The World Is Not Enough

Zum dritten Mal in Folge spielte Pierce Brosnan im letzten Bondabenteuer des 20. Jahrhunderts den britischen Geheimmagenten.
Judi Dench greift als M erstmals aktiv ins Geschehen ein, und absolvierte den bis dato grössten Auftritt ihrer Bond-Karriere.

Elektra King (Sophie Marceau)

Elektra King (Sophie Marceau)

Uraufführung: 8.11.1999
Regie: Michael Apdet
Darsteller: Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Denise Richards, u.a…

Story:
Ein Bombenattentat im MI6-Hauptquartier in London, tötet den Ölmulti Sir Robert King (David Calder).
Geheimmdienstchefin M (Judi Dench), die eine gute Freundin Kings war, geht der Fall sehr nahe. Sie vermutet, dass das nächste Opfer dessen Tochter Elektra (Sophie Marceau) sein wird, und beauftragt deshalb James Bond (Pierce Brosnan), sie zu schützen.

Der MI6 vermutet zudem, dass der Anschlag Werk des Terroristen Renard (Robert Carlyle) war. Dieser hatte einst Elektra entführt, und in seinem Schädel steckt noch immer die Kugel eines MI6-Agenten.

Terrorist Renard (Robert Carlyle)

Terrorist Renard (Robert Carlyle)

Bond reist nach Aserbeidschan, wo Elektra das riesige Ölimperium ihres Vaters verwaltet. Er trifft auch auf den zwielichtigen Mafiosi Valentin Zuchovski (Robbie Coltrane), der mittlerweile ein Casino und eine Kaviarfabrik am Schwarzen Meer betreibt.

Elektras Begeisterung für Bond hält sich in Grenzen, hat sie doch ohnehin wenig Vertrauen in den britischen Geheimmdienst.
Nach einer Skiverfolgungsjagd, bei der 007 Elektras Leben schützt, schmilzt das Eis, und die beiden kommen sich deutlich näher.

Kurze Zeit später gelingt es Renard jedoch aus einem unterirdischen Atombunker in der Kasachischen Wüste,
einen Atomsprengkörper.
Bond wird Zeuge der Aktion, und trifft dort nicht nur auf Renard, sondern auch die Physikerin Dr. Christmas Jones (Denise Richards).
Er begreift zudem allmählich dass Elektra wohl am Tod ihres Vaters nicht ganz unbeteiligt war, und sich seine Chefin M in grösster Gefahr befindet.

James Bond (Pierce Brosnan) und Christmas Jones (Denise Richards)

James Bond (Pierce Brosnan) und Christmas Jones (Denise Richards)

Trivia:
Zum dritten Mal in Folge spielte Pierce Brosnan 007.

Und zum dritten Mal in Folge sollte sein „Schicksal“ in die Hände eines neuen Regisseurs gelegt werden Joe Dante („Gremlins“) und Peter Jackson („Lord Of The Rings“-Trilogie) wurden von den Produzenten in Betracht gezogen, ehe Michael Apted („Gorillas In The Mists“) den Posten erhielt.

Regisseur Michael Apted mit seinen Hauptdarstellern

Regisseur Michael Apted mit seinen Hauptdarstellern

Das Drehbuch stammte erneut von Bruce Feirstein, der von Neal Purvis und Robert Wade unterstüzt wurde.
Der Titel des Films ist, gemäss Ian Fleming, das Familienmotto Bonds, und wird bereits in „On Her Majestys Secret Service“ verwendet.

Nebst Brosnan traten auch Judi Dench als M, Samantha Bond als Moneypenny, Colin Salmon und Michael Kitchen als MI6-Mitarbeiter Robinson und Bill Tanner sowie Robbie Coltrane als Zuchovski erneut auf.

Desmond Llewelyn spielte zum letzten Mal die Rolle Major Boothroids, besser bekannt als Q.
Er stellte bereits seinen Nachfolger „R“ vor, der von John Cleese („Life Of Brian“) verkörpert wurde.
Llewelyn, der die Rolle des MI6-Tüfftlers in insgesamt 17 Filmen spielte, verunfallte kurz nach Beendigung der Dreharbeiten tödlich. Der Film wurde daher ihm gewidmet.

Q (Desmond Llewelyn) stellt Bond seinen Nachfolger (John Cleese) vor

Q (Desmond Llewelyn) stellt Bond seinen Nachfolger (John Cleese) vor

Für die Rolle des Schurken Renards, hatten man den jungen Spanier Javier Bardem in Betracht gezogen. Der Part ging schliesslich an den Schotten Robert Carlyle („Trainspoting“)

Die französische Kinostar Sophie Marceau („La Boum“) spielte Elektra King, während Denise Richards („Love Actually“) die Rolle von Dr. Christmas Jones spielte.

Der Soundtrack stammte erneut aus der Feder von David Arnold, der mit Don Black zusammen zum ersten Mal auch noch den Titelsong des Filmes komponierte. Das Lied wurde von der Band „Garbage“ aufgenommen.

„The World Is Not Enough“ wurde in Spanien, Asserbeidschan, Istanbul, Schottland und den französischen Pyrenäen gedreht.
In London entstande nebst den Aussenaufnahmen des MI6-Headquarters, auch die Pre-Title Sequenz mit der Bootsjagd auf der Themse, welche mit 16 Minuten die längste der Reihe darstellt.

Die Bootsverfolgung auf der Themse

Die Bootsverfolgung auf der Themse

Fazit:
Mit Michael Apdet wurde ein Regisseur verpflichtet der menschliche Tiefen erzielen konnte und sollte. Dies gelang ihm auch sehr gut. Allerdings schwächelt der Film an einer flachen Story und teils ganz schlechtem Cast.

Pierce Brosnan hat sich seit „GoldenEye“ kontinuierlich gesteigert, und spielt James Bond hier mit grosser Figurentiefe.
Nebst ihm überzeugt auch ganz klar Judi Dench, die als M den bislang grössten und auch persönlichsten Auftritt absolviert. Sie spielt M als eine mütterliche Chefin, die aber auch über grosses Durchsetzungsvermögen verfügt. Es ist eine Freude, ihr zusehen zu dürfen.

Robbie Coltrane, erneut als Mafiosi Zuchovski mit von der Partie, ist das Sahnehäubchen in der Besetzungsliste.

Weniger gutes Händchen hatte man bei der Wahl der Bondgirls. Marceaus Rolle ist intelligent geschrieben und hätte das Zeug zu einem der besten Bondgirls aller Zeiten gehabt.
Doch die Schauspielerin verkörpert den Part uninspirirend und langweilig. Schade.

Noch schlechter spielt Denise Richards. Nicht eine Sekunde nimmt man ihr ab, dass sie eine diplomierte Physikerin sei. Kein Wunder erhielt sie für diese Performance die Goldene Himbeere.

Aus Renards Part, zugegeben wohl etwas spartanisch geschrieben, hätte man durchaus mehr machen können. Doch Robert Carlyle schafft es nicht, dem Charakter Farbe zu verleihen.

Während man ungewohnt viel charakterlichen Tiefgang und Emotionalität präsentierte, wurde die eigentliche Story sträflichst vernachlässigt, wirkt langweilig und bietet nicht viel Neues.

Die Actionsequenzen sind zwar gelungen, wirken aber, über den Film gesehen, sehr gesucht und frei nach dem Motto: „Alle 15 Minuten knallts“ eingefügt.

An der Musik gibt es nichts zu rütteln, David Arnold überzeugt erneut.
Der Titelsong ist durchaus interessant, wenn auch sicherlich nicht der beste der Reihe.

Der Film stellt hohe Ansprüche, möchte Tiefe und Emotionalität schaffen, scheitert jedoch an einem platten Plot und unterdurchschnittlichen Schauspielern.

3 von 5 Ölfässern

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2 Antworten zu The World Is Not Enough

  1. Owley schreibt:

    „Robert Carlyle, erneut als Mafiosi Zuchovski mit von der Partie, ist das Sahnehäubchen in der Besetzungsliste.“ Hoppla 😉

    An und für sich stimme ich dir zu. Hatte zeitweise aber noch meinen Spass mit dem Film. 🙂 Michael Apted machte doch auch Narnia 3, gell?

  2. Mr. Nick schreibt:

    Oha
    R.C ist natürlich ROBBIE COLTRANE gemeint…:)

    Ja, Apdet hat auch Narnia 3 gedreht, mit David Arnolds Soundtrack..

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