Boys Are Us

Boys are usEine der ersten Reviews die ich auf diesem Blog verfasst habe war zum Film „Der Sandmann“ des Schweizer Regisseurs Peter Luisi.
Seit dieser Woche läuft nun Luisi’s neuster Film, „Boys are Us“ in unseren Kinos.
Grund genug für mich, mir das Werk zu Gemüte zu führen.

Uraufführung: 9.5.2013
Regie: Peter Luisi
Darsteller: Joelle Witschi, Deleila Piasko, Nicola Perot, Rafael Mörgeli, Peter Girsberger, u.a…

Story:
Nachdem sie von ihrem Freund verlassen worden ist, ist die 16-jährige Mia (Joëlle Witschi) todunglücklich.
Zum Glück gibts da noch die ältere Schwester Laura (Deleila Piasko).
Gemeinsam beschliessen die Mädchen, sich ein für alle Male an den Jungs zu rächen.

Hierfür benötigen sie einen „Dummen“, dem sie die  grosse Liebe vorgaukeln, und ihn anschliessend eiskalt abservieren wollen.

Bed and Breakfast (Peter Girsberger, Deleila Piasko, Joelle Witschi v.l.n.r.)

Bed and Breakfast (Peter Girsberger, Deleila Piasko, Joelle Witschi v.l.n.r.)

Auf einer Online- Dateplattform finden sie Timo (Nicola Perot / Peter Girsberger / Rafael Mörgeli) und scheinen in ihm das perfekte Opfer gefunden zu haben.
Der Rekrut mit einer Abneigung gegen Waffen, der selbst auch schon verletzt wurde, verliebt sich Hals über Kopf in Mia.

Dienst fürs Vaterland (Nicola Perot)

Dienst fürs Vaterland (Nicola Perot)

Als die beiden Mädchen ihn nun endgültig ins Abseits befördern wollen, merkt Mia dass sie, wider Erwarten, doch Gefühle für Timo entwickelt hat.

Mia und Timo (Joëlle Witschi und Rafael Mörgeli)

Mia und Timo (Joëlle Witschi und Rafael Mörgeli)

Trivia:
Peter Luisi („Der Sandmann“) fungierte bei „Boys Are Us“ sowohl als Regisseur, als auch als Drehbuchautor.

Peter Luisi (l.) und seine Darsteller

Peter Luisi (l.) und seine Darsteller

Kameramann Nicolo Settegrana der mit Luisi bereits an „Verflixt verliebt“ gearbeitet hatte, übernahm auch hier wiederum die Kameraführung.

Joëlle Witschi („Laura’s Party“) und Deleila Piasko („Cannabis“) spielten Mia und Laura. Für die Rolle von Timo wurden gleich drei Darsteller verpflichtet.
Nebst Nicola Perot („Tutti Giù „), spielten so der Theaterschauspieler Peter Girsberger und Rafael Mörgeli, Neffe des Nationalrates gleichen Nachnamens, mit.

Mörgeli, passionierter Musiker, steuerte mehrere selbst komponierte Stücke zum Film bei. Der Soundtrack erhielt nebenbei eine Komposition von Rapper Stress und dem House-Produzent Remady.

Der Film lief neben den Solothurner Filmtagen auch auf zahreichen internationalen Filmfestspielen, wie beispielsweise dem Chicago International Film Festival.

Fazit:
Cybermobbing ist ein aktuell brisantes Thema, und es ist sehr löblich, dass sich ein Schweizer Film dieser Thematik annimmt.
Leider kommt Luisi nicht über den guten Willen hinaus, und präsentiert ein recht flaches Teenie-Liebesdrama.

Die Story ist eher dünn, und um auf eine Laufzeit von gut 80 Minuten zu kommen, macht Luisi kurzerhand auf Tom Tykwer, und erzählt dieselbe Story dreimal.

Während Tykwer in „Lola Rennt“ jedoch die gleiche Geschichte auf drei unterschiedliche Weisen und mit verschiedenen Wendungen erzählt, wechselt in „Boys Are Us“ bloss der Darsteller.
Da die Geschichte zudem Szene für Szene wiederholt wird, wiederholt sich so jede Handlung dreimal. Dies löst am Anfang noch ein leichtes Schmunzeln aus, mit der Zeit nervt es jedoch ganz gewaltig.

Die Darsteller schaffen es zudem nicht, den Zuschauer zu berühren, und die Charaktere wirken teils sehr sehr plakativ.
Verstärkt wird dieser Eindruck zudem durch die harzigen, gekünstelt wirkenden Dialoge.

Technisch kann dem Film nichts vorgeworfen werden; ein ausgesprochen künstlerischer Wurf ist es allerdings auch nicht unbedingt.
Der Film ist zwar solide gemacht; starke, traumhafte Bilder wie in „Der Sandmann“ sucht man jedoch vergebens.

„Boy Are Us“ hat einen interessanten Ansatz, scheitert jedoch in der Ausführung an der platten Story, welche unnötig aufgeblassenen wurde, und Schauspielleistungen die nicht über Fernseh-Niveau hinaus kommen.

2.5 von 5 Corn Flakes-Schüsseln

2.5

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