GoldenEye

Nach sechsjähriger Unterbrechung, in der sich das politische Weltbild grundlegend veränderte, schickte man 1995 mit Pierce Brosnan, James Bond erneut zurück auf die Leinwand.

Uraufführung: 13.11.1995
Regie: Martin Campell
Darsteller: Pierce Brosnan, Izabella Scorupco, Sean Bean, Judi Dench u.a…

Story:
Russland zur Zeit des Kalten Krieges. James Bond – 007 (Pierce Brosnan) und sein Kollege Alec Trevelyan – 006 (Sean Bean), dringen in das geheimme Labor von General Ourumov (Gottfried John) ein.
Allerdings wird Trevelyan von den Truppen des Generals gefangengenommen, und Bond gelingt es nicht, ihn zu retten.

General Ourumov (Gottfried John)

General Ourumov (Gottfried John)

Einige Jahre später; der Kalte Krieg ist vorbei, und Bond wird von seiner Chefin M (Judi Dench) mal wieder auf einen neuen Fall angesetzt.

MI6-Chefin M (Judi Dench)

MI6-Chefin M (Judi Dench)

Ein russisches, satelitenbetriebenes Waffensystem, genannt „Goldeneye“, wurde in einer brutalen Aktion, unter Führung General Ourumovs, gestohlen. Die einzigen Überlebenden des Massakers sind die Computerprogrammierer Boris Grishenko (Alan Cummings) und Natalya Simonova (Izabella Scorupco).

Computerprogrammiererin Natalya (Izabella Scorupco)

Computerprogrammiererin Natalya (Izabella Scorupco)

Die Spur führt 007 nach Monte Carlo, wo er die resolute Xenia Onatopp (Famke Janssen), trifft. Kurze Zeit später enführt diese kurzerhand einen schwerbewaffneten Tiger Helikopter der NATO.

Valentin Zukovsky (Robbie Coltrane) wird von Bond bedroht

Valentin Zukovsky (Robbie Coltrane) wird von Bond bedroht

Bond findet heraus, das die Organisation Janus dahintersteckt, zu der sowohl Ourumov wie auch Xenia gehören. In St. Petersburg trifft er den CIA-Mann Jack Wade (Joe Don Baker) und den Mafiosi Valentin Zuchovski (Robbie Coltrane), die ihn zur, inzwischen untergetauchten, Programmiererin Natalya bringen.

Alec Trevalyan (Sean Bean) und Boris (Alan Cummings)

Alec Trevalyan (Sean Bean) und Boris (Alan Cummings)

Und schon kurz darauf trifft Bond auf den Kopf der Janus-Gruppe. Dies ist kein geringerer, als sein alter Weggefährte Alec Trevalyan. Der Totgeglaubte scheint einige offene Rechnungen mit Bond, und England im allgemeinen, zu haben…

Trivia:
Anfangs 90er Jahre war es völlig offen, ob und wie es mit der Bondreihe weitergehen sollte. Zum einen steckte MGM in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, andererseits war mit dem Ende des Kalten Krieges Bond quasi die Existenzgrundlage entzogen.

Dennoch wollte Cubby Broccoli mal wieder allen Kritikern beweisen, dass Bond immer zurückkehren wird.

Vorerst galt es einen neuen James Bond zu casten.
Timothy Dalton gab nämlich bekannt, dass er nach so langer Unterbrechung der Serie, den britischen Agenten nicht mehr länger spielen wollte. Namen wie Alan Rickman, Ralph Finnes oder auch Liam Neeson waren aus, im Gespräch für 007, ehe der Ire Pierce Brosnan, bereits bei „The Living Daylights“ in der Endauswahl, die Rolle erhielt.

Gleichzeitig arbeitete Michael France an einer Geschichte, die Bond in die Post-Sovjetische Ära bringen sollte. France kannte sich mit Bond bestens aus; gab er doch einst ein Fanmagazin „Mr. Kiss Kiss Bang Bang“ heraus.
Seine Geschichte wurde von den Autoren Bruce Feirstein, Jeffrey Caine und Kevin Wade zu einem Drehbuch adaptiert.
Der Titel „GoldenEye“, war zwar, wie bereits „Licence To Kill“ ein Nicht-Fleming Titel, nahm jedoch auf den Bond-Schöpfer Bezug. Hiess doch dessen Villa auf Jamaica (in der er nahezu alle Bondromane fertigstellte) Goldeneye.

Nebst James Bond wurde auch ein Grossteil der weiteren Stammcharaktere neu besetzt. Miss Moneypenny wurde neu von Samantha Bond (keinerlei Verwandtschaft…) gespielt, und auch die Figur des Staabchefs Bill Tanner wurde mit Michael Kitchen wieder eingeführt.
Am meisten zu reden gab allerdings die Neubesetzung von MI6-Boss M.
Mit Judi Dench („Shakespeare In Love“) spielte erstmals eine Frau die Rolle von Bonds Vorgesetztem.
Einzig die Figur des Waffenmeisters Q wurde unverändert von Desmond Llewelyn verkörpert,

Bond (Pierce Brosnan) und Moneypenny (Samantha Bond)

Bond (Pierce Brosnan) und Moneypenny (Samantha Bond)

Für die Rolle des Bösewichts Trevelyan waren zunächst Anthony Hopkins und Daniel Day Lewis vorgesehen, ehe schliesslich Sean Bean („Troy“), der kurzzeitig im Gespräch als neuer 007 war, den Zuschlag erhielt.
Nebst ihm spielen Famke Janssen („X-Men“) als Lustmörderin Xenia, Alan Cummings („Spy Kids“) als Boris, und der deutsche Gottfied John („Berlin Alexanderplatz“) in der Rolle des General Ourumov, weitere Schurken.

Die polnisch-schwedische Schauspielerin Izabella Scorupco („Exorzist: The Beginning“), spielte die Rolle der Computerprogrammiererin Natalya.
Als Bonds Russischer Kontaktmann Zuchovsky, trat Robbie Coltrane („Harry Potter“-Reihe) auf, während Joe Don Baker den CIA-Mann und Nachfolger Felix Leiter spielte. Baker war bereits in „The Living Daylights“ dabei, allerdings als Bösewicht.
Beide, Baker wie auch Coltrane, sollten ihre jeweilige Rolle noch je ein zweites Mal spielen.

Regisseur Martin Campbell mit Famke Janssen und Pierce Brosnan

Regisseur Martin Campbell mit Famke Janssen und Pierce Brosnan

Hinter der Kamera gab es verschiedenste Neubesetzungen.
So übernahm nach John Glen (5 Bondfilme), zum ersten Mal seit 15 Jahren mit dem Neuseeländer Martin Campell („The Mask Of Zorro“) ein neuer Regisseur das Zepter in die Hand.
Aus gesundheitlichen Gründen zog sich Produzent Albert R. Broccoli weitgehendst in den Hintergrund zurück, und übergab die Produktion seinem Stiefsohn Michael G. Wilson, und Tochter Barbara Broccoli.
Es war der letzte Film an dem Broccoli mitarbeitete. Am 27 Juni 1996, schloss der Mann der James Bond auf die Leinwand brachte, und insgesamt 17 Bondfilme produzierte, für immer die Augen.

Auch Derek Meddings starb kurz nach Veröfentlichung des Films.
Der Effektekünstler der nebst der „Superman“- und „Batman“- Reihe,  kreierte für diverse Bondfilme Spezialeffekte. Für seine Arbeit an „Moonraker“ wurde er gar für einen Oscar nominiert.
Für den bereits 1991 verschiedenen Titeldesigner Maurice Binder, sprang Daniel Kleinmann ein. Der Videokünsler fiel den Produzenten mit seiner Arbeit an Gladys Knight’s Musikvideo zu ihrem Bondsong „Licence To Kill“ auf.

Für die Musik wurde vom Franzosen Eric Serra („La Femme Nikita“, „Leon“) geschrieben. Da der fertige Score dem Regisseur und den Produzenten allerdings missfiel, wurden mehrere Szenen von dem Orchesterdirigenten John Altmann neu eingespielt. Der Titelsong des Films wurde von Sänger Bono und The Edge geschrieben und von Tina Turner gesungen.

Gedreht wurde in England, Frankreich, Monte Carlo sowie Puerto Rico.
Mit St. Petersburg kam erstmals ein russischer Drehort dazu.
Die Eröffnungsszene mit Bonds Bungee-Jump, wurde in der Schweiz, am Vercasca-Staudamm gedreht.

Fazit:
James Bond is Back, und das in neuer Frische, und altbewährter Manier.
Nach dem eher eigenwilligen „Licence To Kill“, präsentiert man mit „GoldenEye“ einen Film der die Art der früheren Filme wieder aufleben lässt, und es dennoch versteht 007 in die Post-Kommunistische Zeit zu versetzen.

Pierce Brosnan ist eine wunderbare Besetzung.
Er spielt einen zynischen Bond in der Art Sean Connery’s, hat Stil und Charme wie Roger Moore und bringt aber auch Menschlichkeit rüber, wie dies George Lazenby und Timothy Dalton taten.

Die Rolle des Bondgirls Natalya wird von Izabella Scorupco toll verkörpert.
Sowohl verletzlich und schutzbedürftig, wie auch als mutige und unabhängige Frau. Sie leitete eine, bis heute anhaltende, Tradition von starken und selbstbewussten Bondgirls ein, was bestimmt auch auf Barbara Broccoli zurückzuführen ist.

Die zweite starke Frau ist ganz klar Judi Dench als M.
Das Verhältniss zwischen M und Bond wird durch sie neu definiert.
Dench verkörpert die MI6-Chefin als strenge, autoritäre Persönlichkeit, die zwar in Bond ein „Relikt des Kalten Krieges“ sieht, dennoch eine mütterlich- menschliche Seite aufweist. An ihrer Seite spielt Samantha Bond Miss Moneypenny.
Bond spielt die Rolle als eine starke, selbstbewusste Frau, die 007 Charmeoffensive unbeeindruckt standhält.

Sean Bean als Alec Trevelyan- 006, gibt einen sehr interessanten Gegenspieler ab. Ehemals Bonds Verbündeter, nun sein Gegner, eine interessante Backgroundstory, dazu grossartig gespielt.
Alan Cummings als durchgeknallter Programmierer ist genial, und Gottfried John passt perfekt in die Rolle des General Ourumov.
Einzig Famke Jansson als Femme Fatale spielt etwas zu übertrieben. Man hätte die Rolle besser in Xenia Overthetop benannt.

Martin Campell überzeugt als Regisseur. Er inszeniert einen spannenden Actionfilm, lässt jedoch seinen Figuren Platz, sich zu entfalten, und in die Tiefe zu gehen. Die Actionsszenen sind toll arangiert, insbesondere die Verfolgungsjagd im Panzer durch St. Petersburg ist grosse Klasse.

Der Story liegt ein interessanter Plot zugrunde, allerdings wirkt sie stellenweise etwas sprunghaft inszeniert.

Der grösste Schwachpunkt liegt allerdings ganz klar beim Soundtrack. Eric Serras elektronisch- experimenteler Sound passt nicht wirklich zum Musikstil der Bondfranchise. Das Titellied von Tina Turner hingegen ist der Oberhammer. Einer der Top- Bondsongs.

Ein toller Neustart der Bond-Reihe, mit einem überzeugenden Hauptdarsteller und starkem Bösewicht und Bondgirl. Hinzu kommen coole Actinsszenen und ein Hammer- Titelsong.
Kleinere Schwächen der Story, und vorallem ein grauenhafter Soundtrack trüben das Gesamtbild allerdings.

4 von 5 Panzerfahrten durch die Innenstadt

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