Moonraker

Nach dem epischen „The Spy Who Loved Me“ wollte man mit „Moonraker“ ein noch grösseres Bondabenteuer schaffen.

Uraufführung: 26.06.1979
Regie: Lewis Gilbert
Darsteller:Roger Moore, Lois Chiles, Michael Lonsdale, Bernard Lee, u.a…

Story:
Nachdem der britischen Regierung ein Space Shuttle namens „Moonraker“ gestohlen wurde, setzt Geheimdienstchef M (Bernard Lee) seinen besten Agenten, James Bond – 007 (Roger Moore) auf den Fall an.
Bond reist nach Kalifornien zum Hauptsitz des exzentrischen Milliardärs Hugo Drax (Michael Lonsdale), dem Erbauer des Shuttles.

Sir Hugo Drax (Michael Lonsdale)

Sir Hugo Drax (Michael Lonsdale)

Auf Drax‘ luxeriösem Anwesen, einem originalgetreuen Nachbau eines französischen Jagdschlosses, macht Bond bekanntschaft mit der Pilotin Corinne Doufour (Corinne Clery), welche ihm Geheimpläne aus dem Safe ihres Chefs zukommen lässt.

Dieser lässt Corinne den „Verrat“ mit ihrem Leben bezahlen, während Bond, den Plänen folgend nach Venedig aufbricht.
Dort trifft er auf ein Geheimlabor, in welchem Drax ein hochtoxisches Gas herstellen lässt.

Der Milliardär hingegen, ein guter Freund des britischen Verteidigungministers Gray (Geoffrey Keens), erwirkt dass Bond vom Fall abgezogen wird.

James Bond erlebt ein Abenteuer in Rio.

James Bond erlebt ein Abenteuer in Rio.

Undercover reist Bond allerdings mit der CIA-Agentin Holly Goodhead (Lois Chiles) nach Rio de Janeiro, wo er auf einen alten Bekannten stösst: Jaws (Richard Kiel)!
Dieser arbeitet nun für Drax als Killer.
Das hindert Holly und Bond jedoch nicht daran, sich weiter an Drax’s Fersen zu heften.

Jaws (Richard Kiel) - Back in Action

Jaws (Richard Kiel) – Back in Action

Die Jagd führt die beiden Agenten bis in den Weltraum, wo Hugo Drax in einer geheimmen Weltraumstation von einer neuen Weltordnung mit perfekten Menschen träumt, und den Genozid der restlichen Menschheit plant. Die Zeit läuft mal wieder gegen 007, doch in letzter Minute kommt Hilfe, von ungeahnter Seite…

Dr. Holly Goodhead (Lois Chiles) und James Bond (Roger Moore)

Dr. Holly Goodhead (Lois Chiles) und James Bond (Roger Moore)

Trivia:
„The Spy Who Loved Me“ war der erste Bondfilm der nicht von Beginn weg auf Platz eins der Kinocharts landete. Grund dafür war der zur selben Zeit anlaufende „Star Wars“.
George Lucas‘ Film löste bekanntlich eine Sci-Fi-Welle aus, von der Produzent Cubby Broccoli profitieren wollte, solange das Eisen noch heiss war.

So wurde der geplante „For Your Eyes Only“ zugunsten von „Moonraker“ verschoben. Der gleichnamige Roman Ian Flemings hatte zwar nichts mit Sci-Fiction zu tun, bot sich jedoch aufgrund des Titels geradezu für diese Thematik an.
So hatte das Drehbuch aus der Feder von Cristopher Wood nur noch wenig mit dem Roman zu tun.

Regie führte abermals Lewis Gilbert, während Ken Adams erneut als Production Designer fungierte, und mit Drax‘ gewaltiger Raumstation eine der grössten Filmkulissen Frankreichs schuf.
Für beide war es der letzte Bondfilm.

Drax' gigantische Weltraumstation

Drax‘ gigantische Weltraumstation

Erneut kehrte John Barry als Komponist zurück.
Zusammen mit Hal David schrieb er den gleichnamigen Titelsong, welcher zum dritten Mal von Shirley Bassey gesungen wurde.

Der Film wurde nebst Locations in England, Guatemala, den USA, Rio de Janeiro und Venedig zu einem Grossteil in Frankreich gedreht.
Als Ergebniss dieser Englisch-Französischen Koproduktion, wurden vor und hinter der Kamera jede Menge französische Filmemacher und SchauspielerInnen engagiert.

Nebst Roger Moore als Bond waren auch die „üblichen Verdächtigen „, Moneypenny (Lois Maxwell), Q (Desmond Llewelyn), General Gogol (Walter Gotell), Verteidigungsminister Frederick Gray (Geoffrey Keens) und M (Bernard Lee) wieder mit an Bord.
Für Lee war es der letzte Auftritt als M. Kurz nach der Premiere des Films verstarb er.
Mit 11 Auftritten als Bonds Chef, ist er der M-Darsteller mit den meisten Filmen der Franchise.

Bernard Lee's letzter Auftritt als M

Bernard Lee’s letzter Auftritt als M

Ebenfalls zurück, kehrte Richard Kiel als Jaws.
Für die Rolle von Hugo Drax war zuerst James Manson („North By Northwest“, „Lolita“) vorgesehen. Aufgrund der Koporoduktion mit Frankreich gab man schliesslich dem Franzosen Michael Lonsdale („Der Name der Rose“,“Ronin“) den Vorteil.

Auch aus Frankreich stammte Corinne Clery, die die Pilotin Corinne Dufour spielte. Als Holly Goodhead castete man die Amerikanerin Lois Chiles, die bereits bei „The Spy Who Loved Me“ als Anya Amasova im Gespräch war.

In einer kleinen Statistenrolle war Melinda Maxwell, Tochter von Moneypenny -Darstellerin Lois Maxwell zu sehen.

Fazit:
Bei „Moonraker“ wurde ein Grossteil von Cast und Crew aus „The Spy Who Loved Me“ wieder an Bord geholt.
Selbst die Story wirkt über weite Stellen des Films wie ein Remake des Vorgängers (was dieser selbst ja auch war…).
Space Shuttles statt U-Boote, CIA-Agentin statt KGB-Spionin, Raumstation statt Unterwasserfestung, Hugo Drax statt Carl Stromberg (man achte auf die Kleiderwahl)… Was bei „The Spy Who Loved Me“ noch bestens funktionierte, geht hier gehörig in die Hose.

Denn die Story wirkt nicht nur abgenutzt, nein auch inhaltlich wird masslos übertrieben. Weltraumschlachten und Laserkanonen mögen in Star Wars Pflicht sein, in einem Agententhriller passt das nunmal nicht.

Doch nicht nur inhaltlich schwächelt der Film, auch schauspielerisch floppt er auf ganzer Ebene. Roger Moore gibt eine seiner schwächsten Performances, während Michael Lonsdale einen total lächerlichen Villain abgibt.
Er gilt als Begründer meiner (nach ihm benannten) „Lonsdalschen Formel“ :
Franzose = Bondvillain = No Go

Henchman Jaws wirkt in der Openingscene noch bedrohlich, mit zunehmender Dauer jedoch immer lächerlich, bis er zuletzt zu einem Comic-Relif degradierd wird.
Die Bondgirls sind austauschbar und von durchschnittlicher Qualität, und bleiben nicht lange in Erinnerung.

Positiv herauszuheben sind sicherlich die Sets von Ken Adams. Auch der Soundtrack von Barry, der hier mehrheitlich sanfte Klänge anspielt ist sehr gelungen.
Der Titelsong von Shirley Bassey ist sehr schön, auch wenn mir persönlich „Goldfinger“ und „Diamonds Are Forever“ besser gefallen haben.

Last but not least noch zu erwähnen wäre die Pre-Title-Sequenz, die mit nur einem Wort zu beschreiben ist: Atemberaubend.

Leider reichen diese Dinge nicht aus, den Film anzuheben, der damit der schwächste Bondfilm der Moore-Ära bleibt. Ein müdes Remake des Vorgängers, vollgestopft mit Sci-Fi und Gadgets, das mit Ian Flemings Vorlage rein gar nichts mehr gemein hat.

2 von 5 Laserkanonen

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Eine Antwort zu Moonraker

  1. Owley schreibt:

    Habe heute gerade einen Film mit Richard Kiel (Tangled) geschaut – finde ihn hier aber cooler. Als einziger Pluspunkt, muss ich sagen.

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