Quentin Tarantino zum 50.

Heute feiert mit Quentin Tarantino einer meiner absoluten Lieblings-Regisseure seinen 50. Geburtstag.

Grund genug für mich, einen der einflussreichsten, inovativsten und meistzitierten Filmschaffende der Gegenwart etwas näher zu betrachten.Image: Quentin Tarantino

Befasst man sich allerdings mit Tarantino, begibt man sich auf wacklige Böden, denn, der Mann erzählt gerne Geschichten, und ist zudem ein Meister der Selbstinszenierung.
Viele „Legenden“ und Geschichten die sich also um seine Person und Herkunft ranken, sind zwar spannend anzuhören, allerdings oftmals gut erfunden.

Ich versuche mich daher an gesicherte Fakten zu halten, und hoffe dabei nichts auszulasen.

Geboren am 27.3.1963, in Knoxville, Tenesse als Sohn der 16-Jährigen Krankenschwester Connie, zog er mit seiner Mutter schon bald nach Los Angeles.
Seine angeblich indianische Herkunft gehört wohl ins Reich der Legenden, ebenso dass er seine Jugend vornehmlich im Ghetto verbrachte.
Verbürgt ist allerdings dass sich sein cinephiler Stiefvater ihm annahm, ihn in Filme wie „The Wild Bunch“ mitnahm, und damit die Leidenschaft fürs Kino in dem Jungen weckte.

Er wollte Schauspieler werden, und verliess daher mit 15 Jahren frühzeitig die Schule.
Bis auf einen kleinen Auftritt in der TV-Serie „Golden Girls“ blieb ihm der Zugang zu Hollywood jedoch zunächst verwehrt.

So kam es, dass er sich sein Brot in einer kleinen Videotheke verdiente.
Hier zog er sich Filme aller Art, von Meisterwerken Akira Kurosawas und Jean-Luc Godard bis hin zu billigsten Trash- und B-Movies, rein.

Nebenbei schrieb er sein erstes, 500 Seiten umfassendes Drehbuch „The Open Road“, dass er allerdings in zwei Teile aufspalten musste.
Da kein Studio bereit war, das Werk, mit Tarantino als Regisseur, zu unterstützen, verkaufte er die beiden Drehbücher schliesslich.

Daraus entstanden Tony Scott’s „True Romance“ und Oliver Stone’s„Natural Born Killers“:

1992 konnte er mithilfe seines Produzenten, Lawrence Bender seinen ersten Spielfilm „Reservoir Dogs“ als Regisseur realisieren.
Nebst den Neuentdeckungen Tim Roth („Planet Of The Apes“) und Steve Buscemi („Big Fish“), verhalf Tarantino den Altstars Harvey Keitel („Bugsy“) und Lawrence Tierney („Arthur“) zu neuem Ruhm.
Der Gangsterfilm wurde ein durchschlagender Erfolg, und machte Tarantino über Nacht bekannt.

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Ein noch grösserer Erfolg wurde sein zweiter Streifen „Pulp Fiction“.
Der Film brachte John Travolta („Saturday Night Fever“) wieder in die A-Liga Hollywoods und machte Samuel L.Jackson („Die Hard – With A Vegance“) und Uma Thurman („The Avengers“) zu Stars.
Nebst der Goldenen Palme in Cannes, gewann der Film auch den Drehbuchoscar.

Beim 1995 erschienen Episodenfilm „Four Rooms“ bei dem er eine „Teilsequenz“ filmte, und dem Horror-Western „From Dask Till Dawn“ bei dem er das Drehbuch schrieb und eine der Hauptrollen spielte, arbeitete er erstmals mit Regie-Kollege Robert Rodriguez („Sin City“) zusammen.
Die beiden verbindet bis heute eine tiefe Freundschaft.

1997 folgte mit dem Blaxploitation-Krimi „Jackie Brown“ sein dritter „eigener“ Film.
Der Film stellte mit Pam Grier eine der Genre-Heldinnen ins Zentrum.

Das sowohl an das Japanische Kino, Kung-Fu Filme und den Spaghetti-Western angelehnte Rache-Epos „Kill Bill“ gab derart viel Material her, dass er den Film auf zwei Teile Splitten musste, die 2002 und 2003 ins Kino kamen.

Ebenfalls zweiteilig war das „Grindehouse“-Projekt, welches er gemeinsam mit Rodriguez realisierte.
Während der Mexikaner den Zombiefilm „Planet Terror“ drehte, verwirlichte Tarantino den blutigen Autofilm „Death Proof“ mit 80er-Acton-Star Kurt Russell („Escape From New York“) in der Hauptrolle.

Mit dem Nazifilm „Inglourious Basterds“ widmete er sich 2009 erstmals einem historischen Stoff.
Allerdings nahm er es mit geschichtlichen Ereignissen nicht so genau, und erzählte lieber eine blutige Rachestory, im Stil der italiennischen Kriegsfime.
Es war das erste Mal, in seiner Karriere, dass er in Europa drehte.
So verwundert es auch nicht, dass nebst Hauptdarsteller Brad Pitt („Fight Club“) viele Stars des europäischen Kinos wie Mélanie Laurent („Nighttrain To Lisbon“), Michael Fassbender („Shame“) oder Til Schweiger („Keinohrhasen“) mitspielten.
Für Christopher Waltz („The Green Hornet“), der den Nazi-Oberst Hans Landa gab, bedeutete der Film den internationalen Durchbruch und brachte ihm den Oscar für die beste Nebenrolle ein.

In seinem jüngsten Werk „Django Unchained“ widmete er sich dem Italo-Western (man beachte die Titelwahl…), und dies, obschon es sich um ein Südstaaten-Sklavereidrama handelt.
Nebst Jamie Foxx („Ray“) traten Leonardo Di Caprio („Titanic“), und Original-Django Franco Nero auf.
Nebst Christopher Waltz als Nebendarsteller, erhielt auch Tarantino für sein Drehbuch den Oscar.

Tarantino liebt es Filme und Regisseure aller Genres und Zeiten zu zitieren, von den Autorenfilmern der Nouvelle Vage über japanischen Regielegenden bis hin zu Altmeister wie Hitchcock oder Kubrick.
Für seine Filmsoundtracks wühlt er in den Tiefen seiner Plattensammlung, und gräbt dabei Tex-Mex oder Surf Klassiker aus den 70ern und Morricone Soundtracks aus.
Er besetzt seine Filme des öfteren mit, nahezu in Vergessenheit geratenen, Stars Hollywood und ermöglichte so bereits dem einen oder anderen Altstar erneut Fuss in der Traumfabrik zu fassen.

Man darf gespannt sein, was das Regietalent noch alles aus dem Köcher zaubern wird.
An Ideen mangelt es ihm auf alle Fälle nicht…

Ich werde ihm auf alle Fälle die nächsten Tage/ Wochen sein bisheriges Werk unter die Lupe nehmen, und wünsche ihm schonmal ein herzliches:

„Happy Birthday to You!“

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