Flight

p9253979_p_v8_ab12 Jahre hat Robert Zemeckis kein Realfilm mehr lanciert.
Nun hat diese Phase ein Ende gefunden.
Mit „Flight“ inszeniert er, mit Denzel Washington in der Hauptrolle, ein Fliegerdrama.

Uraufführung: 14.10.2012
Regie: Robert Zemeckis
Darsteller: Denzel Washington, Kelly Reilly, John Goodman, Melissa Leo, u.a…

Story:
Pilot William Whitaker (Denzel Washington), genannt Whip, erwacht nach einer durchzechten Nacht voller Alkohol und Drogen im Bett der Stewardess Trina (Nadine Velazquez).
Dumm nur, dass Whip in wenigen Stunden den nächsten Flug nach Atlanta fliegen soll.

Hübsche Begleitung (Nadine Velazques und Tamara Tunie v.l.n.r.)

Hübsche Begleitung (Nadine Velazques und Tamara Tunie v.l.n.r.)

Noch dümmer ist es, als das Flugzeug in einen Sturm gerät, und auch noch das Triebwerk ausfällt.
Whip gelingt es mit einem halsbrecherischen Manöver den Flieger zu landen.
Bei dieser Notlandung sterben 6 der 102 Passagiere an Bord der Maschine.

Spektakuläres spielt sich am Himmel ab

Spektakuläres spielt sich am Himmel ab

Whip, der sich beim Sturz nur leicht verletzte, kommt ins Spital.
Dort lernt er auch die Heroin-Süchtige Nicole (Kelly Reilly) kennen, die nach einer Überdosis eingeliefert wurde.
Von der Öffentlichkeit und der Presse wird Whitaker indess als Held gefeiert.

Whip (Denzel Washington) und Nicole (Kelly Relily)

Whip (Denzel Washington) und Nicole (Kelly Relily)

Als jedoch die Untersuchungsbehörde die Unfallursache zu ermitteln beginnt, und in Whips Blut, über 2 Promille Alkohol und Spuren von Kokain gemessen werden – was zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe führen könnte- muss dieser sich mit seiner langjährigen Sucht auseinandersetzen.

Hierbei hilft ihm ausgerechnet Nicole.

Trivia:
Seit 2000 („Cast Away“) hatte Robert Zemeckis keinen Realfilm mehr gedreht, als er sich 2011 entschloss, dieser Serie mit „Flight“ zu beenden.

Der Film ist lose von einem, 2000 vor der Bucht von L.A. stattgefundenen, Flugzeugabsturz sowie der spektakulären Wasserung eines Passagierfluzeuges 2009 im Hudson River, durch Chesley Sullenberger, inpiriert.

Oscarpreisträgern Denzel Washington („Malcom X“) spielte die Hauptrolle.
Nebst ihm wurden unter anderen Kelly Reilly („Sherlock Holmes: A Game of Shadows“) als Nicole, Melissa Leo („The Fighter“) als Untersuchungsbeauftragte Ellen Block, Don Cheadle („Hotel Rwanda“) in der Rolle des Anwalts Hugh Lang und John Goodman („The Big Lebowski“) als Whip’s Drogendealer besetzt.

Don Burgess der schon öfters mit Zemeckis zusammengearbeitet hat, übernahm die Kameraführung, und Zemeckis‘ Stammkomponist Alan Silvestri („Back To The Future“-Trilogie) schrieb den Soundtrack.

Regisseur Robert Zemeckis und Kameramann Don Burgess

Regisseur Robert Zemeckis und Kameramann Don Burgess

Der Film wurde in 45 Tagen, hauptsächlich an Originalschauplätzen, in Atlanta gedreht.

Tiefe Herstellungskosten, liessen das ganze Projekt nur gerade 31 Millionen Dollar kosten, was das Filmbudget (inflantionsbereinigt) zum günstigsten in Robert Zemeckis Karriere machte.

Fazit:
Die Vorfreude meinerseits, endlich wieder einen „realen“ Zemeckisfilm zu sehen, war zugegebenermassen nicht klein.

Der Regisseur, der mich einst mit seiner „Back To The Future“-Trilogie entzückte, und mit „Forrest Gump“ entgültig für sich gewann, hat ja im letzten Jahrzehnt einzig Motion-Capture-Filme wie „The Polar Express“ gedreht, und es war zu befürchten er habe sich endgültig vom „klassischen“ Kino verabschiedet.

Doch nun ist er zurück, und führt im Schlepptau eine ganze Reihe grosser Namen, angeführt von Denzel Washington, mit sich.

Eben gerade dieser Denzel Washington ist es auch der den Film über weite Strecken trägt.
Der Schauspieler gibt vollen Einsatz, seine Darstellung des alkoholkranken Piloten ist sehr überzeugend, und er bügelt so manche Handlungsschwäche aus.
An seiner Seite, nicht weniger ansprechend, Kelly Reilly.
Die Britin spielt den Part der heroinsüchtigen Fotografin äusserst glaubhaft und eindrücklich.
Als dritter im Bunde wäre sicher noch Don Cheadle zu erwähnen, der den gewieften Advokaten Mr. Lang, mit einem leichten Augenzwinkern zu verkörpern weiss.

Weniger gelungen sind John Goodmans Auftritte.
Er spielt over the Top und seine Figur dreht allzusehr ins Lächerliche ab.

Da wäre noch die Story…
Obschon die Grundthematik um Alkoholismus ganz interessant wäre, und der Film auch vielversprechend anfängt, häufen sich mit zunehmender Dauer immer mehr dramaturgische Hänger im Drehbuch.
Zu viele Figuren und Handlungsstränge werden angeschnitten und nicht zu Ende geführt.

Umso intensiver setzt sich Zemeckins jedoch mit seiner Hauptfigur auseinander, was den Film klar retten kann.

In Punkto Machart kann der Film eigentlich auch punkten, insbesondere die Flugzeugszene ist spannend inszeniert.
Was jedoch stört, sind die Musikstücke, wie z.bsp. „Sympathy For The Devil“ von den Rolling Stones, die vielfach deplaziert wirken, und oftmals nur kurz angespielt werden.

„Flight“ bleibt ein Film mit grossen Ambitionen, welche über weite Teile unerfüllt bleiben, der jedoch von einem überragenden Denzel Washington sowie einer sehr guten Kelly Reilly getragen wird.

3.5 von 5 Flugmanövern

3.5

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