The Great Gatsby (1974)

Great Gatsby, TheDiese Tage startet bei uns Baz Luhrmann’s Verfilmung von F. Scott Fitzgerald’s „The Great Gatsby“.
Grund genug, die letzte Hollywoodadaption des Stoffes von 1974 mit Robert Redford und Mia Farrow, anzusehen.
Der Film gewann seinerzeit zwei Academy Awards, darunter für die besten Kostüme, für welche sich unter anderen Ralph Lauren verantwortlich zeigte.

Uraufführung: 29.3.1974
Regie: Jack Clayton
Darsteller: Robert Redford, Mia Farrow, Bruce Dern, Sam Waterston, u.a…

Story:
Der junge Makler Nick Carraway (Sam Waterston) zieht in den 1920er Jahren nach Long Island, in eine kleine Hütte, in unmittelbarer Nachbarschaft der Villa des Multimilliardärs Jay Gatsby (Robert Redford).
Ebenfalls in der Nähe wohnt Nick’s Cousine Daisy (Mia Farrow) und ihr schwerreicher Mann Tom (Bruce Dern).

Tom (Bruce Dern) kann sehr überzeugend sein...

Tom (Bruce Dern) kann sehr überzeugend sein…

Die Ehe der beiden verläuft alles andere als harmonisch, und es ist ein offenes Geheimnis, dass Tom eine Affäre mit Myrtle Wilson (Karen Black), der Frau des örtlichen Tankwarts (Scott Wilson), hat.

Als Nick eines Abends zu einer von Gatsbys rauschenden Sommerparties eingeladen wird, macht er dort Bekanntschaft mit dem geheimnisvollen Gastgeber, und freundet sich alsbald mit ihm an.

Nick und Jordan, die Sonntagsfahrer (Sam Waterston und Lois Chilles)

Nick und Jordan, die Sonntagsfahrer (Sam Waterston und Lois Chilles)

Gatsby bittet Nick darum, ein Treffen mit Daisy zu arrangieren.
Bald werden Nick, Gatsbys Beweggründe klar: Daisy ist Gatsbys Freundin aus dessen Jugendtagen.
Nun flammt die Liebe von damals in den beiden wieder auf; allerdings sind die Folgen fatal…

Daisy (Mia Farrow) und Jay (Robert Redford)

Daisy (Mia Farrow) und Jay (Robert Redford)

Trivia:
F. Scott Fitzgerald’s „The Great Gatsby“ von 1925, gehört zu den grossen Meilensteinen der amerikanischen Literatur.
Der Roman wurde bereits mehrfach verfilmt als Robert Evans, Produktionsleiter bei Paramounts Picture die Rechte daran erwarb.
Er plante eine Verfilmung mit seiner Ehefrau Ali MacGraw in der weiblichen Hauptrolle.

Bestsellerautor Truman Capote legte eine erste Drehbuchfassung vor, er wurde allerdings bald schon ersetzt und zwar von keinem Geringeren als dem Filmemacher Francis Ford Coppola („The Godfather“).

Regisseur Jack Clayton (m) mit seinen Hauptdarstellern

Regisseur Jack Clayton (Mitte) mit seinen Hauptdarstellern

Als Regisseur wurde der Engländer Jack Clayton („The Innocents“) verpflichtet.
Für die Hauptrolle des Jay Gatsby waren Warren Beatty, Jack Nicholson und Steve McQueen im Gespräch, ehe Robert Redford („Butch Cassidy and the Sundance Kid“) den Part erhielt.
Da sich Ali MacGraw zwischenzeitlich von Evans getrennt hatte, war sie keine Option mehr für die Rolle der Daisy.
Faye Dunaway,  Natalie Wood und Lois Chiles waren nur einige der Namen die gehandelt wurden.
Schlussendlich wurde Mia Farrow („Rosemary’s Baby“) verpflichtet, Lois Chiles („Moonraker“) durfte die Golfspielerin Jordan Baker verkörpern.

Sam Waterston („The Killing Fields“) gab Nick Carraway, während Bruce Dern („The Driver“) Daisy’s Ehemann Tom spielte.
Karen Black („Family Plot“) und Scott Wilson („In the Heat of the Night“) verkörperten Myrtle und George Wilson.

Edward Herrmann, der bereits in „The Great Waldo Pepper“ und „The Paper“ an Robert Redford’s Seite spielte trat in der Rolle des Pianisten Klipspringer auf.

In weiteren Nebenrollen traten unter anderem Howard Da Silva („The Sea Wolf“) als der undurchsichtige Meyer Wolfsheim, Kathryn Leigh Scott („Dark Shadows“) als Myrtles Schwester Catherine und Roberts Blossom („Home Alone“) als Mr.Gatz auf.

Die Filmmusik schrieb Nelson Riddle („Lolita“), Douglas Slocombe („Raiders Of The Lost Ark“) führte die Kamera und Tom Priestly („Deliverance“) schnitt den Film.

Die Ausstattung des Filmes übernahm John Box („Lawrence Of Arabia“) während Theoni V. Aldredge („Three Days Of The Condor“) die Kostüme kreierte. Unterstützt wurde sie hierbei von den Modeschöpfern  Ralph Lauren und Barbara Matera.

„The Great Gatsby“ wurde in Rhode Island, New York City, dem englischen Windsor und den Pinewood Studios.

Der Film gewann den Oscar in der Kategorie Kostümdesign und Filmmusik und Karen Black gewann den Golden Globe als beste Nebendarstellerin.

Fazit:
„The Great Gatsby“ hält sich inhaltlich sehr nahe an die Buchvorlage, bringt die gesellschaftskritischen Untertöne von Fitzgerald gut zum tragen und versetzt den Zuschauer direkt in die Zwanziger Jahre.
Was dem Film jedoch etwas abgeht, ist die Figurentiefe der Vorlage.

Robert Redford spielt Jay Gatsby zwar in schlitzohriger, charmanter Weise, wie nur er es kann, die dunkle Seite der Figur kommt aber viel zuwenig zum Ausdruck.
Abgesehen davon gefällt mir Reford ganz gut, strahlt er doch grosse Ruhe und Coolness aus und füllt seine Szenen schauspielerisch aus.

Weniger gut gefällt hingegen seine Partnerin Mia Farrow, die mit ihrer aufgesetzten, narzisstischen Art, teils ganz gehörig auf die Nerven geht, und nur wenig Symphatien weckt.
Da agiert Karen Black wesentlich überzeugender, und schafft ihrer Figur mehr Charaktertiefe denn Farrow.

Nebst Redford ragt vorallem ein Darsteller aus dem Cast: Bruce Dern.
Er spielt den schnodrigen Multimilliardär Tom als selbstgefälliges, arrogantes Arschloch. Dies tut er mit solcher Intensität, dass es leichtfällt ihn als Antagonisten des Films zu akzeptieren.

Der grosse Pluspunkt des Filmes ist jedoch ganz klar seine Machart, die den Zwanzigerjahren huldigt.
Der Film lebt über Weite Strecken von seiner opulenten Ausstattung und den wunderbaren Kostümen, die die roaring Twenties wieder aufleben lassen.
Der Soundtrack des Filmes passt ebenfalls sehr gut in die Jazz-Ära, und untermalt die Grundstimmung der Handlung musikalisch sehr gut.

Auch wenn der Film nicht ein solches Meisterwerk, wie die Literaturvorlage, ist, gefällt er doch ganz gut.
Die prächtige Ausstattung, die erstklassigen Kostüme die glänzenden Automobile; all das lässt den Geist der roaring Twenties aufleben, und mit Robert Redford und Bruce Dern weist der Film zwei klasse Schauspieler auf.

3.5 von 5 Herrenanzügen in Sanftrosa

3.5

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