Die Another Day

20 Filme in 40 Jahren.
2002 gab es ein Bondjubiläum zu feiern. „Die Another Day“ sollte seine Vorgänger in den Schatten stellen. Dass es für Hauptdarsteller Brosnan und ein Grossteil des Stammcasts der letzte Bondfilm sein sollte, spricht allerdings für sich…

Uraufführung: 20.11.2002
Regie: Lee Tamahori
Darsteller: Pierce Brosnan, Halle Berry, Toby Stephens, John Cleese, u.a…

Story:
In Nordkorea soll James Bond-007 (Pierce Brosnan) den korrupten Colonel Moon (Will Yun Lee), der mit Blutdiamanten und Waffen handelt, ausschalten.
Doch Bond wird verraten, der Auftrag läuft aus dem Ruder, und er gerät in Gefangenschaft von General Moon (Kenneth Tsang), dem Vater des Getöteten.

Nach mehrmonatiger Haft, wird 007 gegen einen nordkoreanischen Gefangenen der USA, Zao (Rick Yune), ehemaliger Helfer des verschiedenen Colonel Moons, ausgetauscht.

Der Killer Zao (Rick Yune)

Der Killer Zao (Rick Yune)

Doch zurück im Westen muss Bond feststellen, dass M (Judi Dench) ihm mittlerweile den Doppelnullstatus entzogen hat, und ihn als Sicherheitsrisiko betrachtet.
Doch Bond büxt kurzerhand aus und nimmt auf eigene Faust, Jagd auf Zao auf.

In Kuba schliesslich gelangt Bond in ein geheimmes Senatorium, dass durch Gentransplantantion, völlig neue Idäntitäten verschaffen kann.
Dort befindet sich auch Zao, der sich einen neuen Körper schaffen möchte. Bond hindert ihn daran, indem er kurzerhand die Klinik in die Luft jagt, schafft es jedoch nicht, ihn zu fassen.

Er trifft auch auf Jinx Jones (Halle Berry), eine NSA-Agentin, die am selben Fall dran ist wie er selbst.

NSA-Agentin Jinx (Halle Berry)

NSA-Agentin Jinx (Halle Berry)

Mittlerweile rehabillitiert, kehrt Bond nach London zurück, und wird auf den exzentrischen Multimilliardär Gustav Graves (Toby Stephens) angesetzt.
Im exklusiven Londoner Fechtklub „Blades“ trifft er sowohl den mysteriösen Emporkömmling der britischen Society, wie auch dessen Assistentin Miranda Frost (Rosamund Pike).

Gustav Graves (Toby Stephens), Miranda Frost (Rosamunde Pike), Variety (Madonna) und Bond (Pierce Brosnan) treffen sich im Fechtclub.

Gustav Graves (Toby Stephens), Miranda Frost (Rosamunde Pike), Variety (Madonna) und Bond (Pierce Brosnan) treffen sich im Fechtclub.

Kurz später reist Bond auf Graves Einladung hin, nach Island, wo dieser in einem gigantischen Eispalast, den geladenen Gästen aus aller Welt seine neuste Erfindung „zum Wohle der Menschheit“ vorstellt.

Gustav Graves gewaltiger Eispalast

Gustav Graves gewaltiger Eispalast

Was 007 nicht weiss; Miranda ist eine verdeckte MI6-Agentin, die ihn beschatten soll, und Graves Vergangenheit birgt mehr brisante Details als man vermuten könnte…

Trivia:
2002 war ein Doppeljubiläum zu feiern; zum einen war es genau 40 Jahre her, seit „Dr No“, der erste Bondfilm lief, zum andern war der nächste Film der 20. der EON-Reihe.

Aus diesem Grund sollte er Remisenzen und Anspielungen an die früheren Filme enthalten.
Das Drehbuch schrieben erneut Neal Purvis und Robert Wade.
Der Titel „Die Another Day“ stammt nicht aus dem Flemingschen Konsens, sondern aus einem Gedicht des englischen Poeten A. E. Houseman.

Als Regisseur wurde der Neuseeländer Lee Tamahoriverpflichtet.

Regisseur Lee Tamahori (l) mit seinen Hauptdarstellern

Regisseur Lee Tamahori (l) mit seinen Hauptdarstellern

Pierce Brosnan spielte zum vierten, und letzten Mal James Bond.

Auch für Samantha Bond als Miss Moneypenny, Colin Salmon als MI6-Agent Robinson und John Cleese als Q war es letzte Auftritt innerhalb der Serie.

Letztgenannter trat im Vorgängerfilm „The World Is Not Enough“ noch als Q’s Assistent R auf. In diesem Film beerbt er nun Major Boothroyd aka Q (Desmond Llewelyn) endgültig.

Bond (Pierce Brosnan) und der neue Q (John Cleese)

Bond (Pierce Brosnan) und der neue Q (John Cleese)

Judi Dench spielte erneut Bonds Vorgesetzte M.

Für die Rolle von Jinx waren zunächst Salma Hayek und Catherine Zeta-Jones vorgesehen, ehe Halle Berry („Monsters Ball“) den Part erhielt.
Sie ist die erste Oscarpreisträgerin, die je ein Bondgirl verkörperte. (Judi Dench zählt nicht…)
Für Rosamunde Pike („Johnny English-Reborn“) als Miranda Frost, war es hingegen der erste Auftritt vor einer Filmkamera.

Toby Stephens, Sohn der britischen Filmschauspielerin Maggie Smith, spielte den Schurken Gustav Graves, während der Südkoreaner Wil Yun Lee dessen koreanisches Pendant Colonel Moon spielte.

Sein Landsmann Rick Yune („The Fast And The Furious“) spielte den Killer Zao, während der Chinese Kenneth Tsang, Moon’s Vater gab.

Als NSA-Chef Falco agierte Michael Madsen („Kill Bill“), während die mexikanische Filmlegende Emilio Echevarría („Amores Perros“), Bonds kubanischen Verbindungsmann spielte.
In einer kleinen Nebenrolle als Stewardess trat Roger Moores Tochter Deborah auf.

Der Soundtrack schrieb, zum dritten Mal in Folge David Arnold, während Pop-Queen Madonna das Titellied schrieb und sang.
Die Sängerin ergatterte sich auch noch gleich einen Cameo-Auftritt im Film.
Dies stellte ein Novum innerhalb der Serie dar.
Zwar war Sheena Easton im Vorspann von „For Your Eyes Only“ zu sehen, jedoch nicht in der Filmhandlung.

Gedreht wurde zu einem Grossteil in England, traditionsgemäss in den Pinewood Studios. Das spanische Küstenort Cadiz diente als Drehort für die in Kuba spielenden Szenen, während man vor der Küste Hawaiis die Surfszene der Anfangssequenz drehte. Die Eisszenen schliesslich, entstanden hauptsächlich in Island.

Erstmals seit „The Living Daylights“ erhielt 007 in diesem Film wieder einen neuen Aston Martin, und zwar den „Vanquish“.

Fazit:
Zum Jubiläum der Bondserie, wollten die Macher der Franchise den Fans ein filmisches Geschenk überreichen. Auf das Präsent, dass man mit „Die Another Day“ erhält, kann man allerdings getrost verzichten.

Lee Tamahori bietet ein Film der vor lauter Selbsthuldigung und Hommagen, die Story total vernachlässigt und meint, inhaltliche Schwächen mit technischem Grössenwahn überspielen zu müssen.

Der Anfang des Films ist gar nicht mal schlecht. Eine tolle Actionsszene, Bond wird gefangen – Innovation zum Jubiläum ??? Denkste!!

Denn was folgt ist eine Aneinanderreihung bekannter Bondszenen aus 40 Jahren.
Klar, jeder Bondfilm nimmt Elemente der Vorgänger auf.
Allerdings kann man nicht einen ganzen Film, bloss aus Remisenzen aufbauen.

Die Story ist zudem nicht nur extrem flach, sondern auch völlig mit Sci-Fiction und Gadgets überbeladen.

Den Titelsong mag man ja als innovativ bezeichnen, für mich ist es tiefster Technotrash, und James Bond-unwürdig.
Die Nomination der Goldenen Himbeere für den schlechtesten Song, war mehr als verdient.
Zu Madonna und diesem Thema komme ich später noch zu sprechen.

David Arnolds Soundtrack ist ebenfalls eher gewöhnungsbedürftig. Allerdings muss ihm zugute gehalten werden dass er viel musikalische Remisenzen an John Barry einbaut. So erklingt unter anderem (in elektronischer Form) das 007-Theme, und das Endstück des Films ist an den „You Only Live Twice“-Score angelehnt.

Während Peter Lamonts gigantischer Eispalast, den klassischen Ken Adam-Sets in nichts nachsteht, hat man sich mit den visuellen Effekten stark verschnitten. Die computeranimierten Szenen wirken unausgereift und billig.

Schauspielerisch ist der Film durchzogen.
Hauptdarsteller Pierce Brosnan gibt ein schwaches Schauspiel ab, und wirkt wie eine machoistische Parodie auf Bond.
Toby Stephens wirkt als Bösewicht total überzeichnet und lächerlich, und Rick Yunes Kampfkünste mögen zwar zu überzeugen, sein schauspielerischer Einsatz beschränkt sich allerdings auf bös aussehen.

Zu überzeugen vermag Halle Berry als Jinx.
Sie bietet Brosnan gekonnt die Stirn, und stellt durch ihr solide Performance zeitweise den einzigen Lichtblick in dem von Technik dominiertem Streifen.

Rosamunde Pike als zweites Bondgirl tut sich hierbei erheblich schwerer.
Sie ist allerdings immer noch überzeugender als Madonna bei ihrem 5minütigem Auftritt.
Habe ich einst geschrieben Britt Ekland („The Man With The Golden Gun“) wäre das schlechteste Bondgirl ever ?
Ich nehme meine Aussage zurück.
Denn was Madonna sich hier erlaubt, ist schlicht nicht zu unterbieten. Diese miese Performance wurde zu recht mit einer goldenen Himbeere „belohnt“.

Ein Film dessen einziger Zweck darin besteht möglichst viele Anspielungen an die Serie unterzubringen. Dazu kommt eine langweilige Story die sich zur einen Hälfte bei „Diamonds Are Forever“, zur andern bei „Moonraker“ bedient, und von Gadgets und Sci-Fiction nur so strotzt. Ein schlechter Cast von dem nur Halle Berry überzeugt rundet das ganze ab.

Eine Geburtstags-Würdigung sieht für mich anders aus.

2 von 5 Eiswürfeln

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