Licence To Kill

Mit „Licence To Kill“ spielte Timothy Dalton zum zweiten und letzten Mal James Bond.
Es war auch für ein Grossteil der Crew der letzte Bondstreifen.

Uraufführung:
13.06.1989
Regie: John Glen
Darsteller: Timothy Dalton, Robert Davi, Carey Lowell, Benicio Del Toro, u.a…

Story:
James Bond (Timothy Dalton) und sein Freund, CIA-Agent Felix Leiter (David Hedison),
nehmen in einer spektakulären Aktion, den Drogenboss Franz Sanchez (Robert Davi) fest.
Die Zeit drängt, denn Felix Leiter hat noch einen Termin in der Kirche; er heiratet.

James Bond (Timothy Dalton l.) gratuliert Felix und Della Leiter zur Hochzeit

James Bond (Timothy Dalton l.) gratuliert Felix und Della Leiter zur Hochzeit

Sanchez gelingt unterdessen die Flucht.
Gemeinsam mit seinem brutalen Helfer Dario (Benicio Del Toro) geht er zu Leiters Haus, bringt dessen Ehefrau um, und verstümmelt den CIA-Mann schwer.
James Bond der kurze Zeit später am Tatort eintrifft, schwört Rache für seinen Freund.

Sanchez (Robert Davi) und sein Henchman Dario (Benicio Del Toro) v.l.n.r

Sanchez (Robert Davi) und sein Henchman Dario (Benicio Del Toro) v.l.n.r

Bonds Boss, MI6-Chef M (Robert Brown) missfällt dessen Aktion und er bestellt ihn zu einer Aussprache.
Da Bond keinerlei Einsicht zeigt, erzieht er ihm die Lizenz zum Töten, wie auch den Doppelnull-Status.

Der verräterische Milton Krest (Anthony Zerbe)

Der verräterische Milton Krest (Anthony Zerbe)

Doch dieser türmt kurzerhand und ermittelt kurzerhand auf eigene Faust.
Die Spur führt zunächst zum Reedereiunternehmer Milton Krest (Anthony Zerbe) der mit seinem Schiff für Sanchez als internationaler Drogenkurier arbeitet.
Auf der Jacht trifft Bond auch zum ersten Mal Lupe Lamora (Talisa Soto), Sanchez‘ Freundin.

CIA-Agentin Pam Bouvier (Carey Lowell) unterstützt Bond tatkräftig

CIA-Agentin Pam Bouvier (Carey Lowell) unterstützt Bond tatkräftig

Mittels einer Computerdatei in Leiters Büro, stösst er zudem auf die CIA-Pilotin Pam Bouvier (Carey Lowell), die
ihn fortan unterstüzt.
Unterstüzung erhält er zudem auch von unerwarteter Seite. Kein geringerer, als der MI6-Waffenmeister Q (Desmond Llewelyn),
stellt ihm nicht nur seine Gadgets zu Verfügung, sondern steht im auch tatkräftig zur Seite.

Q (Desmond Llewelyn) steht Bond väterlich zur Seite

Q (Desmond Llewelyn) steht Bond väterlich zur Seite

In Isthmus City, wo Sanchez seine Villa stehen hat, und seine Geschäfte leitet, versucht Bond zum ersten Mal den Drogenboss zu eliminieren.
Der Versuch scheitert zwar, er bringt Bond aber auch in Sanchez Nähe, und er gewinnt zudem dessen Vertrauen.
Er nutzt die Chance, die Organisation des Drogenbosses zu infiltrieren, und Sanchez gegen seine eigenen Männer aufzuwiegeln.

Sanchez' luxeriöse Villa

Sanchez‘ luxeriöse Villa

Trivia:
In den späten achtziger Jahren erfreuten sich Actionstreifen wie „Die-Hard“, „Leathal Weapon“ oder „Rambo“, Filme in denen ein einzelner Held, mit blossem Körpereinsatz und Verstand ganze Horden Bösewichter zur Strecke bringt, grösster Beliebtheit.
Albert R. Broccoli war dies nicht entgangen, und er beschloss Bond in ein ähnliches Abenteuer zu setzten.

Dafür kreierte man, zum ersten Mal im Laufe der Franchise, eine von Ian Fleming unabhängige Geschichte mit eigenen Titel.
Dieser sollte zuerst „Licence Revoked“ lauten, man entschied sich jedoch kurz vor Veröffentlichung des Films für „Licence To Kill“.
Das Drehbuch, erneut von Richard Maibaum und Michael G. Wilson geschrieben, enthielt jedoch Elemente aus „Live And Let Die“, und „The Hildebrand Rariety“.

Für Drehbuchautor Maibaum, der seit „Dr No“ fast alle Scripts der Reihe verfasste, war es der letzte Bondfilm.
Ebenfalls zum lezten Mal mit von der Partie, war Titel-Designer Maurice Binder, der bis auf „From Russia With Love“ und „Goldfinger“ sämtliche Titelvorspanne gestaltet hatte. Maibaum und auch Binder, starben beide 1991.

John Glen sass ebenfalls zum letzten Mal auf dem Regiestuhl der Bond-Franchise.

Auch Darstellerisch gab es einige Dernieren zu verbuchen.
Nebst Hauptdarsteller Dalton, war es auch für Miss Moneypenny Caroline Bliss und M-Darsteller Robert Brown der lezte Film.
Die Rolle des Felix Leiters wurde von David Hedison gespielt, der den CIA-Mann bereits in „Live And Let Die“ spielte.
Hedison ist der erste Schauspieler der Leiter zweimal verkörperte.
Die Figur kam allerdings, Handlungsbedingt, bis zum Reboot der Serie mit „Casino Royale“ nicht mehr vor.

Drogenbaron Sanchez wurde von dem amerikanischen Schauspieler Robert Davi („Die Hard“) gespielt, während Benicio Del Toro („Traffic“) dessen Henchman
Dario verkörperte. Es war eine der ersten Rollen des späteren Oscargewinners Del Toro.

Lupe (Talisa Soto), Sanchez' Freundin

Lupe (Talisa Soto), Sanchez‘ Freundin

Carey Lowell („Sleepless In Seattle“) verkörperte Pam Bouvier, während Talisa Soto („Don Juan DeMarco“) Sanchez‘ Freundin Lupe spielte.
Robert Davi persönlich wählte Soto aus einer Handvoll Schauspielerinnen, die für die Rolle vorsprachen, aus.

In einer kleinen Nebenrolle als Diktator von Isthmus war zudem Pedro Armendáriz Jr. zu sehen, dessen Vater Pedro Armendáriz in „From Russia With Love“
Bonds Verbündeten Kerim Bey spielte.

Für den Soundtrack waren zunächst Eric Clapton und Vic Flick, Gitarrist des originalen James Bond Themes und weiterer John Barry-Soundtracks, im Gespräch.
Schliesslich bekam der amerikanische Komponist Michael Kamen („Leathal Weapon“, „Robin Hood- Prince of Thieves“) den Zuschlag.
Vic Flick steuerte seine Gitarrenklänge zum Score bei.
Das Titeltlied des Films wurde allerdings von Jeffrey Cohen; John Barry; Narada Michael Walden; Walter Afanasieff geschrieben,
und von der Soulsängerin Gladys Knight intoniert.

Ursprünglich war China als Drehort vorgesehen, aufgrund imensem bürokratischem Aufwand, entschloss man sich
allerdings für Mexiko.
Daneben wurde in den Florida und Key West gedreht. England kam als Drehort nur in einer winzigen Szene zum tragen.
Es ist der erste Film der Reihe, der nicht in den Pinewood-Studios abgedreht wurde.

Fazit:
Wie bereits erwähnt, versuchte man mit „Licence To Kill“ einen Actionfilm im Stile von „Dirty Harry“ oder „Die Hard“ zu drehen.
Die Klassischen Bondmotive wurden entweder umgekrempelt oder ganz weggelassen.
Was interessant klingen mag, erweist sich jedoch als herbe Enttäuschung.

Die Story ist im Ansatz ganz gelungen, und eine gewisse Reduktion aufs Wesentliche, sowie eine realitätsnahe Handlung, ist immer
begrüssenswert.

Doch hier wurde ein Flurschaden imensen Ausmasses angerichtet. Die James Bond-Filme leben von gewissen, wiederkehrenden Elementen, die sich über die Jahre angesammelt haben.
Durch das grossflächige Weglassen derselbigen, wird der Film von einem 007- zu einem 0815-Streifen.

An der Machart hingegen, ist nichts auszusetzen.
Im Gegenteil; der Film legt ein hohes Tempo an den Tag, und die Actionsequenzen sind, wie stets bei Glen, vom Feinsten.
Dazu kommt eine solide Kameraarbeit von Alec Mills, und Peter Lamonts üppige Ausstattung.

Einzig der Soundtrack vermag nicht allzu sehr überzeugen. Verglichen mit dem Score des Vorgängers „The Living Daylights“, Barrys letzter Bond-Arbeit, zieht er klar den kürzeren.
Der Titelsong von Gladys Knight ist ganz anständig, aber auch nicht viel mehr.

Wiederum durchs Band gelungen, sind ganz klar die Schauspielleistungen.
Timothy Dalton überzeugt wiederum als ein James Bond der sowohl ein harter Kämpfer, wie auch ein feinfühliger, nachdenklicher Agent
verkörpert.
Robert Davi ist als Gegenspieler schlicht genial. Durch und durch böse, zudem äusserst sadistisch veranlagt; so soll ein Bondvillain sein.
Er gilt bis heute als einer der blutrünstgsten Schurken der Franchise.
Benicio Del Toro als psychopatischer Henchman spielt ebenfalls sehr gut, und zeigt bereits welch Potential in ihm schlummert.

Auch die Bondgirls überzeugen. Carey Lowell spielt die toughe Pam auf Augenhöhe mit Bond und einer guten Portion Zynismus,
während Talisa Soto der Rolle der unterdrückten, schutzbedürftigen Lupe viel Tiefe zu verleihen mag.

Ganz gross ist schliesslich noch Desmond Llewelyn, der als Q hier seinen grössten Auftritt inerhalb der Serie, und eine Art Schlüsselposition inne hat.
Er ist nicht mehr länger der grummelige Waffenmeister des MI6, sondern steht Bond freunschaftlich und väterlich zur Seite.

Dem Film zeichnet sich durch eine interessante Grundidee, und grossartige Schauspielleistungen aus. Durch das konsequente Streichen der klassischen Elemente der Serie,
wird aus dem Film allerdings ein durchschnittlicher Actionstreifen in bester Steven Segal-, Arnold Schwarzenegger-, oder „wem auch immer“ -Manier.

3 von 5 Riesen-Leguanen
3 Stern

 

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