Zero Dark Thirty

zdt 1Nachdem Kathryn Bigelow sich mit „The Hurt Locker“ dem Irakkrieg annahm, widmet sie sich nun mit „Zero Dark Thirty“ der Jagd nach Osama Bin Laden.
Der Film, insbesondere seine Hauptdarstellerin Jessica Chastain, wurden in den USA sehr gelobt, und erhielt fünf Oscarnominationen.

Uraufführung: 19.12.2012
Regie: Kathryn Bigelow
Darsteller: Jessica Chastain, Jason Clarke, Jennifer Ehle, Mark Strong, u.a…

Story:
Nach den Terroranschlägen vom 11.September 2001, erklärt die USA dem Terrorismus den Krieg.
Das CIA gibt der Jagd auf Al Kaida und deren Chef Osama Bin Laden, grösste Priorität.

Bei der Suche nach den Terroristen und anfallenden Verhören, zeigt sich der amerikanische Geheimdienst alles andere als zimperlich, und Methoden wie das berüchtigte „Waterboarding“ sind an der Tagesordnung.

Dies muss auch die junge Agentin Maya (Jessica Chastain) feststellen, die in die US-Botchaft von Islamabad versetzt worden ist, um dort ihren Kollegen Dan (Jason Clarke) zu unterstützen.

Fürs Vaterland - Maya (Jessica Chastain)

Fürs Vaterland – Maya (Jessica Chastain)

Durch unablässiges Zusamentragen von Fakten und intelligentem Kombinieren, kommt sie dem Ziel, Bin Laden zu schnappen immer näher.

00:30-Navy Seals stürmen Osama Bin Ladens Haus

00:30-Navy Seals stürmen Osama Bin Ladens Haus

Weder Rückschläge in der Arbeit, politischer Wechsel in Washington noch mehrere Attentate, unter anderem auf ihre Person, können sie stoppen.

Trivia:
Regisseurin Kathryn Bigelow und Drehbuchautor Mark Boal, die für den Irakkriegsfilm „The Hurt Locker“ 2009 den Oscar gewannen, wollten ursprünglich einen Film über die Schlacht bei Tora Bora, 2001, drehen, als am 2. Mai 2010 die Nachricht einging, dass Bin Laden getötet worden sei.

Kathryn Bigelow

Kathryn Bigelow

Bigelow und Boal schrieben daraufhin das Drehbuch um, und entschieden sich  stattdessen einen Film über die Jagd nach dem meistgesuchtesten Terroristen der Welt zu machen.

Der geplante Titel des Filmes war „For God and Country“.
„Zero Dark Thirty“ ist ein militärischer Ausdruck für 00:30; der exakten Uhrzeit, zu der Bin Laden getötet wurde.

Die Rolle der Agentin Maya, dargestellt von Jessica Chastain („The Help“), basierte auf einer realen CIA-Agentin, die bei der „Operation Neptune Spear“ tatsächlich federführend gewesen sein soll.

Nebst Chastain spielten Jason Clarke („Death Race“) und Jennifer Ehle („The King’s Speech“), ihre Kollegen Dan und Jessica, Mark Strong („Sherlock Holmes“) und Joel Edgerton („Animal Kingdom“) die Teamleiter, und „Soprano“-Star James Gandolfini gab den CIA-Chef.

Dieser wird im Film zwar nicht namentlich genannt, er ist jedoch stark an Leon Panetta, den damaligen Leiter der CIA, angelehnt.

Der Film wurde zu einem Grossteil in Indien gedreht.

Den Soundtrack schrieb der Franzose Alexandre Desplat („The Queen“).

Für die Kamera war Greig Fraser („Killing Them Softly“) verantworlich, während Dylan Tichenor („There Will Be Blood“) und William Goldenberg („Seabiscuit“) den Schnitt des Filmes übernahmen.
Sie wurden dafür mit einer Oscarnominierung belohnt; für Goldenberg nebst „Argo“ die zweite dieses Jahr.

Weitere Oscarnominierungen erhielt der Film in den Kategorien „Bester Film“, „Bestes Originaldrehbuch“, „Bester Tonschnitt“ und „Beste Hauptdarstellerin“.
Jessica Chastain gewann in der selben Kategorie bereits den Golden Globe, sowie den Satellite Award.

Fazit:
Terrorfürst Bin Laden ist noch nicht mal unter der Erde, bzw. in seinem Fall am Grunde des Ozeans, da erscheint schon ein Film über seine Tötung.

Kathryn Bigelow, die erste Frau die je einen Regie-Oscar gewann, scheute sich nicht, widmet sich dem hochbrisanten Stoff.
Doch nicht nur hinter der Kamera ist eine toughe Frau am Werk, auch die tragende Hauptrolle ist weiblich.

Frauenpower vs. Al Kaida, quasi…
Doch wer eine Ellen Ripley oder Lara Croft zu sehen erwartet, wird entäuscht.
Denn Maya arbeitet mit Grips anstatt Gewalt, ist an den eigentlichen Aktionen zwar nur indirekt beteiligt, kann ihre Vorgesetzten jedoch Kraft ihrer Worte im Schach halten und ringt ihnen dabei so manche Zusage ab.

Jessica Chastain spielt überzeugend, auch wenn man sich stellenweise mehr Tiefe erwünscht hätte; doch dazu später mehr.

Die Story entwickelt sich langsam, zu Beginn dümpelt sie, trotz der eindrücklichen Folterszene am Anfang, eher schleichend daher und kommt erst nach und nach in Fahrt.
Doch was folgtt ist spannend inszeniert und gipfelt in einer äusserst spannungsgeladenen Schlussszene.

Hinzu kommt der wuchtige Score von Desplat, der den Film wunderbar untermalt.

Leider fokusiert sich der Film auf die Story und bietet daneben nur wenig Figurentiefe. So wirken die Charaktere so austauschbar und platt wie Schachfiguren, auf dem Spielbrett.
Gegen diese Schwäche kommt nicht mal Jessica Chastain an.

Ein weiterer Minuspunkt ist für mich die Einseitigkeit mit der der Stoff behandelt wird.
Haupsächlich die US-Seite in der Geschichte wird beleuchtet, die Unterstützung der Pakistani, namentlich des Arztes Shakil Afridi, wird nur am Rande angedeutet.

Auch eine kritischere Auseinandersetzung mit den Methoden des US-Geheimdienstes, findet meiner Meinung nach zuwenig statt.
Zwar werden Folterszenen (äusserst explizit) gezeigt, keine der Figuren hinterfragt dieses Handeln jedoch ernsthaft.

Somit bleibt „Zero Dark Thirty“ ein Film mit spannender Handlung zwar, und einer tollen Hauptdarstellerin, dem jedoch die nötige Tiefe fehlt, und der etwas gar undifferenziert daherkommt.

3 von 5 bärtigen Terroristen

3

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