Oz: The Great And Powerful

ozgpL.Frank Baum’s Bücher um das Land Oz und dessen geheimnissvollen Zauberer, haben in Amerika den selben Stellenwert wie in Europa die Märchen der Gebrüder Grimm.
Sam Raimi liefert nun mit „Oz: The Great And Powerful“ eine Vorgeschichte zu Baum’s Werk.

Uraufführung: 8.3.2013
Regie: Sam Raimi
Darsteller: James Franco, Michelle Williams, Rachel Weisz, Mila Kunis, u.a…

Story:
Oscar Diggs (James Franco), genannt Oz, ist ein Frauenheld und Lebenskünstler, der seinen Unterhalt als Jahrmarktszauberer im Kansas der Jahrhundertwende verdient.
Eines Tages gerät er mit seinem Heissluftballon in einen Wirbelsturm, der ihn direkt in ein zauberhaftes Land, welches ebenfalls Oz heisst, befördert.

Er trifft auf die gute Hexe Theodora (Mila Kunis), die ihn im den langerwarteten, prophezeiten Zauberer, der das Land von dem Bösen befreien, und ihm dauerhaften Frieden bringen kann, sieht.

Er lässt sie in ihrem Glauben, und folgt ihr in die Smaragdstadt, der Hauptstadt des Landes, wo ihre Schwester Evanora (Rachel Weisz) über den, vakanten, Thron wacht.

Evanora (Rachel Weisz) und Theodora (Mila Kunis)

Evanora (Rachel Weisz) und Theodora (Mila Kunis)

Diese eröffnet ihm, dass er nur Herrscher über das Land werden, und den sagenhaften Schatz erhalten könne, wenn es ihm gelinge, die Böse Hexe (Michelle Williams) zu töten.

Widerwillig macht er sich, gemeinsam mit Finley, einem fliegenden Äffchen (Stimme: Zach Braff), auf „Hexenjagd“, immerhin winkt ein riesiger Goldschatz als Belohnung.
Unterwegs treffen sie auf ein kleines, aus Porzellan gefertigtes, Mädchen (Stimme: Joey King), dessen Dorf von den Flugaffen der bösen Hexe zerstört wurde.

"Follow the yellow brick road"  Oz (James Franco)

„Follow the yellow brick road“ Oz (James Franco)

Oz muss jedoch bald feststellen, dass im Land hinter dem Regenbogen nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, und die Grenzen zwischen Gut und Böse fliessend sind.

Trivia:
L.Frank Baum’s „The Wizard Of Oz“, und die darauffolgenden dreizehn Bücher waren schon zur Zeit ihrer Veröffentlichung wahre Bestseller der Kinderliteratur.
Kein Wunder dass sich der Märchenkino-Onkel Walt Disney höchstpersönlich, zeitlebens um eine Verfilmung des Stoffes bemühte.

Die Rechte am Erstling schnappte ihm ja bekanntlich Louis B.Mayer von MGM weg und machte daraus das weltbekannte Filmmusical mit Judy Garland in der Hauptrolle.
Erst in den Fünfzigern sollte der Mickey Maus- Konzern in Besitz der Filmrechte kommen.
1985 schliesslich, erschien mit „Return To Oz“ eine Quasi-Fortsetzung des 1939 Klassikers.

Nun entschlossen sich die Disney-Studios dazu, die (inoffizielle) Vorgeschichte zu Baums Büchern zu verfilmen.
Das 200 Millionen Dollar-Projekt wurde Produzent Joe Roth anvertraut, der mit Tim Burton’s „Alice In Wonderland“ einen der grössten finanziellen Erfolge der Studios in den letzten Jahren verbuchen konnte.
Das Drehbuch verfassten Mitchell Kapner („The Whole Nine Yards“) und David Lindsay-Abaire („Rise Of The Guardians“).
Alls Regisseur war zunächst Sam Mendes vorgesehen, schliesslich erhielt Sam Raimi („Evil Dead“) den Zuschlag.

Regisseur Sam Raimi und Hauptdarsteller James Franco

Regisseur Sam Raimi und Hauptdarsteller James Franco

Dieser setzte auf ein altbewährtes Team:
Peter Deming („Drag Me To Hell“) sass hinter der Kamera, Bob Murawski („Army Of Darkness“) schnitt den Film, und mit Danny Elfman („Nightmare Before Christmas“) kehrte Sam Raimis Stammkomponist, mit dem er sich nach „Spider Man 2“ verworfen hatte, zurück.

Mariah Carey steuerte den Song „Almost Home“ zum Score bei.

Für die Hauptrolle sah man zunächst Robert Downey Jr. vor, und auch Johnny Depp war im Gespräch, ehe sich Regisseur Sam Raimi für James Franco entschied, mit dem er bereits bei der „Spider-Man“-Trilogie zusammenarbeitete.

Die Rollen der drei Hexen gingen an Rachel Weisz („The Constant Gardener“) als Evanora, Mila Kunis („Ted“) als Theodora und Michelle Williams („My Week With Marilyn“) in der Rolle Glindas.

Zach Braff („Scrubs“ – TV) verkörperte Frank, Oscars Assistenten und lieh dem Äffchen Finley seine Stimme.
Den Voicecast des Porzellanmädchens übernahm Joey King („The Dark Knight Rises“).
Die Figur selber wurde mittels einer Marionette, geführt vom weltberühmten Puppenspieler Philip Huber, zum Leben erweckt.
Diese wurde anschliessend mittels CGI nachbearbeitet und den Gesichtszügen Joey Kings ergänzt.

In weiteren Rollen waren unter anderem Bill Cobbs („The Taking Of Pelham One Two Three“) und Raimis Bruder Ted als Tinkerer zu sehen.

Bruce Campbell, bekannt aus der „Evil Dead“-Reihe, und in zahlreichen Filmen Sam Raimis zu sehen, hatte auch hier einen kleineren Auftritt; als ein Wächter.

Gedreht wurde auschliesslich in den „Mowtown Motion Pictures Studios“ in Pontiac, Michigan.
Die Bühnenbilder entwarf Set Designer Robert Stromberg, der für seine Arbeit an „Alice In Wonderland“ einen Oscar erhalten hatte.

Fazit:
„Oz The Great And Powerful“ orientiert sich stark an „The Wizard Of Oz“, das steht fest.
Mehr noch, der Film ist eine, geradezu hingebungsvolle, Hommage an den 1939er Technicolor-Klassiker.

Dies zeigt sich insbesondere in der visuellen Gestaltung des Filmes, vom Schwarz-Weiss-Anfang, über die zahlreichen Sets und Locations, die eins zu eins aus dem MGM-Streifen übernommen und liebevoll erweitert wurden, bis hin zum Design der Charaktere und Wesen.

Ohnehin liegt die grosse Stärke des Films in seiner optischen Kraft.
Tolle Sets und gutes CGI geben sich die Hand und verschmelzen zu einem äusserst ansprechenden Ganzen.

Storytechnisch hingegen, verlangt der Film seinem Zuschauer nicht allzu viel ab.
Dies war jedoch abzusehen, überrascht nicht weiter, und soll ja nichts Schlechtes verheissen.
Auch wenn gewisse Handlungstwists und dramaturgische Eckpunkte voraussehbar sind (teils aufgrund der Konstelation der Handlung, teils aufgrund der Kenntnisse des „Originals“), so wird doch ganz geradlinig erzählt, und der Film gewinnt gegen den Schluss hin noch ordentlich an Fahrt.

Die Schauspielleistungen sind im grossen Ganzen sehr solide.
Einige der Figuren müssen sich zwangsläufig an ihren „Originalen“ aus der 1939-Version messen.
Insbesondere die Böse Hexe des Westens kann hier nicht mit der überragenden Margaret Hamilton mithalten.

Aus dem Cast heraus, sticht ganz klar James Franco.
Er verkörpert den schlitzohrigen, profitorientierten Magier mit einer Mischung aus arroganter Selbstgefälligkeit und gewietzten Charme und legt dabei eine unglaubliche Spielfreude an den Tag.

„Oz: The Great And Powerful“ ist eine schöne Hommage an einen meiner liebsten Fantasyfilmen, in farbenprächtigen Bildern und mit einem gutem Cast.
Wenn er auch nicht ganz an die Vorlage heranreicht, so unterhält der Film doch ganz vorzüglich und schafft es den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.

4 von 5 Fahrten im Heissluftballon

4

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Eine Antwort zu Oz: The Great And Powerful

  1. donpozuelo schreibt:

    Ich war schwer begeistert von dem Film. Dass der nicht ganz an die Vorlage heranreicht, finde ich jetzt nicht so schwerwiegend, schließlich soll er ja auch nur heranführen an die Vorlage. So gesehen ist es ein wirklich spannendes und sehenswertes „Prequel“ geworden. Das zudem auch irgendwie Lust macht, sich den alten „Zauberer von Oz“ noch einmal anzuschauen. 😉

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