Life Of Pi

life_of_piDie Verfilmung des Bestsellers „Life Of Pi“ versprach ein bildgewaltiges, optisches 3D-Erlebniss.
Ob dem auch wirklich so ist ?

Uraufführung: 21.11.2012
Regie: Ang Lee
Darsteller: Suraj Sharma, Irrfan Khan, Gérard Depardieu, u.a…

Story:
Das südindische Pondicherry in den frühen fünfziger Jahren.
Pi Patel (Suraj Sharma), benannt – nicht etwa nach der archimedischen Kreiszahl, sondern dem Pariser Schwimmbad „Piscine Molitor“, ist ein äusserst ungewöhnlicher Junge.
Nicht nur dass er im Zoo seiner Eltern (Tabu und  Adil Hussain) lebt; nein, der aufgeweckte Knirps befasst sich auch intensiv mit den verschiedensten Religionen.

Als seine Eltern, aufgrund der wirtschaftlichen Lage, beschliessen mitsamt dem gesamten Zoo nach Kanada zu überschiffen, beginnt für Pi ein Abenteuer dass er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen hätte können, und dass ihn an die Grenzen des Möglichen bringt.

Denn in einem Sturm kentert der Frachter auf dem er, seine Familie und die ganzen Tiere sich befinden und Pi kann sich als einziger Überlebender auf ein kleines Beiboot retten.

Doch er ist nicht allein, und muss sich das Boot mit einem ausgewachsenen Tiger, genannt „Richard Parker“ teilen.

"Richard Parker" und Pi (Suraj Sharma)

„Richard Parker“ und Pi (Suraj Sharma)

Trivia:
Der Film basiert auf dem 2001 erschienen, gleichnamigen Roman von Yann Martel.
Bereits kurze Zeit nach seinem Erscheinen riss sich 20 Century Fox die Filmrechte unter den Nagel.
Die Suche nach einem passenden Regisseur gestaltete sich alledings schwieriger als angenommen.

War zunächst M. Night Shyamalan, der sich auch an die Erarbeitung eines Drehbuches machte, vorgesehen, musste man sich bereits 2005 auf die Suche nach einem neuen Gesicht für auf den Regiesessel machen.
Namhafte Regietalente wie der Mexikaner Alfonso Cuarón und der Franzose Jean-Pierre Jeunet reichten sich die Klinke in die Hand, ehe der taiwanische Regisseur Ang Lee („Crouching Tiger,Hidden Dragon“) 2009 übernahm.

Regisseur Ang Lee

Regisseur Ang Lee

Noch schwieriger erwies sich die Suche nach einem Hauptdarsteller.
Über 3000 junge Männer wurden gecastet ehe man sich für Suraj Sharma entschied. Für den indischen Studenten war es die erste Filmrolle überhaupt.
Für die Rolle des erwachsenen Pi, der seine Lebensgeschichte zu Protokoll gibt, war Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan im Gespräch, Lee endschied sich jedoch für den weniger bekannten Irrfan Khan („Slumdog Millionaire“), um nicht allzu sehr von der Handlung abzulenken. Aus demselben Grunde wurde auch der, bereits gecastete, Tobey Maguire, der die Rolle des Schriftstellers spielen sollte, durch Rafe Spall („Anonymous“) ersetzt.

In Nebenrollen sind die Bollywood-Schauspieler Adil Hussain und Tabassum Hashmi aka Tabu, der Taiwanese Wang Po-chieh, Andrea Di Stefano („Nine“) und Gérard Depardieu („Green Card“) zu sehen.

Gedreht wurde in Südindien, Taiwan und Kanada. Die Kameraführung übernahm der preisgekrönte Claudio Miranda („The Curious Case Of Benjamin Button“), während Ang Lees langjähriger Cutter Tim S. Squyres den Film schnitt.

Pi muss sich auf dem offenen Meer mit den verschiedensten Naturgewalten abgeben.

Pi muss sich auf dem offenen Meer mit den verschiedensten Naturgewalten abgeben.

„Richard Parker“ wurde von insgesammt vier verschiedenen Tigern dargestellt.
In einem Grossteil seiner Szenen wurde jedoch eine CGI-animierte Grosskatze verwendet. Für die Umsetztung der Computer-Effekte zeichnete sich „Rhythm & Hues Studios“ verantwortlich, die bereits den Löwen Aslan in „The Chronicles Of Narnia: The Lion, The Witch And The Wardrobe“ zum Laben erweckt hatten.

Der Soundtrack schrieb Mychael Danna („Little Miss Sunshine“), der bereits früher mit Ang Lee zusammengearbeitet hat. Den in tamilischer Sprache gehaltener Titelsong „Pi’s Lullaby“ sang die indische Musikerin und Sängerin Bombay Jayashiri.

Fazit:
„Life Of Pi“ gehört in die Kategorie der Filme, die sich nach nur einmaligem Betrachten unwiderruflich auf die Netzhaut brennen.

Denn, Ang Lee beweist, wie es schon Martin Scorsese, ein gutes Jahr vor ihm mit „Hugo“ tat, dass 3D mehr als nur eine technische Spielerei ist, und man -vorausgesetzt man setzt es richtig ein- wirklich starke Bilder erzeugen kann.

Der Film ist ein einziges Gemälde an Farben und Formen, grossartigen Szenerien und wunderbaren Landschaftsaufnahmen (bzw Meeresaufnahmen), und eben- absolut gelungenen Effekten.
Der CGI-Tiger, oder vielmehr seine Macher, verdient besonderes Lob; nicht eine Minute zweifelt man an der“Echtheit“ der Katze.

Die optischen Effekte tragen den Film ganz klar, und lassen die Handlung, die wie jede Castaway-Story eher simpel daherkommt, zur Nebensache werden.
Auch gewisse Längen in der Mitte der Geschichte, werden durch die optische Klasse gemildert.

Hinzu kommt ein äusserst interessanter Hauptdarsteller.
Jungschauspieler Suraj Sharma passt sehr gut in die Rolle und verkörpert sie äusserst glaubwürdig. Irrfan Khan seinerseits, ist eine Klasse für sich.

Mychael Dannas Soundtrack ist sehr gelungen, schlägt feine, leicht melancholische Töne an, und das Stück „Pi’s Lullaby“ ist schlicht wunderschön.

Die philosophisch-religiöse Message der Handlung wird äusserst dezent in den Film verwoben, nimmt nie Überhand und drängt sich dem Zuschauer nicht auf.
Allzuleicht hätte man hierbei in Kitsch verfallen können, was Ang Lee jedoch gekonnt umschifft, und ihm angerechnet gehört.
Das Filmende schliesslich ist eher speziell, regt aber sicherlich zum Nachdenken an.

Eine optische Augenweide in die man gerne versinkt, und mit der Regisseur Lee beweist, dass 3D nicht bloss in wuchtige Sci-Fi- oder Fantasy-Knaller gehört, sondern auch in einem Film der leisen Töne ihre Berechtigung hat.
Über kleinere Längen im Handlungsfluss sieht man ob der visuellen Kraft des Filmes getrost hinweg.

4.5 von 5 Survival Packages

4.5

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Eine Antwort zu Life Of Pi

  1. donpozuelo schreibt:

    Danke, dass du das Scorsese und „Hugo“ Beispiel anbringst. Genau das finde ich nämlich auch.
    „Life of Pi“ fand ich auch sehr gelungen und das mit dem Ende ist auch wahr. Aber gut, so ein bisschen was zum Nachdenken ist auch immer nicht schlecht 😉

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