Reservoir Dogs

reservoir_dogs_ver21992 erschien Quentin Tarantinos Kinoerstling „Reservoir Dogs“.
Der Film über eine Bande Gangster und einen gescheiterten Raubüberfall wurde zu einem absoluten Kultfilm und bedeutete für Regisseur Tarantino den Durchbruch.

Uraufführung: 23.10.1992
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Harvey Keitel, Michael Madsen, Steve Buscemi, Tim Roth, u.a…

Story:
Sechs Männer in schwarzen Anzügen, von denen keiner der andere kennt, treffen sich in einer Imbissbude.
Der Gangsterboss Joe Cabot (Lawrence Tierney) hat sie für einen Diamantendiebstahl engagiert. Zur Sicherheit gibt er jedem von ihnen einen Decknamen.
So wären da: Mr White (Harvey Keitel), Mr. Blonde (Michael Madsen), Mr. Orange (Tim Roth), Mr.Pink (Steve Buscemi), Mr. Brown (Quentin Tarantino) und Mr. Blue (Eddie Bunker). Ebenfalls mit von der Partie ist Joes Sohn „Nice Guy“ Eddie (Chris Penn).

Die wilden Hunde

Die wilden Hunde

Einige Stunden später.
Der Coup ging schief, die Polizei war eher da als erwartet und in der folgenden Schiesserei wurden Mr. Brown und Mr. Blue getötet.
Mr.White und Mr.Orange, welcher angeschossen wurde, begeben sich in eine verlassene Lagerhalle, dem abgemachten Treffpunkt der Gangster.
Kurze Zeit später trifft auch Mr. Pink, mitsamt den erbeuteten Diamanten, dort ein.
Er vermutet einen Spitzel in den eigenen Reihen und gerät mit White in einen handgreiflichen Streit.

Erst der dazugestossene Mr.Blonde kann die beiden auseinanderhalten.
Es ist ihm gelungen einen Polizisten (Kirk Baltz) zu kidnappen.

Let's dance

Let’s dance

Doch die Männer sind sich uneinig was nun angestellt werden soll.
Während White den, schwerverletzten Orange in ein Krankenhaus fahren möchte, will Blonde den Polizisten „verhören“ und Pink will sich so schnell wie möglich vom Acker machen, da er vermutet, die Polizei bald eintreffen könnte.

Trivia:
Quentin Tarantino arbeitete Anfang der Neunzigerjahre in einer kleinen Videothek in Kalifornien, und schrieb erste Filmdrehbücher.

Nach seinem ersten Kurzfilm „My Best Friend’s Birthday „, plante er mit dem bescheidenen Budget von 30’000 Dollars und unter Beteiligung von Kollegen, darunter Lawrence Bender, Mitbegründer von „A Band Apart“, Tarantinos Produktionsfirma, einen Gangsterfilm zu drehen.

Auf den Titel kam Tarantino angeblich aufgrund eines Missverständnisses, als er einem Kunde der Videothek in der er arbeitete „Au revoir, les enfants“ empfahl und dieser „No reservoir dogs“ verstand.

Lawrence Bender brachte über Kontakte den Schauspieler Harvey Keitel („Bugsy“) als Mr.White, ins Boot, der das Ganze auf eine völlig neue Ebene brachte.
Nicht nur half er damit das Budget auf 1,5 Millionen Dollar anzuheben, auch organisierte er ein grosses Casting, dank dem Steve Buscemi („Coffee And Cigaretts“) als Mr. Pink und Tim Roth („Rob Roy“) als Mr. Orange verpflichtet werden konnten.

Weitere Darsteller waren Michael Madsen („Thelma & Louise“) der Mr. Blonde gab, Eddie Bunker („Runaway Train“) als Mr. Blue und Kirk Baltz („Dances With Wolves“) in der Rolle des Polizisten.

Lawrence Tierney („Arthur“) und Chris Penn („Rush Hour“) spielten Joe und Eddie Cabot, und Komiker Steven Wright lieh dem Radio-DJ seine Stimme.

Steven Wright

Steven Wright

Als einzige Frau mit einem Sprechpart wurde Nina Siemaszko („The Artist“) für die Rolle einer Detektivin engagiert, ihre Szenen wurden jedoch aus dem fertigen Film geschnitten.

Die Kamera  führte der polnischstämmige Andrzej Sekula („American Psycho“), den Schnitt übernahm Sally Menken, die dies fortan, bis zu ihrem Tod, bei sämtlichen Filmen Tarantinos tat.

Der Filmscore besteht ausschliesslich aus Orignalstücken aus den 70ern, die den Film im Stil einer Radiosendung untermalen.

„Reservoir Dogs“ wurde als Independent-Movie an verschiedensten Filmfestivals wie dem Sundance Film Festival oder den Filmfestspielen von Cannes gezeigt, und wurde ein grosser Publikumserfolg.

Fazit:
Es gibt nur wenige Regisseure, die ein derart einschlagendes und fulminantes Erstlingswerk präsentieren, und den Erfolg und die Qualität anschliessend halten, und von Film zu Film kontinuierlich ausbauen können. Quentin Tarantino gehört zweifelsohne dazu.

In „Reservoir Dogs“ sind die Elemente, die seine späteren Filme ausmachen, bereits in Ansätzen vorhanden. Von coolen, teils irrwitzigen, Dialogen, einem Hang zur Gewalt, smoothem Filmsoundtrack, bis hin zu geschicktem Handlungsaufbau; alles ist da.

Zudem bietet der Film Frame für Frame Hommagen an die verschiedensten Genres und Regisseure.
Sei es Stanley Kubrick’s „The Killing“, Jean-Pierre Melville’s „Le Cercle Rouge“, Actionfilme wie „The Taking of Pelham One Two Three“ oder „City on Fire“ und den Italo-Western „Django“; der Film zitiert was das Zeug hält, und lässt Kinoliebhabern das Herz höher schlagen.

Das Ganze kommt mit einem Minimum an Darstellern, Sets, und Handlung aus, Tarantino holt daraus jedoch das Maximum heraus.
Dies liegt nicht unwesentlich am erstklassigen Drehbuch, das durch inteligenten Handlungsaufbau geschikt zwischen den zeitlichen Ebenen kursiert.
Der eigentliche Überfall wird nie gezeigt, stattdessen entwickelt sich der Film nach und nach zu einer profanen Charakterstudie.

Die bereits erwähnten, teils sehr witzigen Dialoge, die grösstenteils in der Pop-Kultur fruchten, und die coolness der Gangster, bieten einen ironischen Kontrast zur expliziten Gewalt die der Film bietet.

Hier kommen die Darsteller ins Spiel.
Sie überzeugen allesamt auf ganzer Ebene, und keiner von ihnen fällt aus dem Rahmen. Es zeigt sich, dass Tarantino, dem es selbst nie zum Schauspieler gereicht hat, grössten Respekt vor seinen Akteuren hat, und ihnen den nötigen Handlungsspielraum lässt.
Sie danken es ihm dadurch, dass sie zur Bestform auflaufen.

Von der Machart her, ist „Reservoir Dogs“ noch nicht ganz so perfekt wie seine Nachfolger, die ein Vielfaches dessen Budget aufweisen konnten.
Die Musikstücke passen zwar gut zum Film (man denke nur an Michael Madsen’s Tanzeinlage), haben aber längst nicht die stimmige Qualität, der Soundtracks von „Pulp Fiction“ oder „Kill Bill“.

Ein sehr gelungenes Filmdebut, das bereits als typischen „Tarantino“ bezeichnet werden darf, wenn es auch im Direktvergleich mit den späteren Werken des Regisseurs nicht ganz an die Spitze reicht.
Aber was heisst das schon bei Filmperlen wie „Pulp Fiction“ oder „Kill Bill“ ?

4.5 von 5 Madonna-Singles

4.5

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