Great Expectations

great_expectations„Great Expectations“ gehört zu Charles Dickens bekanntesten und auch meistverfilmten Werken.
Nun liefert Mike Newell seine Filmadaption des Stoffes ab.

Uraufführung: 11.9.2012
Regie: Mike Newell
Darsteller: Jeremy Irvine, Helena Bonham Carter, Ralph Fiennes, Robbie Coltrane, u.a…

Story:
Im viktorianischen England wird der Waisenjunge Pip (Toby Irvine) von seiner älteren Schwester (Sally Hawkins) und deren Mann, dem Schmied Joe (Jason Flemyng), grossgezogen.

Er ahnt nicht welch weitreichenden Folgen es haben wird, als er eines Tages einem entflohenen Strafgefangenen (Ralph Fiennes) bei seiner Flucht hilft.

Pip (Toby Irvine) trifft auf den seltsamen Sträfling (Ralph Finnes)

Pip (Toby Irvine) trifft auf den seltsamen Sträfling (Ralph Fiennes)

Zur selben Zeit kommt Pip in das Haus der verschrobenen alten Miss Havisham (Helena Bonham Carter), um derer Ziehtochter Estella (Helena Barlow) ein Spielgefährte zu sein.
Pip verliebt sich auf der Stelle in das Mädchen, da er jedoch aus einfachem Haus kommt, scheint sie für ihn unerreichbar.

Miss Havisham (Helena Bonham Carter) nimmt Pip unter die Lupe

Miss Havisham (Helena Bonham Carter) nimmt Pip unter die Lupe

Als Pip (Jeremy Irvine) einige Jahre später ein grösseres Vermögen von einem unbekannten Gönner erhält, und er in London zu einem Gentleman ausgebildet wird, scheint sich das Blatt jedoch zu wenden.
Er hält sich nun standesgemäss und gepflogen genug um bei Estella (Holliday Granger) um die Gunst ihrer Liebe anzuhalten.

Pip (Jeremy Irvine) trifft erneut auf Estella (Holliday Granger)

Pip (Jeremy Irvine) trifft erneut auf Estella (Holliday Granger)

Doch bald schon kommt er dem Geheimmniss und dem ominösen Spender hinter seinem Vermögen auf den Grund, und gerät in ernsthafte Gewissenskonflikte.

Trivia:
„Great Expectations“ aus der Feder Charles Dickens, erschien zwischen 1860 und 1861 als Fortsetzungsroman.
Die Geschichte wurde mehrfach verfilmt (unter anderem existiert auch eine Schweizer Fassung), die bekannteste Leinwandadaption ist sicherlich jene von 1946, von David Lean mit Alec Guinness.

Der britische Schriftsteller und Drehbuchautor David Nicholls („One Day“) schrieb 2011 das Script zu einer weiteren Filmfassung.
Mike Newell („Four Weddings and a Funeral“) stiess schon bald als Regisseur dazu.

Drehbuchautor David Nicholls und Regisseur Mike Newell (v.l.n.r)

Drehbuchautor David Nicholls und Regisseur Mike Newell (v.l.n.r)

Für die Hauptrolle des Pip wurde Jeremy Irvine („War Horse“) verpflichtet, sein Bruder Tony spielte die jüngere Version.
Holliday Grainger, durch Filme wie „Jane Eyre“ oder „Anna Karenina“ bereits mit dem Genre des Kostümfilmes vertraut, übernahm den Part der Estelle.

Die bekannten britischen Schauspieler Helena Bonham Carter („Fight Club“), Ralph Fiennes („Schindlers List“) und Robbie Coltrane („GoldenEye“), die allesamt in den „Harry Potter“-Filmen zu sehen waren, spielten die Rollen der Miss Havisham, des Sträflings Magwitch und des Anwaltes Mr. Jaggers.

Jason Flemyng („Lock, Stock and Two Smoking Barrels“) spielte Pips Ziehvater Joe, Sally Hawkins („Happy-Go-Lucky“) dessen Frau.

„Little Britain“-Star David Walliams ist zudem als Pip’s Onkel Pumblechook zu sehen.

Gedreht wurde zu einem Grossteil an „Originalschauplätzen“ in der Grafschaft Kent.

Fazit:
Schon unzählige Male wurde Dickens Roman bereits verfilmt.
Da kann man sich getrost fragen, ob es den eine weitere Adaption des Stoffes  überhaupt braucht, und ob diese so viel besser als die vorangehenden ist.

Nun man muss sagen, rein von der Machart her ist Mike Newell hier ein kleines Meisterwerk gelungen.
Tolle, kontrastreiche Bilder, wunderschöne Aufnahmen der Küsten, von Kameramann John Mathieson („Gladiator“) grossartig festgehalten.
Dazu kommen prächtige Kostüme und Ausstattungen, die das viktorianische Zeitalter wiederaufleben lassen.

Äusserst überzeugend sind auch die Schauspielleistungen.
Allen voran diejenigen von Helena Bonham Carter als völlig verschrobener Lady.
Ebenfalls sehr gut spielen Robbie Coltrane als intriganter Rechtsanwalt und Ralph Fiennes als geheimmnissvoller Magwitch.

Das Problem liegt bei der Story.
Nicht etwa Dickens Vorlage – Nein- sondern vielmehr der filmischen Umsetzung derselbigen.
Newell möchte möglichst viele Elemente des Romans in seinen Film packen und verliert sich dabei allzuoft in Details.

Die Handlung verzettelt sich und wirkt oft episodenhaft.
Will man ein Buch von über 500 Seiten in einen ungefähr zweieinhalbstündigen Film bringen, so muss man wohl oder übel das eine oder andere kürzen.
Das dies durchaus möglich ist hat David Lean mit seiner 46er Version durchaus bewiesen.

Aufgrund der Schwächen in der Handlung kommt der Film nicht über den Status einer Fernseh-Fassung heraus.
Schade, denn er hätte durchaus Potential zu mehr gehabt, was die optischen und schauspielerischen Qualitäten eindrücklich unter Beweis stellen.

3,5 von 5 (nicht erfüllten) Erwartungen

3.5

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2 Antworten zu Great Expectations

  1. Owley schreibt:

    Hm. Bin trotzdem gespannt, und sei es nur David Walliams‘ wegen (danke für den Spoiler 😦 ) 😛

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