Kill Bill – Volume 2

kill_bill_vol_two_ver6Knapp ein halbes Jahr nachdem „Kill Bill – Volume 1“ in die Kinos kam, folgte der zweite Teil von Tarantinos Racheorgie.
Spielte der Erstling noch über weite Teile in Japan, und war auch optisch und inhaltlich dem asiatischen Kino verpflichtet, so spielt sich die Handlund des zweiten Teils grösstenteil in den USA ab, und erinnert stark an das (Italo-) Westerngenre.

Uraufführung: 16.4.2004
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Uma Thurman, David Carradine, Michael Madsen, Gordon Liu, u.a…

Story:
Beatrix Kiddo (Uma Thurman), bekannt als die „Braut“, setzt ihren Rachefeldzug gegen Bill (David Carradine) und seine Bande fort.

Bill (David Carradine) - Herr über Leben und Tod

Bill (David Carradine) – Herr über Leben und Tod

Nachdem sie bereits die ersten beiden Namen auf der Liste eliminiert hat, stehen als nächstes Budd (Michael Madsen), Bills Bruder, der in der Mojavewüste in einem Wohnwagen haust, die einäugige, eiskalte Elle Driver (Daryl Hannah) und zu guter Letzt Bill höchstpersönlich, an.

Budd (Michael Maddsen) gönnt sich... ein Budweiser

Budd (Michael Maddsen) gönnt sich… ein Budweiser

Doch der Weg dahin ist lange und schwer.
Gut nur, dass sie einst Kung-Fu-Unterricht beim legendären Kampfkunstmeister Pai Mei (Gordon Liu) genossen hat…

Pai Mei (Gordon Liu) ist Beatrix (Uma Thurman) ein strenger Lehrer

Pai Mei (Gordon Liu) ist Beatrix (Uma Thurman) ein strenger Lehrer

Trivia:
Noch während den Dreharbeiten zu „Kill Bill“ entschloss sich Regisseur Quentin Tarantino dazu, das Werk in zwei Filme aufzusplitten.

Quentin Tarantino und  Uma Thurman

Quentin Tarantino und Uma Thurman

An Cast und Crew änderte sich folglich nur wenig.
Uma Thurman („My Super Ex-Girlfriend“), Michael Madsen („Reservoir Dogs“) und Daryl Hannah („Wall Street“) agierten erneut als die „Braut“, Budd, und Elle Driver. David Carradine („Bound for Glory „), der im ersten Teil nur schemenhaft zu sehen war, trat nun als Bill voll und ganz auf.

Perla Haney-Jardine („SpiderMan 3“) spielte das Mädchen BB, und die bereits in „Jackie Brown“ agierenden Sid Haig und Samuel L.Jackson, waren als Barkeeper bzw. Organist in der Kirche, zu sehen.

Gordon Liu aka Chia Hui Liu („The Man with the Iron Fists“) und Michael Parks („From Dusk Till Dawn“), die in Volume 1 als Anführer der „Crazy 88“ bzw Texas Ranger Earl McGraw zu sehen waren, spielten hier Pai Mei und den Bordellbetreiber Esteban Vihaio.

Für Gordon Liu war es nicht die erste Begegnung mit dem Kung-Fu-Meister Pai Mei.
Die sagenumwobene Figur des chinesischen Kampfmeisters trat in zahlreichen Kung-Fu-Filmen auf darunter auch in „Executioners from Shaolin“ in welchem er der Gegner von Liu’s Charakter war.

Bei der Zusammenstellung des Soundtracks holte Tarantino seinen Busenfreund Robert Rodriguez („Machete“) ins Boot.
So kam es, das im Soundtrack nebst Stücken von Ennio Morricone, Charlie Feathers und Johnny Cash, auch Lieder, komponiert von Rodriguez selbst, bzw.dessen Band „Chingon“, Verwendung fanden.

Die Kamera und der Filmschnitt betreuten wie schon bei „Volume 1“ Robert Richardson und Sally Menke.

Fazit:
Auch wenn der Film nahtlos an „Volume 1“ anschliesst, so unterscheidet sich „Kill Bill – Volume 2“ doch grundlegend von seinem Vorgänger.
War der erste Film über weite Teile eine Hommage an das asiatische Kino, so steht Teil zwei in der Tradition der Italo-Western.

War der Erstling auch von fulminant inszenierten Kampfszenen dominiert so wirkt daher Volume 2 wesentlich ruhiger als der erste Teil und legt sein Augenmerk vornehmlich auf dialoglastige Szenen – Man denke nur an Bills Superman-Monolog.
Dies bietet Tarantino die Möglichkeit sich vertieft mit seinen Charakteren und deren Backgrundstorys zu befassen.
Die Handlung verläuft zudem äusserst chronologisch, sieht man von einigen Rückblenden ab.

Bereits zu Beginn des Filmes wird beispielsweise in Rückblenden das Massaker, welches der Auslöser für den Rachefeldzug der „Braut“ war, gezeigt. Diese, konsequent in Schwarz-Weiss gehaltene Sequenz, wie auch der Eingangs-Monolog Thurmans, erinnern stark an das Cinema-Noir.

Viele Szenenen lassen Assozationen mit Sergio Leone’s Westernklassikern aufkommen, nicht zuletzt der Fight zwischen Beatrix und Elle, passend unterlegt mit Ennio Morricones Musik.

Ohnehin nimmt der „Maestro“, Morricone, bzw. dessen Klänge, einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Filmes ein. Wie einst Leone choreographiert Tarantino seine Szenen akribisch nach der Musik Morricones.

Es war zwar der erste Film in dem er auf Musik des italienischen Komponisten zurückgriff, dafür seither konsequent in jedem seiner Filme.

Die Machart des Filmes ist wie schon beim Erstling sehr gelungen, desshalb erübrigt es sich da noch gross Worte zu verlieren.

Schauspielerisch sieht es ganz ähnlich aus, die Darsteller die bereits in Teil 1 überzeugen konnten, tun dies auch hier.
Uma Thurman spielt fast noch besser als sie das im Vorgängerfilm tat und verleiht ihrer Figur neue Tiefe.
Mit David Carradine kriegt sie einen starken Sparingpartner, der ein äusserst feines und ausgewogenes Schauspiel bietet.

Die (zum Zeitpunkt der Dreharbeiten) erst 4-jährige Perla Haney-Jardine überzeugt als BB.

Mit dem Kung-Fu-Meister Pai Mei und dem Pimp Esteban Vihaio bietet der Film zwei Figuren, so abgedreht, wie sie nur ein Tarantino erschaffen kann.

„Kill Bill – Volume 2“ ergänzt seinen Vorgänger ebenso, wie er sich von ihm unterscheidet.
Genau dieser Kontrast und diese Dualität machen jedoch den Reiz des Gesamtwerkes aus.
Während „Volume 1“ einen eigenen Kosmos von Figuren und Orten erschuf und die eine oder andere Frage aufwarf, so strikt „Volume 2“ daran weiter und bietet gleichzeitig die Antworten.

Für sich alleine gesehen, kommt der zweite Teil nicht ganz an den ersten heran.
Die optische Klasse desselben bleibt unerreicht.
Dafür punktet „Volume 2“ mit starken Dialogen und Darstellern, allen voran Thurman und Carradine.

4.5 von 5 Trainingsstunden bei Pai Mei

4.5

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Eine Antwort zu Kill Bill – Volume 2

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