The Great Gatsby (2013)

the-great-gatsby-poster1Nachdem Baz Luhrmann sich bereits mit „Romeo + Juliet“ einer Literaturvorlage, und schon in „Moulin Rouge!“ einer historischen Glanzzeit annahm, wagt sich der Australier nun an F.Scott Fitzgeralds Jahrhundertroman „The Great Gatsby“ welcher die Dekade des „Jazz Age“ mit all seinem Glamour, aber auch den Schattenseiten treffend beschreibt.

Uraufführung: 10.5.2013
Regie: Baz Luhrmann
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Tobey Maguire, Carey Mulligan, Joel Edgerton, u.a…

Story:
Nick Carraway (Tobey Maguire) ist Insasse in einer Alkohol-Entzugsklinik, und schildert seinem Arzt (Jack Thompson) seine Geschichte.
Diese nimmt ihren Anfang, als der junge Börsenmakler anfangs der 1920er Jahre ausserhalb von New York ein Haus mietet, und seine Cousine Daisy (Carey Mulligan) und deren Ehemann Tom (Joel Edgerton), mit denen er bis anhin nur sporadisch Kontakt hatte, und die in der Nähe leben, kennenlernt.
Nick wird in eine Welt der High Society eingeführt, voller Alkohol, Partys und Affairen.

Auf Spitztour (Tobey Maguire und Elizabeth Debicki)

Auf Spitztour (Tobey Maguire und Elizabeth Debicki)

Und dann wäre da noch Nick’s direkter Nachbar, der schwerreiche und geheimmnissumwobene Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio), der Nacht für Nacht rauschende Feste zum Besten gibt.

Nach und nach lernt Nick den Milliardär Gatsby besser kennen und freundet sich mit ihm an.

Als Gatsby, Nick eines Tages darum bittet, ihn mit Daisy bekanntzumachen, willigt dieser ein und arrangiert ein Treffen, nicht ahnend, dass er dabei eine Reihe fataler Erreignisse auslöst…

Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio) führt Daisy (Carey Mulligan) und Tom (Joel Edgerton) durch sein Anwesen

Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio) führt Daisy (Carey Mulligan) und Tom (Joel Edgerton) durch sein Anwesen

Trivia:
Baz Luhrmann, Regisseur von Filmen wie „Moulin Rouge!“ oder „Romeo + Juliet“, plante bereits 2010 die, bereits vierte, Leinwandadaption von F. Scott Fitzgerald’s Jarhundertroman „The Great Gatsby“ in Angriff zu nehmen.
Gemeinsam mit seinem Kollegen Craig Pearce („Romeo + Juliet“) verfasste er ein Drehbuch.

Nachdem sich zunächst Sonny Pictures für das Projekt interessierten, fand Luhrmann schliesslich in Warner Bros. seine Produktionsfirma.
Nach Vorabklärung in New York, dem Originalschauplatz des Buches, entschloss sich der Australier Luhrmann jedoch dafür, den Film in seiner Heimat zu realisieren.
Gedreht wurde in und um Sydney, unter anderem in den „Fox Studios Australia“.

Während Leonardo DiCaprio („Titanic“) und  Tobey Maguire („Spider-Man“) schnell als Jay Gatsby und Nick Carraway feststanden, wurde in den Medien gemunkelt wer die Rolle der Daisy übernehmen sollte, und Namen wie Amanda Seyfried, Keira Knightley, Scarlett Johansson und Natalie Portman machten die Runde, ehe Carey Mulligan’s („Drive“) Verpflichtung bekanntgegeben wurde.

Für den Part ihres Ehemannes, Tom wurde Ben Affleck gehandelt, er war jedoch aufgrund seiner Arbeit an „Argo“ unabkömmlich.
Bradley Cooper und Luke Evans waren später in der engeren Auswahl, ehe der Australier Joel Edgerton („King Arthur“) die Rolle bekam.

Weitere Akteure aus Down Under die gecastet wurden waren Elizabeth Debicki („A Few Best Men“) als Jordan Baker, Isla Fisher („Wedding Crashers“) und Jason Clarke („Zero Dark Thirty“) als Myrtle und George Wilson, Jack Thompson („Australia“) als Dr.Perkins sowie Callan McAuliffe („I Am Number Four“) in der Rolle des jungen Jay Gatsby.

Bollywood-Star Amitabh Bachchan („Shahenshah“) spielte den Gangsterboss Meyer Wolfsheim.

Baz Luhrmann und Catherine Martin

Baz Luhrmann und Catherine Martin

Für die Ausstattung und Kostüme des Filmes war ein weiteres Mal Luhrmann’s Ehefrau Catherine Martin verantwortlich, während Beverley Dunn („Star Wars: Episode III – Revenge Of The Sith“) als Bühnenbilder fungierte.

Simon Duggan („Underworld: Evolution“) führte die Kamera, während Matt Villa, Jason Ballantine und Jonathan Redmond, die allesamt bereits an „Moulin Rouge!“ mit Luhrmann gearbeitet hatten, den Schnitt übernahmen.

Die Musik wurde aus Original-Stücken zusammengesetzt, zum Teil Neukompositionen, beispielsweise von Fergie, Lana Del Rey, „Florence and the Machine“ oder „The xx“, zum Teil Coverversionen von Stücken wie zum Beispiel Amy Winehouse’s „Back to Black“, in diesem Fall vorgetragen von Beyoncé.
Nebst Rapper Jay-Z wurde der Soundtrack von Craig Armstrong produziert, der bereits an früheren Filmen Luhrmanns mitgearbeitet hatte.

Fazit:
Baz Luhrmann steht für opulentes Kino. Daher erschien er der passende Regisseur zu sein für ein Werk, dass in der dekadenten, verschwenderischen Welt der Upperclass der Zwanziger Jahre spielt.

Und wird man wird tatsächlich nicht entäuscht, was das visuelle angeht.
Luhrmann und seine Frau Catherine Martin erschaffen (mit Unterstützung von Prada und Brook Brothers) die Welt der Zwanziger Jahre aufs Beste.
Der Art Deco-Look, das Jazzfeeling und die eleganten Kostüme der Roaring Twenties – der Film fängt dies alles ganz gut ein.
Doch Luhrmann setzt das Ganze in einen modernen Kontext, unterlegt mit Pop- und Elektrosongs, mit rasanten Kamerafahrten, durchkompositionierten Bildern, und schafft so einen modernen Look.

Zum optischen Feuerwerk gesellen sich gute Darsteller und eine Figurenzeichnung die Fitzgeralds Vorlage gerecht wird.
Di Caprio spielt die Titelfigur mit Spielfreude und Engagement, wenn ihm auch die Schlitzorigkeit und der Charme eines Robert Redford abgehen.
Dafür ist sein Gatsby facettenreicher und weist mehr dunkle Ecken und Kanten auf.

Interessant ist die von Tobey Maguire verkörperte Figur des Erzählers Nick, dem hier eine recht grosse Bedeutung beigemessen wird, und dessen Hintergrund, mit Alkoholabhängigkeit und Klinikaufenthalt, unbestreitbar eine Referenz auf Fitzgeralds eigenes Leben darstellt.

Habe ich zuvor Di Caprio mit Redford verglichen, so muss nun Carey Mulligan dem Vergleich mit Mia Farrow standhalten.
Und Mulligan macht ganz klar den besseren Job denn Farrow, und schaft es, die, bereits in der Vorlage eher blasse, Figur der Daisy, einigermassen greifbar zu machen.

Joel Edgerton, Elizabeth Debicki, Isla Fisher und Jason Clarke spielen allesamt ebenfalls gut, kommen meiner Meinung nach jedoch nicht an ihre 74er-Vorgänger heran. Insbesonders Bruce Dern der in der Version von 1974 Tom verkörperte, bleibt unerreicht.

Nun gut, der Film ist visuell stark umgesetzt, und die Schauspieler überzeugen, was kann da nicht stimmen?
Es ist der Inhalt!
Luhrmann schafft es nicht, die Buchvorlage zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen, vieles wirkt Fragmenthaft und ungeordnet, brisante Themen wie die gesellschaftliche Schere, das Trauma der Nachkriegsgesellschaft, oder schlicht die zwischenmenschlichen Konflikte, schneidet der Film an, verfolgt sie dann jedoch nicht weiter.

Interessant wäre sicher auch gewesen, die Rahmenhandlung rund um den gescheiterten Autor (Nick/Fitzgerald) und dessen Absturz, weiter auszubauen.

Baz Luhrmann’s „The Great Gatsby“ ist ein fulminantes, bildstarkes Film-Feuerwerk, der die Roaring Twenties mit opulenter Musicalästhetik und rasantem MTV-Look vereint.
Die Schauspieler gefallen ebenfalls, was dem Film fehlt ist der inhaltliche Zusammenhang. Zudem neigt er zu Überlänge, was angesichts der fehlenden Dramatik, spürbar ins Gewicht fällt.

3.5 von 5 „old sport“ ’s

3.5

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2 Antworten zu The Great Gatsby (2013)

  1. donpozuelo schreibt:

    Ich kann zwar leider keine Vergleiche zur Redford-Verfilmung ziehen, aber ich muss schon sagen, dass ich selten so viel Vorlagen-Treue gesehen habe. Luhrmann verfilmt das Buch ja wirklich bis ins kleinste Detail… Ich war echt schwer begeistert!

    • Mr. Nick schreibt:

      Das stimmt schon, bereits die 74er-Version war bereits sehr nahe am Roman dran, Luhrmann verfilmt das Werk allerdings fast Wort für Wort.
      Leider gelingt es ihm trotz Charaktertiefe, die er durchaus zu schaffen vermag, nicht, die inhaltliche Stärke der Vorlage zu erreichen.
      Manchmal muss man sich eben als Regisseur vom literarischen Vorbild lösen können; ist doch ein Buch andern Spielregeln unterworfen als ein Film.

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