger Moore) ins Schwitzen

Andrea Anders (Maud Adams) bringt Bond (Roger Moore) ins Schwitzen

Aus dem Verborgenen wird Bond Zeuge wie Scaramanga den Wissenschaftler Gibson (Gordon Everett) erschiesst, und dessen Erfindung, den Solexagiator, ein Gerät mit dessen Hilfe sich Sonnenstrahlen in gebündelte Energie verwandeln lassen, entwendet.

MI6- Agentin Mary Goodnight (Britt Ekland)
MI6- Agentin Mary Goodnight (Britt Ekland)

Mithilfe des Leutnant Hip (Soon-Tek Oh) und Mary Goodnight (Britt Ekland), zweier in Hongkong stationierter MI6- Agenten, kommt Bond dem thailändischen Grossindustriellen Hai Fat (Richard Loo) auf die Schliche, der Scaramanga engagiert hat.

Nach einer rasanten Flucht vor Hai Fat’s karatekämpfenden Schergen, quer durch Bangkok, bei der er unter anderem erneut auf den in den Ferien weilenden US-Sheriff J.W Pepper (Clifton James) (aus „Live And Let Die“) trifft, verfolgt Bond Scaramga bis auf dessen geheime Insel mitten im chinesischen Meer.

Dort kommt es zwischen den beiden Revolverhelden zu einem, in alter Manier abgehaltenen Duell: Mann gegen Mann…

Zwischen Francisco Scaramanga (Christopher Lee) und Bond kommt es zum allesentscheidenden Duell

Zwischen Francisco Scaramanga (Christopher Lee) und Bond kommt es zum allesentscheidenden Duell

Facts:
Nachdem „Live And Let Die“, der erste Bondfilm mit Roger Moore bei Kritikern und Publikum gut ankam, beschloss man nach dem gleichen Muster und vorallem dem selben Team weiterzufahren

So führte erneut Guy Hamilton Regie (es war seine dritte Bondarbeit in Folge und seine vierte insgesamt), während sich Tom Mankiewicz und Richard Maibaum dem Drehbuch widmeten.

Der gleichnamige Roman, der dem Film zugrunde liegt, war der letzte Roman der Reihe, und schliesst eigentlich nahtlos an „You Only Live Twice“ an.
Von der Geschichte wurden jedoch nur einzelne Elemente übernommen.

Roger Moore spielte erneut James Bond. Es war das erste Mal seit sieben Jahren, dass die Rolle wieder in zwei aufeinanderfolgenden Filmen von demselben Schauspieler gespielt wurde.

Für die Rolle von Scaramanga zogen die Filmemacher erst Jack Palance („City Slickers“, „Batman“) in Betracht, ehe man sich für Hammer-Horrorstar Christopher Lee („Dracula“) entschied.
Lee ist ein entfernter Cousin des Bondschöpfers Ian Fleming.
Wie Roger Moore war auch Christopher Lee, vorgeschlagen von Fleming persönlich, bereits 1962 im Gespräch für „Dr. No“; allerdings nicht wie Moore als Bond, sondern als Bösewicht Dr. Julius No.

Die Rolle des Henchmans Nick-Nack wurde vom Franzosen Hervé Villechaize verkörpert, der später in der TV-Serie „Fantasy Island“ einen ähnlichen Charakter spielen, und dadurch grosse Bekanntheit erlangen sollte.

Nick Nack (Herve Villechaize)

Nick Nack (Herve Villechaize)

Mit Britt Ekland als Mary Goodnight und Maud Adams als Andrea Anders, kamen gleich zwei schwedische Darstellerinnen als Bondgirl zum Zuge.
Maud Adams sollte 1983 in „Octopussy“ in der Titelrolle zu ihrem zweiten Bondauftritt kommen; ihre weiblichen Co-Stars – ebenfalls Schwedinnen!

Beim MI6 blieb fast alles beim Alten; Bernard Lee gab erneut M, Lois Maxwell Moneypenny und Desmond Llewelyn kehrte nach einmaliger Absenz als Q zurück.
Erstmals kam die Figur des Stabchefs Bill Tanner gespielt von Michael Goodliffe vor.
Der Charakter aus den Originalromanen sollte noch in „For Your Eyes Only“ auftretten, und danach erst wieder in der Brosnan/Craig- Ära regelmässig zum Zuge kommen.

Der Soundtrack wurde nach seiner Bondpause bei „Live And Let Die“ wiederum von John Barry komponiert.
Für den Titelsong steuerte Schockrocker Alice Cooper einen Beitrag bei, der jedoch von den Produzenten verworfen wurde.
Das von Barry komponierte und Don Black geschriebene Titellied wurde von der schottischen Sängerin Lulu gesungen.

Zum letzten Mal dabei, war Kameramann-Legende Ted Moore.
Da er während den Dreharbeiten erkrankte, wurde er durch Oskar-Preisträger Oswald Morris („Fiddler On The Roof“) ersetzt.

Gedreht wurde in Thailand, Hongkong, Macao und natürlich den englischen Pinewood Studios.
Die thailändische Insel Khao Pingh Kan, die Scaramanga als Versteck dient, wurde dank dem Film weltbekannt, und ist bis heute ein Touristenmagnet geblieben.

Scaramangas Versteck

Scaramangas Versteck

Fazit:
Wie bereits seine beiden Vorgängerfilme „Diamonds Are Forever“ und „Live And Let Die“ gehört der Streifen eher zu den schwächeren Bondabenteuern der Franchise.

Nachdem man mit „Live And Let Die“ noch auf die Blaxploitation-Welle aufsprang, so versuchte man hier auf dem Material Arts- und Kung Fu-Trip zu reiten.
Mit der Energiekrise versuchte man zudem noch ein aktuelles Thema unterzubringen.

Die Story ist eher langweilg und dümpelt über weite Strecken planlos vor sich hin.
Kein Wunder verliess Drehbuchautor Tom Mankiewicz aufgrund „künstlerischer Differenzen“ schon nach kurzer Zeit den Film.

Ebenfalls teils sehr schlecht sind die Schauspielleistung.
Moore agiert äusserst farblos und spielt sich von Szene zu Szene durch den Film. Das es sich dabei um einen Geheimagenten handeln könnte wird nicht wirklich klar.
Allein die Szene in der er sich von zwei Schulmädchen helfen lassen muss spricht für sich.

Maud Adams gibt sich zwar Mühe, fällt jedoch nicht sonders auf, während dies Britt Ekland umso mehr tut. Allerdings nicht sonders positiv.
Mary Goodnight ist das mit Abstand nervigste und dämmlichste Bondgirl der Franchise; Wie bitte soll so jemand es zur MI6-Agentin schaffen????

Schauspielerisch wird der Film ganz klar von Christopher Lee getragen.
Er verleiht der Figur des Scaramangas Klasse und Charisma, und macht ihn zu einer Art „Anti-Bond“, für welchen man gar noch Sympathien entwickelt.
Einer der Besten Bond-Villains ever, und klar der beste der Moore-Ära.

Ebenfalls zu überzeugen vermag der kleinwüchsige Hervé Villechaize als Nick Nack.
Er steht in bester Tradition von äusserst interessanten Henchmens der Guy Hamilton- Filme.

Tempotechnisch kann man dem Film nichts vorwerfen, die Actionsszenen sind gut.
Der Stunt mit dem AMC Hornet ist genial, und gehört für mich zu den Besten Autostunts der Filmgeschichte.

Der halsbrecherische Sprung mit dem AMC Hornet.

Der halsbrecherische Sprung mit dem AMC Hornet.

Auch die exotischen Locations des Filmes, insbesondere Scaramangas Insel, aber auch das MI6-Headquarter an Bord der halb gesunkenen Qeen Elizabeth, sind genial.

Der Soundtrack, in dem Barry erneut regionale Klangmuster verwendet, gehört villeicht nicht zu seinen besten Arbeiten, ist aber sicher ganz solide.

Eine langweilige Story, ein James Bond der so eher in eine Persiflage gepasst hätte und das doofste Bondgirl ever.

Trotz grossartiger Locations in Südostasien und einem der besten Bondbösewichte kann der Film nicht wirklich punkten.

Dank Christopher Lee’s Engagement gebe ich dem Film grosszügigerweise:

3 von 5 Goldenen Kugeln


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2 Antworten zu The Man With The Golden Gun

  1. Owley schreibt:

    „Wie bitte soll so jemand es zur MI6-Agentin schaffen????“ Meine Rede, meine Rede.
    Zu Christopher Lee – findest du ihn besser als Christopher Walken? Jetzt würde ich aber aufpassen, Freundchen. 😉

  2. Mr. Nick schreibt:

    Ja aber bitte!!!! Obwohl Walken gleich dahinter aufschliesst (bei den Moore- Villains)..

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