Gangster Squad

gs posterDie Schiesserei in einem Kino in Aurora, Colorado letzten Juli forderte nicht nur zahlreiche Menschenleben, die Tragödie führte auch dazu, dass, aufgrund der Pietät wegen, gewisse Szenen im Film „Gangster Squad“ neu gedreht werden mussten.
Der Film startete daher ein halbes Jahr später als geplant.

Uraufführung: 11.1.2013
Regie: Ruben Fleischer
Darsteller: Sean Penn, Josh Brolin, Ryan Gosling, Emma Stone, u.a…

Story:
Los Angeles 1949.
Der Gangsterboss Mickey Cohen (Sean Penn) herrscht mit eiserner Hand über die Stadt.
Korruption und illegale Geschäfte sind an der Tagesordnung.

Mickey Cohen (Sean Penn) terrorisiert L.A

Mickey Cohen (Sean Penn) terrorisiert L.A

Da ein Grossteil der Polizisten vo Cohen’s Leuten geschmiert worden sind, wagt sich keiner dem Treiben zu wiedersetzen.

Polizeichef Parker (Nick Nolte), erklärt dem Mob jedoch den Krieg.
Hierfür stellt er einen geheimen Stosstrupp, der ausserhalb des Gesetzes agieren soll, zusammen.

Angeführt von Sergant John O’Mara (Josh Brolin), gehören dem Team noch der Drogenfahnder Coleman Harris (Anthony Mackie), der technikversierte Conway Keeler (Giovanni Ribisi), der legendäre Schütze Max Kennard (Robert Patrick) und dessen Sidekick, Navidad Ramirez (Michael Peña), an.

Das Team

Das L.A.- Team

Später gesellt sich auch noch O’Maras Kollege, Sergant Jerry Wooters (Ryan Gosling), zum Team dazu.

Gemeinsam führen sie nun einen erbitterten Guerillakrieg gegen Cohen, und drängen ihn immer mehr in die Ecke.

Grace (Emma Stone) und Jerry (Ryan Gosling)

Grace (Emma Stone) und Jerry (Ryan Gosling)

Dass sich Jerry allerdings in die Freundin des Gangsterbosses, Grace Faraday (Emma Stone), verguckt hat, verkompliziert die Gesamtsituation grundlegend.

Trivia:
Ruben Fleischers („Zombieland“) dritte Regiearbeit, basiert lose auf wahren Begebenheiten und dem Buch „Tales from the Gangster Squad“ von
Paul Lieberman.

Regisseur Ruben Fleischer

Regisseur Ruben Fleischer

Mickey Cohen, Kopf der „Kosher Mafia“, einer jüdischen Verbrecherorganisation in Los Angeles, lebte zwischen 1913 und 1975, und war in der Vergangenheit bereits mehrfach Thema in verschiedensten Filmen („Bugsy“, „The Black Daliah“)

In Fleischers Film wurde der Mobster von Sean Penn („Milk“) dargestellt.
Sein Gegenspieler, Polizeichef Bill Parker, ebenfalls eine historische Figur, wurde mit Nick Nolte („The Thin Red Line“) besetzt.

Nebst den beiden Oscarpreisträgern spielten nebst anderen Josh Brolin („Men In Black 3“), Ryan Gosling („Drive“) Anthony Mackie („8 Mile“), Giovanni Ribisi („Lost In Translation“) und Michael Peña („End Of Watch“) mit.

Robert Patrick, bekannt als T-1000 aus „Terminator 2“ gab den schiessgewanten Detective Max Kennard.

Die weiblichen Hauptrollen übernahmen Emma Stone („The Amazing Spider-Man“) die Cohens „Mädchen“, Grace Faraday, spielt, und die, aus der Krimiserie „The Killing“ bekannte, Mireille Enos, die Connie O’Mara verkörperte.

Die Kameraführung übernahm Dion Beebe („Memoirs Of A Geisha“), während Steve Jablonsky, Komponist der „Transformers“-Reihe, den Score schrieb.

Eigentlich hätte der Film, der 2011 abgedreht wurde, bereits im September 2012 veröffentlicht werden sollen.
Aufgrund des tragischen Amoklaufes in einem Kino in Aurora, wurden jedoch sämtliche Trailer, in denen eine Szene gezeigt wurde, in der die Gangster bewaffnet ein Kino stürmten, zurückgezogen.
Die Szene wurde aus dem Film entfernt, neue Szenen gedreht und das Ganze komplett neu geschnitten.

Fazit:
„Gangster Squad“ ist wie es der Titel vermuten lässt, ein Film, der im Genre des Gangsterfilms anzusiedeln ist.

Dies sieht man dem Werk in jeder einzelnen Einstellung an.
Optisch orientiert sich Fleischer klar an Genrevertretern wie „L.A. Confidential“ oder „Once Upon A Time In America“, aber auch klassische Film-Noir- Filme wie „The Maltese Falcon“ oder „The Big Sleep“ werden zitiert.

Das ganze wird vom Oscar-prämierten Kameramann Beebe wunderbar in Szene gesetzt.
Satte Farben, leicht körniges Bild, Detailaufnahmen und Slow-Motion; da wird die ganze Palette aufgefahren um ein stimmiges Gesamtbild zu inszenieren.
Der Look und der Styl ist ohnehin der grosse Trumpf des Streifens.

Denn die Story und Charaktere sind, mal gelinde ausgedrückt, eher schlicht.
Die Handlung ist nicht schlecht, jedoch vorhersehbar, erinnert mehr an Kriegsfilme im Stil von „The Dirty Dozen“ oder „The Wild Geese“ und für einen Gangsterfilm zu wenig wendungsreich.
Gleiches lässt sich von den Charakteren sagen, die eher Klischeehaft wirken.

Aber eben an diesem Punkt kommen die Schauspieler ins Spiel.
Brolin und Gosling agieren überzeugend und machen durch ihr Schauspiel vieles wieder gut.
Emma Stone spielt ebenfalls sehr anspechend, und macht als Femme Fatale eine gute Figur.

Ganz klar aus dem Cast heraus, sticht jedoch Sean Penn.
Er spielt den Gangsterboss Cohen mit viel Mut zur Hässlichkeit und als wahres Ekelpaket.
Die Antiphatie des Publikum ist ihm ab der ersten Filmminute gewiss, was klar für Penns grosses Schauspiel spricht.

Zu den Schauspielern, die gegen Handlungsschwächen und plumpe Dialoge anspielen und dem grossartigem Look, gesellt sichzudem eine gehörige Portion knalliger Action.
Die eine oder andere Szene, könnte ob der blutigen Gewalt, zartbesaitete Gemüter etwas verstimmen; aber hey- schliesslich ist das kein Kinderfilm.
Oder anders ausgedrückt: hier gehts um Mickey Cohen und nicht um Mickey Mouse.

Opulent inszeniertes, bildstarkes Gangster-Epos, welches leider etwas wenig Substanz hat.
Doch die Schauspieler holen die Kohlen aus dem Feuer, bzw. das beste aus dem Drehbuch raus.
Etwas mehr Mut zur Story, und der Film wäre am Ende gar ein Meisterwerk geworden.

4 von 5 LAPD-Polizeimarken

4

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Eine Antwort zu Gangster Squad

  1. donpozuelo schreibt:

    Ich habe den jetzt am Wochenende auch gesehen und kann dir eigentlich nur zustimmen. Den Mut zur Story hätte ich auch gerne gesehen, dennoch bleibt „Gangster Squad“ echt gute Unterhaltung. Ist halt schade, dass nicht alle Mitglieder des „Gangster Squad“ näher beleuchtet werden… so hätte der Film vielleicht noch ein wenig an Tiefe erlangen können… aber hey, es war unterhaltsam, es sah verdammt gut aus, was will man mehr? 😉

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