A View To A Kill

Bereits zu Drehbeginn von „A View To A Kill“, war klar, dass dies der letzte Auftritt von Roger Moore in der Rolle von 007 sein würde.
Kam er mit 58 Jahren dem Pensionsalter doch bedenklich näher.

Uraufführung: 22.5.1985
Regie: John Glen
Darsteller: Roger Moore, Christopher Walken, Grace Jones, Tanya Roberts, Patrick Macnee u.a…

Story:
Bei einer Mission in Sibirien, kommt James Bond-007 (Roger Moore) in Besitz eines Mikrochips des KGBs.
Brisant: beim Hersteller handelt es sich um den amerikanischen Grossindustriellen Max Zorin (Christopher Walken).

Bond wird auf Zorin angesetzt, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Als Pferdeliebhaber getarnt, macht er sich gemeinsam mit dem MI6-Mann Sir Geoffrey Tibbet (Patrick Macnee)
nach Frankreich auf, wo sich Zorins luxeriöses Pferdegestüt befindet.

Moneypenny (Lois Maxwell), Bond (Roger Moore), Q (Desmond Llewelyn) und Sir Geoffrey Tibbett (Patrick Macnee) am Pferderennen.

Moneypenny (Lois Maxwell), Bond (Roger Moore), Q (Desmond Llewelyn) und Sir Geoffrey Tibbett (Patrick Macnee) am Pferderennen.

Dort trifft er nicht nur auf May Day (Grace Jones), die amazonenhafte Leibwächterin und Geliebte Zorins, sondern auch auf dessen Arzt, Dr. Carl Mortimer (Willoughby Gray).

Der Industrielle Max Zorin (Christopher Walken) und May Day (Grace Jones)

Der Industrielle Max Zorin (Christopher Walken) und May Day (Grace Jones)

Bond findet heraus, dass Mortimer, Zorins Pferde mithilfe nicht nachweisbarer Stereoiden dopt.
Es sind allerdings nicht Dr. Mortimerrs erste Versuche am menschlichen Objekt.
Dem ehemaligen KZ-Arzt gelang es einst, Kinder mit einem aussergewöhnlich hohen IQ, dafür aber einem groben psychischen Schaden, zu „züchten“. Ergebnisse dieser Experimente waren unter anderem Zorin und May Day

Der Alt-Nazi Dr.Carl Mortimer (Willoughby Gray)

Der Alt-Nazi Dr.Carl Mortimer (Willoughby Gray)

007 erkennt zudem, dass das luxeriöse Gestüt nur Tarnung für eine Produktionsstätte von Mikrochips ist.

Zorins Luftschiff

Zorins Luftschiff

Denn Zorin plant das, im Sillicon Valley beheimatete, Mikrochip-Technologie-Kartell zu entmachten. Für diesen Plan geht er nicht bloss über Leichen, sondern plant auch gleich, halb San Francisco zu überschwemmen.

Geologin Stacey Sutton (Tracey Roberts)

Geologin Stacey Sutton (Tracey Roberts)

Doch Bond setzt, gemeinsam mit der Geologin Stacey Stutton (Tanya Roberts), alles daran den Psychophaten zu stoppen.

Trivia:
Der Titel basiert auf „From A View To A Kill“, einer Kurzgeschichte Flemings.
Allerdings wurde bis auf den Handlungsort Paris, nichts aus der Originalgeschichte verwendet. Stattdessen schrieben die Drehbuchautoren Richard Maibaum und Michael G. Wilson eine komplett neue Story

Wilson wurde in diesem Film zudem befördert, und zwar zum Co-Produzenten an der Seite seines Stiefvaters Albert R. Broccoli. Den Posten hat er seither ununterbrochen inne.

Regie führte erneut John Glen.
John Barry schrieb wiederum die Musik.
Es war das erste Mal seit „On Her Majesty’s Secret Service“ und „Diamonds Are Forever“, dass er wieder Musik zu zwei auffeinanderfolgende Bond-Filme komponierte. Den Titelsong schrieb Barry gemeinsam mit der Pop-Band „Duran Duran“, welche ihn auch gleich selbst intonierten. Der Song erreichte auf Anhieb Platz 1 in den US-Charts und Platz 2 in der britischen Hitparade.

Roger Moore spielte zum letzten Mal James Bond.
Es war sein insgesamt siebter Bondfilm, was den (offiziellen) Bond-Rekord, punkto Anzahl Filme darstellt.
Mit 58 Jahren mimmte er 007 in einem so hohen Alter wie kein Bond-Darsteller vor und nach ihm.

Erneut an seiner Seite zu sehen waren Robert Brown als M, Desmond Llewelyn als Q, Geoffrey Keens als Minister Gray, Walter Gotell in der Rolle General Gogols und Lois Maxwell als Miss Monneypenny.
Für die Kanadierin Maxwell war es ebenfalls der lezte Auftritt innerhalb der Bond-Franchise. Sie spielte in insgesamt 14 Bondfilmen mit, und das ohne einen einzigen Unterbruch.

Q (Desmond Llewelyn) erklärt Bond (Roger Moore), Verteidigungsminister Gray (Geoffrey Keen) und M (Robert Brown) die Mikrotechnologie

Q (Desmond Llewelyn) erklärt Bond (Roger Moore), Verteidigungsminister Gray (Geoffrey Keen) und M (Robert Brown) die Mikrotechnologie

Als Bonds Helfer Sir Geoffrey Tibbet, kam Patrick Macnee zum Zuge. Der „The Avengers“-Serienstar hatte mit Honor Blackmann und Diana Rigg gleich zwei weibliche Co-Stars an James Bond „verloren“.

Für die Rolle des Zorin waren zuerst Sting, und David Bowie vorgesehen ehe Christopher Walken („The Deer Hunter“) den Part erhielt.
Mit ihm spielte erstmals ein Oscarpreisträger in einem Bond-Film mit. Die Rolle seiner Partnerin May Day ging an die Sängerin Grace Jones.

„Charlies Angels“-Star Tanya Roberts bekam die Rolle der Stacey auf Drängen von Produzent Broccoli persönlich.

In kleinen Nebenrollen sind unter anderem Dolph Lundgren und „Octopussy“-Maud Adams zu sehen.

Gedreht wurde in Paris, San Francisco, und den englischen Pinewood-Studios.
Die Ski- / Snowboardszene zu Beginn des Films entstand unter der Ägide von Willy Bogner in Island und der Schweiz, namentlich dem Piz Palü.

Fazit:
Nachdem mit „For Your Eyes Only“ neue Hoffnungen geweckt wurden, man „Octopussy“ noch als Ausrutscher abtat, folgt nun die totale Ernüchterung.

Der Film versucht ein junges Publikum zu erreichen, wirkt dabei aber krampfhaft und gar bemüht.

Die Story ist eine Art Neuauflage von „Goldfinger“, wohl mit dem Ziel, an dessen Erfolg heranzukommen. Allerdings ist man weit davon entfernt, bietet die Geschichte doch nur wenig neues.
Anstatt Fort Knox steht hier nun Sillicon Valley, Zentrum des aufblühenden Computerzeitalters, im Mittelpunkt des Geschehens.

Anstelle exotischer Locations sind nun Städte bzw. Wahrzeichen wie der Pariser Eiffelturm und die Golden Gate Bridge in San Francisco gerückt.

Der grösste Schwachpunkt des Films liegt allerdings beim Hauptdarsteller.
Roger Moore wirkt zu alt um die Rolle des britischen Geheimagenten, der sich atemberaubende Verfolgungsjagten und Duelle liefert, glaubhaft zu verkörpern. Er ist die unpassenste Bondbesetzung aller Filme.

Auch Tanya Roberts als Geologin Stacey ist eine unglaubhaft.
Von Notsituation zu Notsituation stolpernd und ständig nur am schreien; da hätte sie wohl besser in einen Horrorfilm gepasst.

Ganz anders hingegen die Bösewichter des Films.
Christopher Walken als grössenwahnsinniger Psycho spielt schlicht umwerfend, und wird von Grace Jones perfekt ergänzt.
Ebenfalls viel Freude macht es Patrick Macnee als „very britischer“ Chauffeur, mit zugehörigem Rolls Royce, zuzusehen.

Der Soundtrack von Barry gehört ebenfalls zu den Pluspunkten des Films. Das „Snow Job“-Thema beispielsweise ist grossartig.
Und erst der Titelsong; Duran Duran liefern das beste Titeltheme seit „Live And Let Die“ ab.
Einziger Wehmutstropfen in Sachen Musik ist die eher speziell anmutende Einspielung von „California Girls“ der Beach Boys, während der Eröffnungsszene.

Eine langweilige, nichtssagende Story, in der ein altersmüder Roger Moore einem grossartigen Christopher Walken gegenüber steht. Nur Walkens Schauspielkunst rettet den Film vor dem Totalabsturz.

3 von 5 Mikrochips

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