Dead Fucking Last

dfl_plakatUm mal wieder den Schweizer Film zu unterstützen, habe ich mir neulich die Zürcher Velofahrerkomödie „Dead Fucking Last“ angesehen.

Uraufführung: 27.12.2012
Regie: Walter Feistle
Darsteller: Mike Müller, Michael Neuenschwander, Markus Merz, Roeland Wiesnekker, u.a..

Story:
Tom (Michael Neuenschwander), Ritzel (Markus Merz) und Andi (Mike Müller) betreiben seit über 20 Jahren „Die Genossenschaft“, ein als Cooperative geführtes Velokurier-Unternehmen.

Tom (Michael Neuenschwander), Ritzel (Michael Neuenschwander) und Andi (Mike Müller) (v.l.n.r.)

Tom (Michael Neuenschwander), Ritzel (Michael Neuenschwander) und Andi (Mike Müller) (v.l.n.r.)

Das Geschäft läuft für die drei Alt-Revoluzzer gut, bis eines Tages die Konkurentfirma «Girls Messengers» die Szene aufmischt.
Die, mit ausschliesslich weiblichen, gutaussehenden, Velokurieren arbeitende Firma, setzt auf geschicktes Marketing und Strategie, und wirbt den drei Freunden Auftrag um Auftrag ab.

Die Zentrale bei "Girl Messengers"

Die Zentrale bei „Girl Messengers“

Als «Girls Messengers» auch noch „Züri brännt“, den Slogan der Achtziger-Punkbewegung verwendet, herrscht entgültig Krieg.
Dumm nur, dass sich Tom in Nina (Oriana Schrage), die Chefin der Konkurenz, verguckt hat.

Trivia:
Bereits 2007 machten sich Filmproduzent Kaspar Winkler und Drehbuchautor Uwe Lützen an die Ausarbeitung eines ersten Scripts für „Dead Fucking Last“.

Es sollte allerdings bis 2011 dauern, bis mit den Dreharbeiten begonnen werden konnte.
Für die Regie zeichnete sich Walter Feistle verantwortlich, der bislang vorwiegend fürs deutsche Fernsehen gearbeitet hat, und mit diesem Film seinen Spielfilmeinstand gibt.

Für die Hauptrollen wurden Mike Müller („Mein Name ist Eugen“), Michael Neuenschwander („Grounding“) und Markus Merz („Stationspiraten“) verpflichtet.
Die weiblichen Hauptrollen spielten Oriana Schrage („Die Standesbeamtin“) und Regula Imboden („Der Fürsorger“), während Roeland Wiesnekker („Strähl“), den Fiesling Frank spielte.

Ritzel und Fats Frank (Roeland Wiesnekker)

Ritzel und Frank (Roeland Wiesnekker)

Für die, im Film zu sehenden, Velokuriere wurden professionelle FahrerInnen vom Zürcher „Veloblitz“ verpflichtet.
Auch die drei Hauptdarsteller mussten zur Vorbereitung mit den echten Kurieren mit auf Tour.

Der Film entstand zu einem Grossteil auf den Strassen Zürichs und in vorhandenen Gebäuden.
Bloss das Hauptquartier der „Genossenschaft“ wurde extra für den Film errichtet, in einer leerstehenden Fabrikhalle.

Fazit:
„Nomen Est Omen“ – diese Weisheit gilt auch für „Dead Fucking Last“.

Der Film, dessen Grundidee eigentlich gar nicht so schlecht wäre, kommt nicht über das Niveau einer müden Durchschnittskomödie, wie sie hierzulande leider des öfteren vom Stapel gelassen werden, hinaus.

Die Geschichte ist nach 0815-Muster gestrickt, und der Humor hat weder Tiefe noch Biss.
Vereinzelte interessante Ansätze, wie der Konflikt zwischen den alternativen Alt-Revoluzern und den schnöseligen Hipstern, oder die Kritik am kapitalistischen System, die durchaus komödiantisches Potential gehabt hätten, werden nur am Rande angeschnitten.

Hinzu kommen Schauspielleistungen, die so wohl nicht einmal im Laientheater akzeptabel wären.

Markus Merz spielt noch einigermassen akzeptabel, und vermag als Möchtegerne-Che den einen oder anderen Lacher hervorzurufen.
Danach geht es jedoch steil bergab bis hin zu Mike Müller, der eine totale Fehlbesetzung ist, und dessen unechtes und aufgesetztes Pseudo-Züridütsch gehörig auf den Wecker geht.

Auch Roeland Wiesecker, ansonnsten eigentlich stets ein sicherer Wert, spielt absolut unter seinem Wert.
Das seine Auftritte zudem mit düsteren Klavierklängen untermalt werden, damit auch noch der hinterste und letzte im Kinosaal merkt, dass man es hier mit einem gaaanz gaaaanz schlimmen Finger zu tun hat, löst bei mir nur Kopfschütteln aus.

Das beste an diesem Film bleiben die, rasant eingefangenen, Velofahrten durch die Stadt Zürich, und die eingespielten Punktitel aus den Achtzigern.
Ohnehin hätte der Film durchaus mehr vom Geist der Punkbewegung beziehungsweise der 80ies vertragen.

Was bleibt sind lahme Witze, eine zusammenkonstruierte Geschichte und unterdurchschnittliche Schauspielleistung.
Ein weiterer Tiefpunkt innerhalb der Schweizer Filmlandschaft.

2 von 5 Velo-Pneus

2

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