The Living Daylights

Nach über einem Jahrzehnt und sieben Filmen mit Roger Moore, war es 1986 Zeit für einen neuen 007.
In Timothy Dalton schien man den Richtigen  hierfür gefunden zu haben.

Uraufführung:
29.06.1986
Regie: John Glen
Darsteller: Timothy Dalton, Maryam D’Abo, Jeroen Krabbe, John Rhys-Davies u.a…

Story:
Bei einer Routineübung des MI6 auf Gibraltar, werden zwei Doppelnull-Agenten umgebracht. Dahinter scheint SMERSH, der radikale Arm des KGBs zu stecken.

Einige Zeit später erhält MI6-Agent James Bond – 007 (Timothy Dalton) den Auftrag, den russischen General Koskov (Jeroen Krabbé), der in den Westen überlaufen möchte, bei seiner Flucht zu unterstützen. In der Oper in Bratislava läuft die Aktion jedoch beinahe aus dem Ruder, als ein Heckenschütze versucht Koskov umzubringen. Der Schütze ist eine Sie; die Cellistin Kara Milovy (Maryam D’Abo). Bond; kurzzeitig von seinen Gefühlen übermannt, lässt sie laufen.

Miss Moneypenny (Caroline Bliss) und James Bond (Timothy Dalton)

Miss Moneypenny (Caroline Bliss) und James Bond (Timothy Dalton)

Koskovs Flucht indess, verläuft planmässig. Doch ein paar Tage später, bei einem Treffen zwischen MI6-Boss M (Robert Brown), KGB-Mann Koskov und dem britischen Verteidigungsminister Gray (Geoffrey Keen), auf dessen Landsitz, stürmt der Berufskiller Necros (Andreas Wisniewski),das Haus und entführt Koskov kurzerhand.

Der Verdacht liegt nahe, dass der KGB dahintersteckt und es auch eine Verbindung zur Aktion auf Gibraltar gibt.

Kara Milovy (Myriam d' Abo)

Kara Milovy (Myriam d‘ Abo)

Doch Bond reist, seinen Instinkten folgend erneut nach Bratislava, um dort die Cellistin Kara aufzusuchen. Er erfährt dass sie Koskovs Freundin ist, und sowohl das gescheiterte Attentat wie auch die Entführung fingiert sind. 007 und Kara flüchtn mit Bonds Aston Martin, in halsbrecherischen Weise nach Österreich.

Der Aston Martin Volante hat Sprengkraft

Der Aston Martin Volante hat Sprengkraft

Necros(Andreas Wisniewski), Brad Whitaker (Joe Don Baker) und General Koskov (Jeroen Krabbe) v.l.n.r

Necros(Andreas Wisniewski), Brad Whitaker (Joe Don Baker) und General Koskov (Jeroen Krabbe) v.l.n.r

Der General befindet sich indess in Tangier, im Haus seines Freundes, des skrupellosen Waffenschiebers Brad Whitaker (Joe Don Baker). Gemeinsam planen sie ein grossangelegten Coup, bei dem Waffen, Diamanten und Heroin im Spiel sind, und bei dem sowohl den Westen, als auch die UDSSR übers Ohr gehauen werden sollen.

Trivia:
Nach Roger Moores (längst überfälligem) Rücktritt als 007, entschlossen sich die Bond-Produzenten für einen, schauspielerischen, Neustart.
Der neue Bond sollte nicht nur jünger sein, sondern auch menschlicher wirken. In die Endauswahl kamen schliesslich drei Schauspieler; der Ire Pierce Brosnan, der Australier Sam Neil („Jurassic Parc“) und der walisische Theaterschauspieler Timothy Dalton.

Da Pierce Brosnan rechtlich an die Fernsehserie „Remington Steele“ gebunden war, und auch Sam Neil andere Verpflichtungen hatte, fiehl die Wahl schliesslich auf Timothy Dalton.
Dies war kein Zufall; war der Akteur doch bereits 1969 als Nachfolger Sean Connerys im Gespräch. Die Produzenten befanden ihn allerdings damals für zu jung, sodass George Lazenby den Part erhielt.

Nebst der Suche nach einem neuen Bond, galt es zudem erstmals die Rolle der Miss Moneypenny neu zu besetzten. Caroline Bliss trat schliesslich in die Fusstapfen der legendären Lois Maxwell.

Robert Brown gab zum dritten Male den MI6-Boss M, während Geoffrey Keen den britischen Verteidigungsminister, und Walter Gotell General Gogol spielte.
Für Keen wie auch Gotell war es der letzte Auftritt.
Aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes von Walter Gotell, wurde sein Part umgeschrieben, und er trat nur in einem kleinen Cameo auf.
Stattdessen spielte John Rhys-Davies(„The Lord Of The Rings“-Trilogie) als General Pushkin, die für ihn vorgesehenen Szenen.

General Pushkin (John Rhys Davies) wird bedroht

General Pushkin (John Rhys Davies) wird bedroht

Erstmals seit „Live And Let Die“ kam die Figur des CIA-Agenten Felix Leiters wieder zum Einsatz. Den Part spielte diesesmal John Terry.

Das einzige Bondgirls des Films wurde von der Engländerin Maryam D’Abo gespielt. D’Abo sprach bereits 1985 für „A View To A Kill“ für eine Nebenrolle vor.

Der Holländer Jerome Krabbé („The Punisher“) spielte Bonds Gegenspieler Koskov, während Joe Don Baker („Cape Fear“) den amerikanischen Waffenschieber Whitaker spielte. Baker sollte später als CIA- Mann und Quasi-Nachfolger Felix Leiters, Jack Wade, noch zu zwei weiteren Bond-Auftritten kommen.

Mit der Verkörperung der Rolle des Killers Necros durch Andreas Wisniewski, wurde die Serie von deutschen Schurken -Darstellern fortgesetzt.

Regie führte, bereits zum vierten Mal in Folge, John Glen, während Komponist John Barry seine 12 und gleichzeitig auch letzte Mitarbeit an Bond absolvierte.
Als Art Dankeschön für seine Arbeit, durfte der Meister zum Schluss des Filmes vor der Kamera noch einmal den Taktstock schwingen; als Dirigent des Bratislava Orchestras.

John Barry's Cameo als Dirigent

John Barry’s Cameo als Dirigent

Der Titelsong schrieb die norwegische Popgruppe A-Ha gemeinsam mit Barry, und interpretierte ihn auch sogleich selbst. Zwei Weitere Songs die im Film zu hören sind wurden von The Pretenders beigesteuert.

Das Drehbuch das auf Ian Flemings gleichnamiger Kurzgeschichte basiert, wurde erneut von Richard Maibaum und dem Co-Produzenten Michael G.Wilson geschrieben.

Gedreht wurde in Marokko, Österreich, auf Gibraltar, in London und natürlich wieder in den Pinewood-Studios.

Fazit:
„The Living Daylights“ hätte enormes Potential gehabt, zu einem der besten Filme der Reihe zu werden. Leider gibt es Mängel, hauptsächlich schauspielerischer Natur, die dies zu verhindern wissen.

Die Story ist geradlinig und realitätsnah. Keine grössenwahnsinnige Superschurken, sondern einigermassen plausible Villains, und ein Bondgirl mit einer spannenden Backgroundstory, zeichnen die Geschichte aus.

Hinzu kommt ein zutiefst menschlicher Bond, der allerdings auch recht zupacken kann. Timothy Dalton bringt nach 13 Jahren Roger Moore wieder neuen Schwung in die Rolle. Er hat seine Hausaufgaben gemacht, und sich mit Flemings Figur auseinandergesetzt, wodurch er ihr Tiefgang zu verleihen mag.

Maryam D’Abo an seiner Seite spielt ebenfalls sehr überzeugend. Leider weist sie als Bondgirl, für meinen Geschmack, zuwenig Sexapeal auf. Dies ist alllerdings ein kleiner Wehmutstropfen.

Wesentlich bedenklicher sind dagegen die zwei Villains des Streifens. Jeroen Krabbé wirkt als Russengeneral aufgesetzt und fehlpaziert, während Joe Don Baker eine Witzfigur abgibt. Besser schneidet da Andreas Wisniewsky ab, der als Necros eine coole Performance abgibt. Der kaltblütige Killer hört beim töten sogar sein eigenes Theme mittels Kopfhörer – wie cool ist das denn??

Zum Soundtrack ist zu sagen, dass er zu den besten Bond-Arbeiten von John Barry gehört. Der Komponist mischt gekonnt klassische Orchesterklänge mit Sintrosyzern und harten Bässen, und kreiert damit einen mitreisenden Score.

Mitreisend sind auch erneut die Actionsequenzen. Die Verfolgungsjagd auf dem gefrorenen See beispielsweise, mit dem, wiedereingeführten, Aston Martin, ist genial inszeniert. Und die Eröffnungszene gehört zu den besten Einführungssequenzen eines neuen 007.

Eine gute Story, ein ernstzunehmender, realitätsnaher Bond, spannende Actionsequenzen, aber leider gleich zwei absolut schwache Bösewichter, was dem Film Abzüge einbringt.

4 von 5 Geigenkästen

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bond Special 3, James Bond - 007 abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s