Jurassic Park 3

Jurassic-Park-3-poster„The Lost World“ kam zwar, zahlenmässig und inhaltlich nicht mehr ganz an den Vorgänger „Jurassic Park“ ran, doch der Film spielte nach wie vor eine schöne Summe ein, sodass nichts gegen einen dritten Teil sprach.
Bei diesem fungierte Steven Spielberg jedoch nur noch als Produzent und überliess den Regiestuhl Joe Johnston.
Auch Michael Crichton, Autor der Buchvorlagen,war nicht mehr mit von der Partie.
Sam Neil trat wieder in seiner Rolle als Paläontologe Dr. Alan Grant auf.

Uraufführung: 18.7.2001
Regie: Joe Johnston
Darsteller: Sam Neill, William H. Macy, Téa Leoni, Alessandro Nivola, u.a…

Story:
Eigentlich hat sich der Paläontologe Dr. Alan Grant (Sam Neill) geschworen, nie wieder auf Isla Nublar, auf der Dinosaurier leben, zurückzukehren.
Ein verlockendes Angebot des reichen Ehepaares Kirby (William H. Macy und Téa Leoni) bringt ihn jedoch dazu, mit ihnen, gemeinsam mit seinem Assistenten Billy (Alessandro Nivola), zur B-Anlage des „Jurassic Parks“, der Isla Sorna, mitzukommen.
Denn geplant ist bloss ein Überflug, völlig risikofrei…

Doch an Bord des Fliegers kommt es zum Eklat, und bei einem Handfesten Streit wird Grant überwältigt.
Als er wieder zu sich kommt, ist das Flugzeug gelandet; mitten auf der von Dinosauriern bewohnten Insel.

Ein netter kleiner Familienausflug... (Téa Leoni, William H. Macy, Trevor Morgan, Alessandro Nivola, Sam Neill, v.l.n.r.)

Ein netter kleiner Familienausflug… (Téa Leoni, William H. Macy, Trevor Morgan, Alessandro Nivola, Sam Neill, v.l.n.r.)

Nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht: Das „Ehepaar“ Kirby, sind in Tat und Wahrheit geschiedene Leute, alles andere als vermögend, die sich nun zusammengerauft haben, ihren Sohn Eric (Trevor Morgan), der nach einem Gleitschirmflug auf der Insel verschwand, zu suchen.

Nachdem ihr Flugzeug von einem Saurier zerstört wurde, wird die Quest zum Spiessrutenlauf, und so wohl vom Boden wie auch aus der Luft droht der Gruppe Gefahr.

Zudem stellen sie bald fest, dass mit dem Spinnosaurus ein noch viel grösserer und gefährlicherer Räuber als der T-Rex auf seine Beute lauert…

Im Spinnosaurus hat T-Rex seinen Meister gefunden...

Im Spinnosaurus (r.) hat T-Rex seinen Meister gefunden…

Trivia:
Bereits nach Erscheinen von „Jurassic Park“, zeigte Joe Johnston, Effektkünstler bei den „Star Wars“- und „Indiana Jones“-Filmen, und Regisseur von Filmen wie „Jumanij“, Interesse für den Regieposten bei einer möglichen Fortsetzung.

Steven Spielberg behielt beim zweiten Teil, „The Lost World“, jedoch die Fäden selbst in der Hand.

Als er 1999 mit der Vorbereitung zu einem dritten Teil fungierte begann, übergab Spielberg den Regiesessel an Johnston, und nurmehr als Produzent.

Regisseur Joe Johnston

Regisseur Joe Johnston

Im Gegensatz zu den ersten zwei Filmen, basiert „Jurassic Park 3“ nicht mehr auf einer Buchvorlage von Michael Crichton.
Nach mehreren Entwürfen, unter anderem von Spielberg selbst, schrieb Peter Buchman („Eragon“) gemeinsam mit Alexander Payne und Jim Taylor (beide „The Descendants“) das Drehbuch.

Sam Neill nahm seine Rolle des Dr. Alan Grant aus dem ersten Teil wieder auf, während Laura Dern, seine damalige Filmpartnerin zu einigen kleinen Auftritten kam.
William H. Macy („Fargo“) und Téa Leoni („Bad Boys“) spielten das Ehepaar Paul und Amanda Kirby, Trevor Morgan („The Patriot“) deren Sohn Eric.

Alessandro Nivola („Ginger & Rosa“) verkörperte Grant’s Assistenten, Billy, währenddessen Michael Jeter („The Green Mile“), Bruce A. Young („Basic Instinct“) und John Diehl („Stargate“)

Gedreht wurde in Kalifornien sowie den Hawaiiinseln Oahu und Molokai.
Die Kamera führte Johnstons Stammkameramann Shelly Johnson („Hidalgo“) und Robert Dalva („The Black Stallion“), der auch schon öfters mit Johnston zusammenarbeitete, schnitt den Film.

Die Filmmusik stammte zwar nicht mehr von John Williams, doch Komponist Don Davis („The Matrix“) verwendete eine Vielzahl seiner Musikthemen und Titel.

Wie bei den ersten beiden Filmen, griff man auf den Paläontologen Jack Horner, als Berater zurück.
Viele seiner neuen Erkenntnisse, insbesonders im Zusammenhang mit den Raptoren, gingen in den Film ein; so tragen beispielsweise Federn, was auf den Erkenntnissen aus Horner’s Studien basiert.

„Jurassic Park 3“ konnte an den Kinokassen mit „nur“ 368 Millionen $ generieren, und blieb damit weit hinter den Erwartungen, und den Einnahmen der zwei Vorgänger zurück.

Zudem war er, wie bereits „The Lost World“ für die goldene Himbeere als schlechtestes Remake/Sequel nominiert.

Fazit:
Viele Trilogien haben ein tollen Anfang und einen gelungenen Mittelteil.
Doch wenn es zum Abschluss kommt, dann scheitern diese Filmreihen auf ganzer Länge.
So geschehen bei „Spider-Man“, „The Matrix“ oder „Transformers“.
Die „Jurassic Park“-Trilogie kann sich ungeniert auch in diese unrühmliche Liste eintragen.

Denn was vielversprechend begann, endet in einem geistlosen und (wortwörlich) bissarmen Finale, dem alles fehlt was seine Vorgänger ausmachte.
Zwar liess sich schon eine Qualitätsminderung zwischen dem ersten und dem zweiten Teil ausmachen, doch Johnston fährt den Karren endgültig an die Wand.

Man merkt, dass Spielberg, und vorallem Crichton durch Abwesenheit glänzen.
Die Story war zugegebenermassen schon bei den ersten zwei Teilen nicht allzu anspruchsvoll, hier ist sie allerdings so vorhersehbar und dünnhäutig, dass es geradezu schmerzt.
Die Dialoge und Figuren wirken zudem recht hölzern.
Man hat das Gefühl, um inhaltliche Schwächen zu kaschieren wurde der Film absichtlich mit möglichst vielen, möglichst neuen Sauriern vollgestopft, die sich zum Teil fast schon humanoid aufführen – „Barney & Friends“ lassen grüssen…

Hauptdarsteller Sam Neil gibt sich in seiner Rolle zwar grosse Mühe, kommt aber an seine Darstellung aus dem Erstling, oder gar den zynischen Jeff Goldblum, nicht an, und wirkt irgendwie wie ein Indiana Jones für den kleinen Geldbeutel.

Auch Laura Dern’s Auftritt ist ganz nett, doch völlig überflüssig.
Da hätte man ihr lieber einen etwas grösseren Part gegeben oder die Romanze zwischen ihr und Neil weitergesponnen.

William H. Macy hat man auch schon wesentlich besser gesehen und Téa Leoni nervt bloss nur.
Von allen Figuren hofft man bei ihr am allermeisten darauf, dass sie zwischen den Zähnen einer Urechse landet.

Alessandro Nivola seinerseits lässt kaum Symphatien aufkommen und wirkt recht austauschbar.

Das einzige Plus liegt klar bei der Machart, die solide daherkommt, und in den CGI-Effekten, die gelungen sind.
Beim Sounttrack, hätte man sich jedoch durchaus mehr Innovation gewünscht.
So ist der Score nicht mehr und nicht weniger als ein Cover von John Williams‘ Klängen zum Erstling.

„Jurassic Park 3“ ist der traurige Abschluss einer Trilogie, die einst einen tollen, potentialreichen Anfang genommen hatte, zum Schluss jedoch in einem selten schwachen Ende mündet.
Vollgestopft mit den verschiedesten Sauriern, versucht Joe Johnston eine überaus triviale Geschichte zu kaschieren.

2.5 von 5 klingenden Spinnosaurus-Haufen

2.5

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