Quantum Of Solace

st-564384Nach „Casino Royale“ wollte man die angefangene Storyline weiterführen.
Daniel Craig spielte erneut 007, während der Schweizer Regisseur Marc Forster Regie führte.

Uraufführung: 29.10.2008
Regie: Marc Forster
Darsteller: Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Almaric u.a…

Story:
Auf der Suche nach den Drahtziehern hinter dem „Vesper Lynd-Fall“ („Casino Royale“), stösst James Bond – Agent 007 (Daniel Craig) am Comersee auf den mysteriösen Mr.White (Jesper Christensen).

Er nimmt ihn in Gewahrsam, und will ihn zusammen mit MI6-Chefin M (Judi Dench), in Sienna verhören.
Doch die Situation eskaliert als M’s Bodyguard Mitchell (Glenn Foster) wild um sich zu schiessen beginnt.
M kann sich in Sicherheit bringen und Bond erschiesst den Verräter nach einer wilden Verfolgungsjagd, doch Mr. White kann entkommen, und es bleibt unklar für wen er arbeitet.

In Mitchells Büro findet man gekennzeichnete Dollarnoten, die auf eine Verbindung zu White schliessen lassen.
Den Spuren der Noten folgend stösst Bond auf den Geologen Slate (Neil Jackson), der sich in Port au Prince, Haiti befindet.
007 findet heraus, dass Slate als Killer arbeitet, bringt ihn beiseite, und nimmt dessen Identität an.

Camille (Olga Kurylenko), Greenes Freundin

Camille (Olga Kurylenko), Greenes Freundin

Slate sollte die hübsche Camille (Olga Kurylenko) erschiessen, Bond lässt die Dame jedoch entkommen, und verfolgt sie unauffällig.

So findet er heraus, dass Sie die Freundin des Unternehmers Dominic Greene’s (Mathieu Almaric) ist, welcher seinerseits mit dem bolivianischen General Mendrano (Joaquín Cosío) Geschäfte macht.

Dominic Greene (Mathieu Almaric) und Henchman Elvis (Anatole Taubmann) (v.r.n.l.)

Dominic Greene (Mathieu Almaric) und Henchman Elvis (Anatole Taubmann) (v.r.n.l.)

007 nimmt Verfolgung von Greene und dessen Henchman Elvis (Anatole Taubmann) auf.
In der Oper von Bregenz wird Bond Zeuge eines Treffens der Verbrecherorganisation „Quantum“, deren Vorsitz Greene innehat.

Bei seinen Ermittlungen stösst Bond nicht nur auf ein nahezu undurchdringbares Netz aus Koruption und Verbrechen, sondern hinterlässt zu alledem auch eine ganze Reihe Leichen.

Bond (Daniel Craig) und die MI6-Agentin Strawberry Fields (Gemma Aerton)

Bond (Daniel Craig) und die MI6-Agentin Strawberry Fields (Gemma Aerton)

Trivia:
Mit „Quantum Of Solace“ setzte man die in „Casino Royale“ angefangene Story nahtlos fort.
Das Drehbuch, dessen Titel auf einer Kurzgeschichte Ian Flemings basiert, stammte wiederum von Paul Haggis, Neal Purvis und Robert Wade.

Da allerdings Martin Campell vorerst kein Interesse an einem weiteren Bondfilm hatte, brauchte man einen neuen Regisseur.
In Oscar-Preisträger Marc Forster („Monsters Ball“) schien man den Richtigen gefunden zu haben.
Der Deutsch-Schweizer war zudem der erste Regisseur der EON-Reihe, der nicht aus dem Commonwealth stammt.

Regisseur Marc Forster mit seinen Darstellern

Regisseur Marc Forster mit seinen Darstellern

Auch hinter der Kamera gab es ein paar Wechsel zu vermerken, so wurde der langjährige Ausstatter Peter Lamont durch Dennis Gassner ersetzt, und Titeldesigner Daniel Kleinman musste den Jungs des Designstudios MK12 weichen.

Daniel Craig spielte hingegen zum zweiten mal James Bond, und Judi Dench zum sechsten mal seine Chefin M.
Jesper Christensen, Giancarlo Gianinni und Jeffrey Wright nahmen ihre Rollen als Mr.White, René Mathis und Felix Leiter wieder auf.
Letzterer war indess erst der zweite Schauspieler der CIA-Agent Leiter zweimal verkörperte.
Mit Rory Kinnear („Broken“) wurde zudem die Figur des MI6-Staabchefs Bill Tanner wiedereingeführt.

René Mathis (Giancarlo Gianinni) is back

René Mathis (Giancarlo Gianinni) is back

Die Bondgirls wurden von der Britin Gemma Aerton („Rock n Rolla“) und der Russin Olga Kurylenko („Hitman“) gespielt.

Als Bösewicht sah Regisseur Forster erst seinen schweizer Landsmann Bruno Ganz vor, ehe er sich für den Franzosen Mathieu Almeric („Munich“) entschied.
Dafür wurde dessen Henchman, Elvis, durch Anatole Taubmann („Luther“) mit einem Schweizer besetzt.
Er durfte sogar einige Sätze auf Schweizerdeutsch zum Besten geben.

Neben ihm traten noch eine Reihe weiterer SchweizerInnen in verschiedenen Nebenrollen auf.

Die Musik stammte erneut aus der Feder David Arnolds.
Als Interpret für den Titelsong waren Namen wie Amy Winehouse und Shirley Bassey im Gespräch, ehe Jack White und Alicia Keys mit „Another Way To Die“ das erste Duett der Reihe zum besten gaben.

Gedreht wurde in den englischen Pinewoods Studios, dem österreichischen Bregenz, rund um den Comer See, Venezuela, Panama, Mexico und Chile.

Fazit:
1971 wollte man mit „Diamonds Are Forever“ nahezu nahtlos an den Vorgänger „On Her Majestys Secret Service“ ansetzen.
Das Ergebnis war ernüchternd, der Film hatte nicht annähernd die Klasse des Vorfilms.
Über 30 Jahre später wollte man mit „Quantum Of Solace“ an „Casino Royale“ anknüpfen.
Das Ergebniss: lest selbst.

Unbestritten; „Quantum Of Solace“ ist der künstlerisch ausgefeilteste Bondstreifen.
Jedes Bild ist ein Augenschmaus, die Ausstattung grossartig, und Locations wie die Bregenzer Seebühne sind schlicht genial gewählt.

Die Bregenzer Festspiele als imposante Kulisse

Die Bregenzer Festspiele als imposante Kulisse

Die äusserst rassante Kamerafahrt und schnelle Schnittart mag zu verunsichern, sie passt für meinen Geschmack jedoch gut zu dem Film.
Allgemein vermag der Film in Punkto Action und Tempo zu überzeugen.

Schauspielerisch ist der Film durchzogen.
Judi Dench, die eine rechte Leinwandpräsenz hat, spielt gewohnt solide.
Daniel Craig hingegen spielt viel zu stotisch und emotionslos.
Bond verkommt hier zu einer unberechenbaren Kampfmaschine, gegen die John McClane wie ein Sozialhelfer wirkt.

Schlimmer steht es um die Bösewichter.
Mathieu Almaric wirkt schlicht unglaubwürdig und lächerlich.
Was mich bei seiner Nationalität nicht verwundert (LONGSDALSCHE FORMEL… s.a. „Moonraker“,“Octopussy“).
Für Anatole Taubmann muss man sich als Schweizer wirlich schämen.
Seine tuntige Art unterbietet nahezu noch Mr.Wint und Mr. Kidd aus „Diamonds Are Forever“.
Forster wollte mit dieser Figur wohl Lacher des Publikums gewinnen, denn eine andere Funktion des Charakters ist nicht wirklich auszumachen.

Der einzige ernstzunehmende Gegner in diesem Film, Jesper Christensen, hingegen, hat kaum Auftritt, und wirkt wie das überflüssige Wagenrad.

Ohnehin hat man Darstellerisch viel brachliegendes Potential liegen gelassen.

So auch bei Gemma Aerton, die sich doch herrlich als neue Monneypenny anerboten hätte.
Stattdessen liess man der unterdurchschnittlichen Olga Kurylenko den Vortritt.

Chancen vergab man auch bei der Storyentwicklung.
Man hätte eine tolle Geschichte auf der Basis des Vorgängers aufbauen können, stattdessen flacht der Film mit zunehmender Dauer ab.

Marc Forster versucht sich einerseits um jeden Preis von den klassischen Bondstreifen zu lösen, zitiert sie andererseits trotzdem durchs Band.
Am eindrücklichsten wohl mit der Ölszene; unverkennbar eine Remiszenz an „Goldfinger“.

Oilfinger

Oilfinger

Die stets geschwungene Moralkeule, die über dem Film schwebt, nervt zudem gewaltig.
Schliesslich handelt es sich nicht um ein Politthriller, sondern einen Bondstreifen.

Bleiben noch einige Worte zum Soundtrack zu sagen.
Während David Arnold musikalisch top bleibt, ist der Titelsong alles andere als grossartig.
Der pseudo-experimentelle Stil passt nicht wirklich zu Bond.

Somit bleibt „Quantum Of Solace“ als bildgewaltiger, künstlerisch ambitionierter, rasanter Thriller, mit schlechtem Cast und langweiligem Plot, das nicht an den Vorgänger anknüpfen kann, in Erinnerung.

3 von 5 Ölfeldern

3 Stern

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