Casino Royale

casino_royale_ver4Der erste Film mit Daniel Craig als James Bond, ging wortwörtlich zurück zu den Wurzeln des Geheimagenten.
Mit „Casino Royale“ wurde der erste Bondroman aus der Feder Ian Flemings, nach über 40 Jahren, endlich in den offiziellen Film-Kanon aufgenommen.

Uraufführung: 14.11.2006
Regie: Martin Campell
Darsteller: Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, u.a…

Story:
James Bond (Daniel Craig), frischgebackener Doppelnull-Agent im britischen Geheimmdienst, erhält seinen ersten Auftrag.
In Mosambik, Madagascar, soll er einen mutmasslichen Bombenleger, der vedächtigt wird, im Sold internationaler Terrororganisationen zu stehen, beschatten.
Doch die Situation eskaliert, und nach einer intensiven Hetzjagdt, erschiesst Bond seinen Kontrahenden.

Brisanterweise findet der Schusswechsel auf einem Botschaftsgelände statt, was zu politischen Spannungen führt, und MI6-Chefin M (Judi Dench) in Erklärungsnot bringt.

Sie suspendiert Bond deshalb kurzerhand vom Dienst.
Doch dieser ermittelt längst auf eigene Faust, und stösst auf den Topterroristen Alex Dimitrios (Simon Abkarian), der auf den Bahamas einen Anschlag auf den neusten Super-Jet der Skyfleet-Flotte plant.
Dies kann Bond jedoch vereiteln.

Mr. White (Jesper Christensen) und Le Chiffre (Mads Mikkelsen)

Mr. White (Jesper Christensen) und Le Chiffre (Mads Mikkelsen)

Le Chiffre (Mads Mikkelsen) der Vermögen verschiedenster Terrororganisationen verwaltet, war Drahtzieher der Aktion,
und hatte eine erhebliche Menge Geld auf den Börsencrash von Skyfleet gesetzt.
Da er nun mehrere Millionen, welche ihm nicht gehören, verloren hat, muss er nun diese nun  schnellstmöglich wiederbeschaffen.

Aus diesem Grund trägt er sich als Teilnehmer eines exklusiven Pokerturniers im luxeriösen „Casino Royale“ in Montenegro, bei dem der Mindesteinsatz 10 Mio. Dollar beträgt, ein.
Der britische Geheimmdienst seinerseits schleusst James Bond, mittlerweile wieder rehabillitiert, ans Turnier ein.

James Bond (Daniel Craig) und Felix Leiter (Jeffrey Wright)

James Bond (Daniel Craig) und Felix Leiter (Jeffrey Wright)

Begleitet wird Bond von der ebenso hübschen wie klugen Vesper Lynd (Eva Green), deren Aufgabe es ist, seinen Spiel-Einsatz zu überwachen.

Vesper Lynd (Eva Green)

Vesper Lynd (Eva Green)

Unterstützung erhält er zudem von MI6-Verbindungsmann René Mathis (Giancarlo Giannini) und dem CIA-Agenten Felix Leiter (Jeffrey Wright).
Trivia:
Nachdem der Jubiläumsbond „Die Another Day“ von Publikum und Kritikern nicht allzu Wohlwollend aufgenommen wurde, entschied man sich, einen Richtungswechsel einzuschlagen.

Da Pierce Brosnan langsam auf die 50 zuging, und immer höhere Gagenforderungen stellte, fanden die Produzenten, Barbara Broccoli und Michael G.Wilson den Zeitpunkt sei gekommen, einen neuen 007 zu suchen.

Namen wie Karl Urban und Clive Owen wurden gehandelt, ehe der Engländer Daniel Craig („Lara Croft-Tomb Raider“) als neuer James Bond der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde.
Er war der erste (offizielle) Bonddarsteller der nicht mehr von Albert R. Broccoli gecastet wurde.

Nebst einem neuen Darsteller, wollte man auch inhaltlich neue Wege einschlagen.
Weg von Gadget-überladenen Sci-Fiction Filmen, näher zu realistischeren Stories im Geiste Ian Flemings.

Somit machte es Sinn dass man nun endlich Flemings Erstling „Casino Royale“ als Vorlage nahm.
Obwohl das 1953 erschienene Buch bereits 1954 als Fernsehfilm, und
1967 als Persiflage verfilmt wurde, dauerte es über 50 Jahre ehe EON-Productions die Rechte daran in Händen hielten.

Das Drehbuch schrieb Paul Haggis („Millon Dollar Baby“) in Zusammenarbeit mit Neal Purvis und Robert Wade, für die es die
dritte Bond-Arbeit in Folge darstellte.

Auf dem Regiestuhl nahm Martin Campell Platz, der mit „Goldeneye“ bereits Pierce Brosnan als 007 eingeführt hatte.

Die Musik komponierte zum vierten Mal in Folge David Arnold, während Chris Cornell den Titelsong „You Know My Name“ schrieb und sang.

Abgesehen von Judi Dench als M, trat kein Charakter und Schauspieler aus den vorherigen Filmen auf.
Sowohl Quartiermeister Q, wie auch Miss Monneypenny fehlen in diesem Film.
Dafür wurde die Figur des Felix Leiters wiedereingeführt.
Mit Jeffrey Wright („The Ides Of March“) spielte erstmals innerhalb der EON-Reihe ein dunkelhäutiger Schauspieler den Part.

Für die Rolle von Vesper Lynd war zunächst Audrey Tatou im Gespräch, ehe sie schliesslich Eva Green („The Dreamers“) bekam.

Der Däne Mads Mikkelsen („Adams Apples“) spielte den Schurken Le Chiffre, während sein Landsmann Jesper Christensen („Melancholia“) den geheimmnisvollen Mr. White spielte.
Mit Jürgen Tarrach, Clemens Schick und Richard Sammel, wurden ihnen gleich drei deutsche Handlanger zur Seite gestellt.

Ludger Pistor („Lola Rennt“) verkörpert indess den Schweizer Bankier Herr Mendel.
Und mit Carlos Leal als Turnierleiter spielte zudem erstmals seit Ursula Andress wieder ein Schweizer eine Rolle in einem James Bond Film.

Der Turnierleiter (Carlos Leal) und der Schweizer Bankier Mendel (Ludger Pistor)

Der Turnierleiter (Carlos Leal) und der Schweizer Bankier Mendel (Ludger Pistor)

Einen kleinen Cameoauftritt hatte zudem noch Tsai Chin („Fu Man Chu“) als Turnierteilnehmerin Madame Wu.
Sie spielte bereits 1967 in „You Only Live Twice“ mit.

Gedreht wurde nebst den Pinewood Studios in Tschechien, auf den Bahamas und in Italien.

Fazit:
Mit der Neuauslegung der Reihe fuhren die Produzenten nach dem überbordenden „Die Another Day“ sicher keine schlechte Schiene. Allerdings gibt es einige Vorbehalte.

Storytechnisch ist der Film ganz klar top. Die Grundgeschichte Flemings wird nahezu unverändert beibehalten und mit einer actionreichen Rahmenhandlung umgeben, die sich sehen lässt.

Bereits die innovative Opening-Szene, die endlich aufklärt, was es mit dem legendären Gunbarell auf sich hat, reisst einem in den Bann.

Auch die Schauspieler überzeugen ausnahmslos.
Craig ist zwar gewöhnungsbedürftig, macht seinen Job jedoch gut und überrascht mit Tiefgang.

Mads Mikkelsen der als Le Chiffre in die Fussstapfen von Peter Lorre und Orson Welles tritt, ist der wohl beste Bond-Schurke seit Robert Davi in „Licence To Kill“.
Obwohl er genau gesehen nur ein Mittelsmann darstellt, spielt er genial, und haucht der Figur Charisma ein. Gleiches trifft auf Jesper Christensen als Mr. White zu.

Eva Green beerbt gleich zwei Bond-Legenden, nämlich Ursula Andress, die Vesper Lynd in der Verfilmung von 1967 spielte, und Diana Rigg („On Her Majestys Secret Service“).
Weshalb Diana Rigg?
Ohne viel zu verraten, darf man wohl sagen, dass ausser Rigg und Green kein anderes Bondgirl, 007 je so emotional berührt hat.
Auf alle Fälle spielt Green sehr gut, und schafft den Balanceakt zwischen der toughen Buissneslady, die ihre Frau steht, und dem verletzlichen, schützenswerten Opfer bestens.

Die Machart des Filmes vermag ebenfalls zu überzeugen.

Optisch geradlinig, mit wenigen, dafür gut gewählten Locations,
und grossartiger Ausstatung von Ausstattungs-Altmeister Peter Lamont.

Auch der Soundtrack von David Arnold ist sehr hörenswert.
Nach dem elektrolastigen „Die Another Day“ überzeugt er mit solider Orchestration, viel Streichern und Blässern, sodass man sich nahezu in einem John Barry-Score wähnt.

Chris Cornells Titelsong ist nach der Gehörgangsstrapaze von Madonna eine echte Wohltat.
Zudem ist es schön, mal wieder einen männlichen Interpreten des Titelsonges zu hören.

Obschon der Film Punkto Machart und storytechnisch überzeugt,
wird das Gesamtbild getrübt.

Grund hierfür ist die Grundhaltung die den ganzen Streifen durchzieht.
Man will sich verbissen von der Franchise lossagen, was im Endeffekt eher trotzig wirkt.
So beispielsweise in der Szene als Bond gefragt wird ob er den Martini geschüttelt oder gerührt haben möchte; Bonds Antwort:
„Do I look like I give a damn?“

Ein etwas sanfterer Reboot der Reihe, wie es Campell einst mit „GoldenEye“ getan hatte, wäre meiner Meinung passender gewesen.

4 von 5 Pokerkarten

4 Stern

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