The Spy Who Loved Me

Zum dritten Mal spielte Roger Moore 007. „The Spy Who Loved Me“ sollte zu seinem bekanntesten, und populärsten Bondfilm werden.

Uraufführung: 7.07.1977
Regie: Lewis Gilbert
Darsteller: Roger Moore, Barbara Bach, Curd Jürgens u.a…

Story:
Nachdem zwei Atom-U-Boote, ein sovjetisches und ein britisches, spurlos verschwinden, setzen KGB -Chef General Gogol (Walter Gotell) und MI6-Boss M (Bernard Lee) ihre beiden besten Agenten, James Bond – 007 (Roger Moore) und Anja Amasowa (Barbara Bach), genannt Tiple X, auf den Fall an.

James Bond - 007 (Roger Moore) und Anya Amastova - TrippleX (Barbara Bach)

James Bond – 007 (Roger Moore) und Anya Amastova – TrippleX (Barbara Bach)

Auf der Suche nach einem Mikrofilm, der entscheidende Hinweise enthalten können, kommen sich die zwei Spione in Kairo erstmals in die Quere.
Doch das ist nur das kleinere Übel, denn der 2-Meter-Hühne Jaws (Richard Kiel), Berufskiller mit Eisengebiss, ist den beiden dicht auf den Fersen.

Mit Jaws (Richard Kiel) ist nicht zu spassen.

Mit Jaws (Richard Kiel) ist nicht zu spassen.

Die Geheimdienste der beiden Länder haben mittlerweile beschlossen enger zusammenzuarbeiten, wodurch Anja und Bond den Fall nun gemeinsam lösen müssen. Die Auswertung des Mikrofilms führt das Team nach Sardinien, wo sie auf den Reeder Carl Stromberg (Curd Jürgens) treffen, der in seiner Unterwasserfestung „Atlantis“ haust, klassische Musik hört, und von einer besseren, ausschliesslich von Meeren bedeckten Welt täumt.

Carl Stromberg (Curd Jürgens)

Carl Stromberg (Curd Jürgens)

Schnell wird klar dass sich hinter Strombergs weltgewandter Fassade ein psychophatischer Geist verbirgt, der alles daran setzt seine Pläne in Tat umzusetzten, und wenn dazu ein dritter Weltkrieg nötig ist. Das Ziel ist es also nun, ihn und sein gesamtes Imperium binnen kürzester Frist auszuschalten.

Strombergs Festung "Atlantis"

Strombergs Festung „Atlantis“

Alledings gesellt sich ein weiteres Problem dazu, Anja hat herausgefunden, dass Bond während eines früheren Einsatzes, ihren Geliebten erschossen hat, und sinnt nun auf Rache an 007.

Trivia:
Nach beendigung von „The Man With The Golden Gun“, verliess Produzent Harry Saltzman die „Bondfamilie“, und stiess seine Aktienanteile an der Produktionsfirma EON-Productions ab.
Albert R. Broccoli stand nun nicht nur als alleiniger Herr über die Bondfilme da, aufgrund der verhaltenen Reaktionen und des schlechten Einspielergebnisses von „The Man With The Golden Gun“, war nicht sicher ob es überhaupt noch weitere Bondabenteuer geben würde.

Doch Cubby Broccoli wollte es allen beweisen.
Als erstes wurde Regisseur Guy Hamilton ersetzt. Sein Nachfolger war kein geringerer als Lewis Gilbert, Regisseur von „You Only Live Twice“.

Bei der Stoffsuche wurde es schwieriger, den vom gewählten „The Spy Who Loved Me“, einer Kurzgeschichte Flemings, durfte aufgrund einer Verfügung des Autors bloss der Titel verwendet werden.
So veranstaltete man eine Art Schreibwettbewerb, um die beste Story. Unter den beteiligten Autoren befanden sich einige illustre Schriftsteller, zum Beispiel Anthony Burgess Drehbuchautor von „A Clockwork Orange“. Schliesslich machte der junge Amerikaner Christopher Wood das Rennen, und verfasste gemeinsam mit Richard Maibaum das Drehbuch.

Die ursprüngliche Idee, die Verbrecherorganisation SPECTRE und Blofeld wieder zu benutzen, musste jedoch fallen gelassen werden, da Kevin McClory Mit-Autor von „Thunderball“ die Alleinrechte an diesen Figuren besass, und nicht bereit war diese abzugeben.

Productions-Designer Ken Adam kehrte erneut zur Serie zurück, und errichtete mit seinen Sets zu Strombergs Unterwasserfestung und dessen Supertanker die grössten Filmbühnen zu diesem Zeitpunkt.
Das Innere des Tankers war so gross und komplex auszuleuchten, dass dafür eigens eine eigene Studiohalle errichtet werden musste. Adams liess sich dafür von einem guten Freund und Regisseur beraten: Stanley Kubrick.

Das innere des Tankers "Liparus"

Das innere des Tankers „Liparus“

Als Kameramann engagierte man, nach Ted Moores Abgang aus der Reihe, den Franzosen Claude Renoire, ein Urenkel des berühmten Malers, während John Glen, Cutter bei „On Her Majesty’s Secret Service“, erneut den Schnitt übernahm.

Roger Moore spielte zum dritten Mal die Rolle des 007. Der Grundcast M (Bernard Lee), Moneypenny (Lois Maxwell) und Q (Desmond Llewelyn) waren erneut mit von Bord.
Neu dazu kamen der Charakter des Verteidigungministers Frederick Gray (Geoffrey Keen) und der KGB-Chef General Gogol gespielt von Walter Gotell, als wiederkehrende Figuren. Der deutschstämmige Gotell war bereits in „From Russia With Love“ dabei, allerdings als schurkischer SPECTRE-Agent.

KGB-Chef General Gogol (Walter Gotell)

KGB-Chef General Gogol (Walter Gotell)

Der zweite Deutsche im Film, war Curd Jürgens, der Carl Stromberg spielte. Für den Henchman Jaws, eines der wenigen Überbleibsel aus Fleming’s Story, gespielt von Richard Kiel, war unter anderem auch Darth Vader- Darsteller David Prowse im Gespräch.

Die Rolle des Bondgirls bekam Barbara Bach, die spätere Lebensgefährtin von Ex-Beatles Ringo Starr, während  Hammer-Horror-Veteranin Caroline Munro den Part von Strombergs Assistentin Naomi spielte.

In einer kleinen Nebenrolle als britischer Flottenadmiral, trat Robert Brown auf, der 6 Jahre später M spielen sollte.
Michael G. Wilson, Broccoli’s Stiefsohn und späterer Co-Produzent trat zum zweiten Mal nach „Goldfinger“ in einer kleinen Cameo-Rolle auf, und läutete damit eine Tradition ein, die er seither ungebrochen aufrechterhält.
Ebenfalls ein kleiner Cameo hatte Charles Grey (Blofeld in „Diamonds Are Forever“) der hier als Sprecher bei den Pyramiden zu hören ist.

Die Musik stammte, da John Barry mal wieder unpässlich war, von dem amerikanischen Komponisten und Oscarpreisträger Marvin Hamlisch („The Sting“).
Während der Soundtrack stark vom Disco-Sound der Bee Gees inspiriert war, war der pianolastige Titelsong eine Remisenz an Klavierstücke W.A. Mozarts, dessen Originalstücke auch im Film verwendet wurden.
Da der Name des Films sich nicht für einen Songtitel eignete, verwendete man, zum erstenmal in der Franchise, einen eigenen Songname. „Nobody Does It Better“ wurde von Hamlisch und seiner Freundin Carole Bayer Sager gemeinsam komponiert und der Sängerin Carly Simon gesungen. Der Song wurde, wie auch der restliche Score, für einen Oscar nominiert.

Gedreht wurde auf Sardinien, in England, Kanada, und natürlich den Pinewood Studios. Mit Ägypten kam erstmals ein afrikanischer Drehort zum Zuge, während ein Grossteil der Szenen auf und im Wasser auf den Bahamas gedreht wurde.

Nachdem Bond in der Connery-Ära hauptsächlch Aston Martin fuhr, bekam er hier mit dem Lotus Esprit erstmals einen Wagen der britischen Traditionsmarke Lotus. Das Modell das 007 hier fährt, ist natürlich wieder mit allerhand Gadgets ausgestattet, und ist gar unterwassertauglich. In Anlehnung an den Mini-Helikopter „Little Nellie“ aus „You Only Live Twice“, gab man dem Lotus den Namen „Wet Nellie“.

Fazit:
Nach drei eher schwächeren Bondfilmen unter Ägide von Guy Hamilton, wollte man mit Lewis Gilbert wieder zu alter Grösse zurückfinden. Der Film ist allerdings über weite Strecken ein Remake von Lewis Erstling „You Only Live Twice“; U-Boote anstatt Raketen, Supertanker anstatt Vulkankrater, Wet Nellie anstatt Little Nellie, Stromberg anstatt Blofeld, Caroline Munro anstatt Karin Dor; die Liste liesse sich endloss weiterführen.

Doch man soll den Film nicht als „Abklatsch“ abschreiben. Denn wenn auch, mir zumindest, das „Original“ in Punkto Originalität und Schauspielerleistung, wesentlich besser gefällt, so ist „The Spy Who Loved Me“ doch ganz gelungen.

Bereits die Pre-Title Sequenz mit der atemberaubenden Skiverfolgungsjagd (by Willi Bogner…) und dem anschliessenden Sprung ab der Felswand ist schlicht genial.
Ägypten als Location des Films, ist wunderbar in Szene gesetzt, was nicht zuletzt Verdienst von Kameramann Renoir ist, und Adam’s Sets mal wieder grossartig.

Der Skistunt zu Beginn des Films

Der Skistunt zu Beginn des Films

Schauspielerisch ist vorallem Barbara Bach herauszuheben, die das beste Bondgirl seit Diana Rigg, und mit Abstand das beste Girl der Siebziger-Jahre darstellt.
Roger Moore spielt zwar wesentlich besser, da auch ernsthafter, als in den vorgehenden Filmen, dennoch vermag er auch hier nicht hundertprozentig zu überzeugen.

Curd Jürgens als Stromberg spielt zwar sehr gut, allerdings gibt die Rolle nicht allzuviel her, und so bleibt er als eher blasser und langweiliger Villain im Gedächtniss.
Anders verhält es sich mit Jaws. Wenn auch seine Auftritte häufig ins komische abdriften, so hinterlässt er durch seine blosse körperliche Präsenz einen bleibenden Eindruck.
Wohl aus diesem Grund liess man ihn am Ende des Filmes überleben, um ihn bereits in „Moonraker“ wieder auf Bond loszulassen.

Allerdigs gibt es auch hier einige negative Dinge hervorzuheben. So ist das Ende zwischen Anja und Bond eher unglaubhaft.
Auch der Soundtrack vermag mich nicht vollends zu überzeugen. Zwar gibt es nebst dem Titelsong einige starke Stücke, wie beispielsweise die Disco-Version des Bond-Themes, oder das Tanker-Motiv, meist bleibt der Soundtrack jedoch durchschnittlich. Das Einspielen des „Lawrence of Arabia“- Themes in der Wüste beispielsweise ist unnötig, und dass viele Actionsequenzen ohne jegliche musikalische Untermalung belassen wurden, wirkt seltsam.

Ein solider Bondfilm, der zwar einige kleinere Schwächen aufweist, im Vergleich mit den Vorgängern jedoch sehr gut abschneidet. Der mit Abstand beste Bondfilm der siebziger Jahre.

4 von 5 Stahlgebissen

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