Lincoln

lincoln-posterAbraham Lincoln zählt zu den populärsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Zahlreiche Filme wurden schon über den Politiker gedreht.
Nun widmet sich auch Steven Spielberg „Honest Abe“.
Der Film kam in den USA sehr gut an, und wurde gleich für 12 Oscars nominiert.

Uraufführung: 8.10.2012
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Sally Field, Tommy Lee Jones, Joseph Goron-Levitt, u.a…

Story:
1865, Amerika befindet sich mitten im Bürgerkrieg, der republikanische Präsident Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis) wurde soeben für eine zweite Amtszeit gewählt.
Da sich das Kriegsglück in den letzten Schlachten stark zu Gunsten der Nordstaaten gekehrt hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Krieg gewonnen wird.

Das Ehepaar Lincoln (Sally Field und Daniel Day-Lewis) im Theater

Das Ehepaar Lincoln (Sally Field und Daniel Day-Lewis) im Theater

Lincoln kann sich daher voll und ganz dem Voranschreiten des 13. Zusatzartikels, der die Abschaffung der Sklaverei fordert, widmen.
Doch im Parlament stösst er auf Wiederstand.
Nicht nur die Demokraten unter dem Abgeordneten Fernando Wood (Lee Pace), der offen mit den Südstaaten sympathisiert, stellen sich gegen den Artikel.

Auch aus der eigenen Reihen, insbesonders vom radikalen Republikaner Thaddeus Stevens (Tommy Lee Jones), weht Lincoln ein kalter Wind entgegen.

Der Abgeordnete Thaddeus Stevens (Tommy Lee Jones)

Der Abgeordnete Thaddeus Stevens (Tommy Lee Jones)

Um bei der Abstimmung die nötige 2/3-Mehrheit zu erhalten ist dem Präsidenten und seinem Aussenminister William H. Seward (David Strathairn) jedes Mittel recht, und so werden unter grösster Geheimmhaltung Stimmen von Abgeordneten „gekauft“.

Zur gleichen Zeit, sendet Lincoln eine, ebenfalls geheimme, Delegation unter Leitung des Abgeordneten Francis Preston Blair (Hal Holbrook) los um mit Vertretern des Südens Frieandlungen zu führen.

Eine weitere Problematik stellt sich ihm, als sein ältester Sohn Robert (Joseph Gordon-Levitt) in die Armee eintreten will.
Sowohl Lincoln als auch seine Frau Mary (Sally Field) sind, sich des unglaublichen Blutvergiessens bewusst, gegen diesen Wunsch.
Doch kann es sich der Präsisent leisten, seinen eigenen Sohn zu schonen, wenn gleichzeitig Tag für Tag tausende junge Männer für sein Land ihr Leben lassen.

Trivia:
Schon seit langem schlug sich Erfolgs-Regisseur Steven Spielberg („Jurassic Park“) mit dem Gedanken zu einem Biopic über Abraham Lincoln, den legendären 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika herum.

Steven Spielberg

Steven Spielberg

1999 kontaktierte ihn die Pulitzerpreisträgerin Doris Kearns Goodwin, die schon Bücher über die verschiedensten US-Präsidenten veröffentlicht hatte, und berichtete ihm über ihr neustes Projekt, „Team of Rivals: The Political Genius of Abraham Lincoln“.

Spielberg war begeistert, und sicherte sich mit DreamWorks Productions noch vor der Veröffentlichung des Romanes die Filmrechte.

Ursprünglich war Liam Neeson für die Hauptrolle vorgesehen, nach dem Tod seiner Ehefrau, 2010, zog Neeson sein Engagement jedoch zurück und wurde durch Daniel Day-Lewis („There Will Be Blood“) ersetzt.

An seiner Seite spielte Sally Field („Forrest Gump“) die First Lady, Mary Todd Lincoln,
Joseph Gordon-Levitt („Looper“) und Gulliver McGrath („Dark Shadows“), Lincolns Söhne Robert und Tad.

Tommy Lee Jones („Men In Black“) verkörperte den Radikalen Abgeordneten Thaddeus Stevens, Lee Pace („The Fall“) dessen demokratischer Gegenspieler.

Für Hal Holbrook („All The President’s Men“), der den Abgeordneten Blair spielte, war es nicht die erste Berührung mit Lincoln.
Er spielte den legendären Presidenten in den TV-Serien „Lincoln“ und „North And South“.

David Strathairn („Good Night And Good Luck“) spielte Aussenminister William H. Seward, James Spader („Wall Street“), John Hawkes („Winter’s Bone“) sowie Tim Blake Nelson („O Brother Were Art Thou?“), die drei Lobbyisten William S. Bilbo, Robert Latham und Richard Schell.

Jackie Earle Haley („Watchmen“) war als Alexander H. Stephens, Vizepräsident der Konföderierten Staaten zu sehen.

Hinter der Kamera setzte Spielberg auf ein Team aus altbewährten Gesichtern, mit denen ehr zum Teil über Jahre zusammenarbeitet.

So war unter anderem Janusz Kaminski („Schindlers List“) für die Kameraarbeit verantwortlich, Michael Kahn („Raiders Of The Lost Arc“) für den Schnitt, Rick Carter („A.I. Artificial Intelligence“ ) für die Ausstattung, Joanna Johnston („Munich“) entwarf die Kostüme und Spielbergs Stammkomponist John Williams („Star Wars“-Reihe), schrieb den Filmsoundtrack.

Der Film wurde in den US-Bundesstaaten Illinois und Virginia gedreht, an vielen historischen Originalschauplätzen.

Der Film wurde für insgesamt 12 Academy Awards nominiert, unter anderem für den Besten Film, Beste Regie, sowie Bester Haupt- und Bester Nebendarsteller.
Ebenso war das Werk für 6 Golden Globes im Rennen, von denen jedoch nur Daniel Day-Lewis den Preis als bester Hauptdarsteller erhielt.

Fazit:
Steven Spielberg hat sich in seiner über vierzigjährigen Karriere schon bei so manchem Genre bedient, von Action über Drama bis zu Horror und Fantasy, war da schon fast alles vertreten.

Nun versucht sich der Tausendassa mit einem Biopic.
Und zwar nicht irgendeinem, sondern der Geschichte von Abraham „Honest Abe“ Lincoln.

Wobei es im Prinzip nur um die letzten Tage des Präsidenten, und die Ausarbeitung des 13. Zusatzartikels der US-Verfassung handelt.

Und genau da liegt der Hund begraben.
Spielbergs Film konzentriert sich 3 Stunden lang praktisch nur auf die Politdebatte.

Dies mag zwar vom geschichtlichen Standpunkt her, ganz interessant sein, allerdings bietet die Filmhandlung keinerlei Höhepunkte, und auf Figurenentiefe wird nur wenig gegeben, wodurch das Ganze sehr sehr langatmig daherkommt.

Zwar können die Darsteller mehr als nur überzeugen.
Day-Lewis verkörpert Lincoln sehr überzeugend, und man merkt, an Stimme, Bewegung und Mimik, dass er sich mit der Figur auseinandergesetzt hat.

Auch Tommy Lee Jones gibt den bärbeissigen Kongressabgeordneten Thaddeus Stevens, in der gewohnt knorrigen Lee Jones-Manier, lässt aber auch Platz für einen gewissen  Sanftmut.

Über die Machart müssen nur wenig Worte verloren werden, Spielberg, bzw. sein eingespieltes Team lässt hierbei nichts anbrennen, und bietet einen optisch 1A-inszenierten Film, mit grossartigen Settings und Kostümen.

Aber eben, leider können die besten Darsteller und die schönste Ausstattung eine langweilig inszenierte Story nicht retten.

Weder Lincolns Ambitionen, noch der Krieg bzw dessen Grauen, noch die Sklaverei werden genauer beleuchtet, und der, allzu dick aufgetragene, Pathos zum Ende des Films, mag vielleicht den Amerikanern die Brust anschwellen lassen, für mich ist er schlicht übertrieben.

Da hat mir doch Spielbergs „Amistad“, der letztere Thematik vertieft behandelt, wesentlich besser gefallen.

„Lincoln“ ist eher trockenes Politdrama denn Biopic, dass kammerstückhaft daherkommt, und keinerlei dramaturgische Höhepunkte verweisen kann.
Optisch gefällt der Film jedoch sehr, und die Darsteller sind vom Feinsten.
Doch Darsteller ist das eine, und Story das andere.
Und um Lincoln zu zitieren: „Ein geteiltes Haus kann nicht bestehen!“

3 von 5 (gekauften) Politikerstimmen

3

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Eine Antwort zu Lincoln

  1. donpozuelo schreibt:

    Man liest ja echt unterschiedliche Meinungen zu diesem Film – von „großartigem Meisterwerk“ bis „absoluter Müll“. Für mich war aber schon von vornherein klar, den Film muss ich mir nicht antun. Ich mag zwar Spielberg, aber zu Lincoln habe ich keinen Bezug. Dass es trocken werden würde mit langen Politdebatten hatte ich auch schon befürchtet.

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