Iron Man

iron manDiese Woche läuft hierzulande der dritte Teil von Marvel’s „Iron Man“, mit Robert Downey Jr. in der Hauptrolle, an.
Grund genug für mich mal wieder die ersten beiden Streifen der Franchise anzusehen.
Den Anfang macht „Iron Man“ von Jon Favreau, aus dem Jahre 2008.
Der Film markierte nicht nur der Beginn der Filmreihe rund um den Eisernen, sondern auch der erste Film innerhalb des „Marvel Cinematic Universe“ welches seinen (vorläufigen) Höhepunkt in „The Avengers“ fand.

Uraufführung: 14.4.2008
Regie: Jon Favreau
Darsteller: Robert Downey Jr., Jeff Bridges, Gwyneth Paltrow, Terrence Howard, u.a…

Story:
Tony Stark (Robert Downey Jr.), schwerreicher Erbe eines Rüstungsunternehmers, Lebemann und Playboy, reist nach Afgahnistan, um dort seine neusten Waffen zu präsentieren.

Unterwegs wird sein Konvoi allerdings von Terroristen unter entführt, und dabei schwer verwundet.
Ein Mitgefangener namens Yinsen (Shaun Toub), versorgt Toni medizinisch und hilft ihm, wieder auf die Beine zu kommen.
Allerdings sind die Verletzungen frappant, und nur dank eines Elektromagnetes in seiner Brust, kann er fortan überleben.

Raza (Faran Tahir), Anführer der Terroristen fordert vom technikversierten Tony, dass er ihm exklusiv ein Raketensystem konstruiert.
Dieser denkt jedoch nicht daran, und bastelt sich stattdessen eine High-Tech-Rüstung, mit derer Hilfe er seinen Entführern entfliehen kann.

Do it yourself...

Do it yourself…

Zurück in den USA möchte er, geläutert durch seine Erfahrung im Nahen Osten, zunächst die Firmenpolitik seines Unternehmens ändern, und den Waffenhandel aufgeben, auch gegen den Willen seiner Nummer Zwei, Obadiah Stane (Jeff Bridges).

Tony (Robert Downey Jr.) und Obadiah (Jeff Bridges)

Tony (Robert Downey Jr.) und Obadiah (Jeff Bridges)

Nebenbei verbessert er seine Rüstung, und entschliesst sich, fortan als fliegender Superheld „Iron Man“ für das Gute zu kämpfen.
Dass er dabei jedoch die Aufmerksamkeit der US-Luftwaffe auf sich zieht, hat er nicht bedacht.
Gut nur dass er mit Lt. Colonel James Rhodes (Terrence Howard) einen Verbündeten bei der Air Force hat…

Trivia:
Nachdem „Warner Bros.“ in den 90ern mit den Batman-Filmen finanzielle Grosserfolge feiern konnte, wollte die Konkurrenz selbstverständlich mitziehen.
„Universal Pictures“ kaufte daher die Rechte an der 1963 ersonenen Marvel-Figur „Iron Man“.

Nicolas Cage zeigte Interesse an der Titelrolle, auch Tom Cruise war im Gespräch.
Als Regisseure wurden unter anderem Len Wiseman, Joss Whedon und Quentin Tarantino gehandelt.
Doch das Projekt zog sich dahin, und die Rechte wechselten zunächst zu „20th Century Fox“, später dann zu „New Line Cinema“.
Stan Lee, Mit-Kreator der Figur, Ted Elliott und Terry Rossio, und Jeffrey Caine schrieben in dieser Zeit an verschiedensten Drehbuchvorlagen.

2006 entschlossen sich dann schliesslich „Marvel Studios“, die bereits an Filmprojekten wie Sam Raimis „Spider-Man“-Trilogie oder den „X-Men“-Filmen beteiligt waren, den Film selbst zu produzieren.
Es war somit der erste Film den die Filmstudios des Marvel Verlages im Alleingang stemmen sollten.

Jon Favreau („Elf“) nahm auf dem Regiestuhl Platz und das Autorenduo Mark Fergus und Hawk Ostby  („Children Of Men“) sowie Arthur Marcum („Punisher: War Zone“) und Matt Holloway („Shadow Of Fear“) schrieben das endgültige Drehbuch.

Regisseur Jon Favreau und Gwyneth Paltrow

Regisseur Jon Favreau und Gwyneth Paltrow

Um möglichst nahe an den Comicvorlagen zu sein, liess Favreau das Projekt von Marvel-Zeichnern und -Textern wie Mike Millar, Joe Quesada und Brian Michael Bendis begutachten und sich von ihnen beraten.
Bei der Umsetzung von Iron Man’s Rüstung, erhielt Produktionsdesigner J. Michael Riva („The Color Purple“), Unterstützung von Comiczeichner Adi Granov.
Für die Spezialeffekte war George Lucas‘ „Industrial Light & Magic“ verantwortlich.

Clive Owen und Sam Rockwell waren im Gespräch für die Hauptrolle, doch Regisseur Favreau setzte sich dafür ein, dass Robert Downey Jr. („Sherlock Holmes“) den Part erhielt.
Terrence Howard („Hustle & Flow“) spielte Tonys Kollege James „Rhodey“ Rhodes, während Jeff Bridges („The Big Lebowski“) seinen Geschäftspartner Obadiah Stane gab.

Der Pakistani Faran Tahir („Star Trek“) verkörperte den Terroristen Raza, sein iranischstämiger Kollege Shaun Toub („The Kite Runner“) Tonys Mitgefangener Yinsen. Dieser war in den Comics ursprünglich ein chinesischer Wissenschaftler, man gab der Figur jedoch für den Film einen orientalischen Background.

Ebenfalls abgeändert wurde Tony Stark’s Butler Jarvis, der in den Comics ein Mensch war, für den Film aber zu einem Computer namens J.A.R.V.I.S. umgestaltet wurde, dem der Engländer Paul Bettany („A Beautiful Mind“) seine Stimme lieh.

Gwyneth Paltrow („Shakespeare In Love“) verkörperte Stark’s Assistentin Pepper Potts und Leslie Bibb („Zookeeper“) spielte die Journalistin Christine Everhart.

Samuel L. Jackson („Pulp Fiction“) und Clark Gregg („(500) Days of Summer“) spielten Nick Fury, Chef der Geheimmorganisation S.H.I.E.L.D. und dessen Agent Coulson.
Es war der erste von mehreren Auftritten der beiden Figuren.
Regisseur Jon Favreau spielte Stark’s Bodyguard und Chauffeur Happy Hogan, während Iron Man-Schöpfer und Marvel-Legende, Stan Lee einen Cameo-Auftritt als Hugh Hefner ablegte.

Für den Filmsoundtrack, den Hans Zimmer („Batman Begins“) produzierte, wollte man ursprünglich Harry Gregson-Williams verpflichten, da dieser jedoch anderweitig engagiert war, kam so Ramin Djawadi („Clash of the Titans“) zum Zug.
Nebst dem Originalscore und Verwendung des „Iron Man“-Themes aus der Cartoonserie fanden sich auch Hard-Rock-Stücke von AC/DC oder Black Sabbath auf dem Score ein. Tom Morello, Gittarist von „Rage Against the Machine“ und „Audioslave“, wirkte beim Score kräftig mit.

Matthew Libatique („Requiem For A Dream“) führte die Kamera, während Favreau’s Stamm-Cutter Dan Lebental („From Hell“) den Filmschnitt übernahm.

Gedreht wurde grösstenteils in Kalifornien und Nevada. Die in Afgahnistan spielenden Szenen, entstanden in Wirklichkeit in der Sierra Nevada.

„Iron Man“ war für mehrere Preise, darunter die Oscars für den besten Tonschnitt und die besten visuellen Effekte, nominiert.

Fazit:
Mit „Iron Man“, mit dem man, auch inhaltlich, neue Wege gehen wollte, startete Marvel das ambitionierte Unterfangen, fortan seine Comicverfilmungen selbst in die Hand zu nehmen.

Vom Stil her, unterscheidet sich der Film klar von früheren Marvel-Verfilmungen wie „Spider-Man“ oder „X-Men“. Im Gegensatz zu den oben genannten Filmen, präsentiert sich hier nicht ein klassisischer Superheld mit moralischem Saubermann-Image. Stattdessen wird dem Zuschauer als Protagonist ein ausgekochtes, aasoziales Arschloch präsentiert, der sich erst im Verlauf der Handlung zum Held wandelt, hierbei seinen Background jedoch nie verleugnet. Genau diese Figurenentwicklung gehört zu den Pluspunkten die Jon Favreaus Film ausmachen.

Die zweite, positiv herauszustreichende, Stärke ist der Humor den der Film aufweist. „Iron Man“ nimmt sich selbst nicht allzu ernst und strotzt nur so von augenzwinkerndem Humor und Seitenhieben.

Handlungsmässig fängt der Film fulminant an, und man wird sogleich Zeuge der Entstehungsgeschichte Iron Mans, und der Wandlung Tony Starks vom skrupellosen Waffenschieber zum Kämpfer des Rechts. Leider gestaltet sich die zweite Hälfte des Filmes wesentlich weniger packend, flacher und vorhersehbarer und der Schlussfight fällt auch etwas gar kurz aus.

Die grösste Stärke des Filmes liegt zweifelsohne in seinem Hauptdarsteller. Robert Downey Jr. gläntzt wortwörtlich in der Rolle des Tony Stark. Er spielt den galanten Playboy mit viel Schalk und einer grossen Portion Coolness, vergisst dabei aber nicht, ihm die nötige Menschlichkeit einzuhauchen. Nebst Downey verblassen seine Co-Stars Gwyneth Paltrow und Terence Howard,  geradezu.

Jeff Bridgets seinerseits hat mit seinem schwach geschriebenen Charakter zu kämpfen. Zwar gibt er sich die grösste Mühe, doch die Figur ist so platt und schwach gestaltet, dass selbst der „Dude“ Mühe hat dagegen anzuspielen.

Von der Machart her, ist „Iron Man“ gelungen. Wenn er auch nicht so künstlerisch ambitioniert wie ein „The Dark Knight“ oder „Watchmen“ ist, so sind die Effekte doch ganz gut. Eine grosse Stärke liegt zudem beim Score der dank Tom Morellos Gittarrenriffs, schön dreckig und rockig daherkommt, was durch Verwendung von AC/D’s „Back In Black“ oder Black Sabbath’s „Iron Man“ noch unterstrichen wird.

„Iron Man“ revolutioniert das Comicfilm-Genre nicht unbedingt, und wer eine tiefgründige, wendungsreiche Handlung erwartet, wird enttäuscht. Dafür wird eine klassische Superhelden-Story auf witzige Art und Weise angegangen. Robert Downey Jr. überzeugt durch gutes Schauspiel, viel Witz und Coolness. Leider ist sein Film-Gegner wenig überzeugend, ebenso das Schlussdrittel des Streifens. Als Anfang einer Filmreihe ist „Iron Man“ jedoch ganz akzeptabel.

4 von 5 Altmetallteile

4

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