Hitchcock

Hitchcock-poster„Hitchcock“ erzählt die Entstehungsgeschichte von „Psycho“ und handelt von den Problemen, mit denen sich Alfred Hitchcock, bei den Dreharbeiten dazu, herumschlagen musste.

Uraufführung: 23.11.2012
Regie: Sacha Gervasi
Darsteller: Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johanson, Jessica Biel u.a…

Story:
1959: Regisseur Alfred Hitchcock (Anthony Hopkins) hat mit dem Spionagethriller „North By Northwest“ soeben seinen, bis dato, grössten Erfolg hingelegt.
Er wird mit Angeboten und Filmideen geradezu überhäuft, doch er möchte etwas neues, bahnbrechendes realisieren.

Da kommt ihm das Buch „Psycho“ in die Hände, dem die Geschichte des Serienkillers Ed Gains (Michael Wincott) zugrunde liegt.

Entgegen den Wiederständen von Produzenten und Bedenken seiner Freunde, plant der Regisseur den Stoff als Thriller zu verfilmen.

Es gelingt ihm die nötigen Produktionsgelder zusammen zu bringen und in Janet Leight (Scarlett Johanson) und Anthony Perkins (James D’Arcy) scheint er die idealen Hauptdarsteller gefunden zu haben.

Die Duschszene...

Die Duschszene…

Doch die Dreharbeiten gestalten sich als schwieriger als angenommen, nicht nur Nebendarstellerin Vera Miles (Jessica Biel) bereitet ihm Mühe, auch die Zensurbehörden treten ihm auf die Füsse und seine Ehefrau Alma Reville (Helen Mirren), die ihn bisher bei all seinen Filmen unterstüt hat, entschliesst sich lieber dazu, mit dem charmanten Drehbuchautor Whitfield Cook (Danny Huston) an dessen neustem Projekt zu arbeiten.

Alfred (Anthony Hopkins) und Alma (Helen Mirren)

Alfred (Anthony Hopkins) und Alma (Helen Mirren)

Trivia:
1998 erschien das Buch „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“ von Stephen Rebello, das den Entstehungsgeschichte von einem von Alfred Hitchcocks grössten Filmwerken aufzeigt.
2005 erwarb der Fernsehsender „Arts & Entertainment Network“ die Filmrechte daran, und plante zunächst daraus eine Miniserie zu machen.
Die Produzenten Ivan Reitman und Tom Pollock („Up In The Air“) erkannten jedoch dass in dem Projekt das Potential für einen Kinofilm lag.
Es dauerte allerdings bis 2011, ehe „Fox Searchlight Pictures“ grünes Licht für die Produktion gab.

Alfred Hitchcock (der Echte) am Set von "Psycho"

Alfred Hitchcock (der Echte) am Set von „Psycho“

Als Regisseur wurde der Brite Sacha Gervasi verplichtet, der damit sein Spielfildebüt realisierte.
Anthony Hopkins („The Silence Of The Lambs“) spielte die Titelrolle, Helen Mirren („The Queen“) Hitchcocks Frau, Alma Reville.
Scarlett Johansson („The Avengers“) spielte Janet Leigh, Jessica Biel („Elizabethtown“) verkörperte Vera Miles und James D’Arcy („Cloud Atlas“) schliesslich, gab Anthony Perkins, den Darsteller des Serienkillers Norman Bates.

Michael Stuhlbarg („A Serious Man“) verkörperte Lew Wasserman, Hitchcocks Agenten, Toni Collette („The Sixt Sense“) die Regieassistentin Peggy Robertson, und Richard Portnow (Se7en“) Barney Balaban, den Vorsitzender von „Paramount Pictures“.

Danny Huston („Clash Of The Titans“) spielte Whitfield Cook und Michael Wincott („Robin Hood: Prince Of Thieves“) verkörperte den Serienmörder Ed Gein.

Jeff Cronenweth („Fight Club“) führte die Kamera, Pamela Martin („The Fighter“) schnitt den Film.
Julie Hewitt („Spider-Man 2“) und Gregory Nicotero („Day Of The Dead“) waren für das Make-Up verantwortlich, und wurden hierfür promt mit einer Oscarnomination „belohnt“.

Danny Elfman („Red Dragon“) schrieb den Soundtrack, wobei er auch auf Bernard Hermanns originale Partituren zurückgriff.
Es war nur ein logischer Entwicklungsschritt, hatte Elfman doch bereits 1998 zum „Psycho“-Remake von Gus Van Sant die Musik (mehrheitlich Neuaufnahmen von Hermanns Score) beigesteuert, und bezeichnete Bernard Hermann mehrfach als sein erstes musikalisches Vorbild.

Gedreht wurde in und um Los Angeles, zum Teil auch in den Paramount Studios, wo der Originalfilm entstand.

Fazit:
Aufgepasst!
Wer in „Hitchcock“ ein Biopic über den Master of Suspence erwartet, muss entäuscht werden.
Der Film befasst sich über weite Strecken mit der Entstehung von „Psycho“.

Hitchcocks Privatleben, insbesonders die Beziehung mit seiner Ehefrau Alma wird allerdings ebenfalls beleuchtet und fungiert als eine weitere Handlungsebene.
Der Person Alfred Hitchcocks nähert sich der Film jedoch nur zögerlich.

Anthony Hopkins reicht mit seiner Darstellung zwar nicht an den echten Hitchcock heran (bzw. dass was man, dank geschikter Selbstinszenierung, von diesem zu kennen glaubt), er spielt dennoch ganz hervorragend.
Von Helen Mirren wird er indess wunderbar ergänzt.
Sie spielt schlicht umwerfend, auch wenn bezweifelt werden darf, dass die reale Alma Reville tatsächlich so agierte.

Scarlett Johanson, Jessica Biel und James D’Achrcy sind nicht nur optisch gut besetzt, auch agieren sie ganz gut.
Leider sind ihre Leinwandauftritte etwas gar kurz bemessen.

Vom Stil her kann der Film auf ganzer Linie punkten.
Nicht nur visuell lehnt sich der Film an die Bildsprache des Meisterregisseurs an, er ist voller Anspielungen und Remisenzen auf das Werk desselbigen.
Angefangen vom Score der sich nebst Bernard Herrman’s Stücken auch beim „Alfred Hitchcock Theme“ aus der Fernsehserie bedient, über verbale Zitate aus andern Streifen, bis hin zu „Auftritten“ verschiedenster Weggefährten Hitchcocks; die Verneigung vor dem Regisseur ist unabstreitbar und freut den Filmfan.

Weniger gut gelungen ist allerdings die Ausarbeitung der Story.
Klar, ein Making-Of (und das ist der Film in seiner Essenz) gibt vordergründig nicht allzuviel her, dass man bei dessen Inszenierung derart einfallslos vorgeht, ist schon schade.

Denn anstatt diesen Handlungsstrang zu vertiefen, springt der Streifen immer wieder zu Hitchcocks angeblicher Ehekrise und zeigt dessen seelische Konflikte.
Dieser Storypart kommt so vorhersehbar und platt daher, dass es offenkundig ist, dass er aus den Schreiberstuben Hollywoods kommt.
Hitchcocks imaginäre Zwiegespräche mit dem Serienkiller Ed Grain wirken irgendwie befremdlich und wollen nicht so ganz zum Rest der Story passen.

Somit bleibt „Hitchcock“ eine schön gemachte Hommage an ebendiesen, mit sehr gutem Cast, dem jedoch einen schwacher, unentschlossener Plot zugrunde liegt, und der dem Master of Suspence nicht wirklich gerecht wird.
Schade, dass die vorhandenen Möglichkeiten nicht besser verwertet wurden.

3,5 von 5 blondgelockten  Hollywoodschönheiten

3.5

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2 Antworten zu Hitchcock

  1. donpozuelo schreibt:

    So ähnlich bewerte ich den Film auch. Das Ganze blieb mir auch ein bisschen zu oberflächlich, denn von den Dreharbeiten selbst bekommt man ja auch nicht soo viel mit. Und das wäre sicherlich spannender gewesen als die Eheprobleme mit seiner Frau.

    Trotzdem schon interessant gemacht und auch von allen Beteiligten gut gespielt, nur fehlte mir eben etwas, genau wie du es sagst: Es war recht unentschlossen.

    • Mr. Nick schreibt:

      Habe im Anschluss an den Film mal wieder Truffauts Interviewsammlung „Mr. Hitchcock wie haben sie das gemacht?“ zur Hand genommen, und muss sagen, die Drehbuchfritzen hätten das wohl auch besser getan…

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