Pacific Rim

Pacific RimGuillermo Del Toro als Regisseur und japanische Monstertrashfilme, sogenannte Kaiju-Filme, das sind Dinge, die schienen unlängst der Vergangenheit anzugehören.
Denn während Señor Del Toro seit 2008 keinen eigenen Film mehr gedreht hat, scheint der japanische Monsterfilm seit dem missglückten „Godzilla“ Remake von Roland Emmerich aus dem Jahre 1998, tot zu sein.
Nun meldet sich Del Toro jedoch mit einem Blockbuster, der den Einfluss der Kaiju-Filme nur schwer leugnen kann, auf die Kinoleinwand zurück.

Uraufführung: 12.7.2013
Regie: Guillermo del Toro
Darsteller: Charlie Hunnam, Rinko Kikuchi, Ron Perlman, Idris Elba, u.a…

Story:
Aus einer Kluft in den Tiefen des Pazifiks entsteigen riesige Mosters, genannt Kaijus die die grossen Küstenstädte der Menschen attakieren.
Unter Leitung des US-Marshals Stacker Pentecost (Idris Elba) wird eine Abwehrstrategie, das sogenannte Jaeger-Programm entwickelt.

It looks like Godzilla, but due to International Copyright Laws, it's not!

It looks like Godzilla, but due to International Copyright Laws, it’s not!

Riesige von Menschenhand gesteuerte Roboter, die den Kaijus den Garaus machen sollen.
Zu den Piloten zählen auch Raleigh Becket (Charlie Hunnam) und sein Bruder Yancy (Diego Klattenhoff), als Letzterer bei einem Angriff ums Leben kommt, quittiert Raleigh den Dienst.

Doch Pentecost gelingt es, ihn zurück zu holen, in einer Zeit in der es auf jeden einzelnen ankommt.
Denn dem Jaeger-Programm wurden die Mittel entzogen, und so muss der Marshal noch einmal alle verfügbaren Streitkräfte für einen letzten, endgültigen Gegenschlag mobilisieren.

Auf in den Kampf! (Charlie Hunnam und Rinko Kikuchi, v.l.n.r.)

Auf in den Kampf! (Charlie Hunnam und Rinko Kikuchi, v.l.n.r.)

In Hong Kong errichten sie ihr Hauptquartier.
Mako (Rinko Kikuchi ), die beste Anwärterin für das Programm kämpft um eine Position an Raleigh’s Seite, derweil die beiden Wissenschaftler Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) mittels neurologischer Tests den Geheimmnisen der Koijos auf den Grund kommen wollen, und hierfür mit dem zwielichtigen Schieber Hannibal Chau (Ron Perlman) gemeinsame Sache machen.

Trivia:
2006 traf sich der mexikanische Regisseur Guillermo Del Toro („Hellboy 2 – The Golden Army“) mit dem Drehbuchautor Travis Beacham („Clash Of The Titans (2010)“) um dessen Script zum Fantasythriller „Killing on Carnival Row“ zu begutachten.
Aus dem Projekt wurde zwar (bislang) nichts, jedoch ersannen die beiden Filschaffenden gemeinsam die Idee zu einem Sci-Fiction-Abenteuer im japanischen Monsterfilm-Stil.

Del Toro und Beacham schrieben gemeinsam das Drehbuch, welches 2011 von Warner Bros.‘ Tochtergesellschaft Legendary Pictures aufgekauft wurde, und der Mexikaner nahm sowohl auf dem Regiestuhl wie auf dem Produzentensessel Platz.

Der Brite Charlie Hunnam („Nicholas Nickleby“) der bereits für eine Rolle in „Hellboy II: The Golden Army“ vorsprach, und die Japanerin Rinko Kikuchi („Babel“) spielten Raleigh und Mako Mori.

Für die Rolle des US-Marshals Stacker Pentecost wollte Del Toro Tom Cruise verpflichten, der aber aufgrund zeitlicher Überschneidungen, den Part ausschlagen musste.
Er ging daher an den Briten Idris Elba („Thor“), der sich nach eigenen Angaben zur Vorbereitung an Barack Obama und Mel Gibson’s William Wallace orientierte.

Regisseur Guillermo del Torro geht mit Idris Elba eine Szene durch

Regisseur Guillermo del Torro geht mit Idris Elba eine Szene durch

Charlie Day („Horrible Bosses“)  und Burn Gorman („The Dark Knight Rises“) verkörperten die beiden Wissenschaftler Dr. Newton Geiszler und Dr. Hermann Gottlieb, während Del Toro’s Stammdarsteller Ron Perlman den zwielichtigen Händler Hannibal Chau spielte.

Clifton Collins, Jr. („Scott Pilgrim vs. the World“) spielte Tendo Choi, Marshal Pentecost’s Rechte Hand, Max Martini („Saving Private Ryan“) und Robert Kazinsky („Red Tails“) die beiden Jaeger-Piloten Herc und Chuck Hansen.

Bei der Crew vertraute der Regisseur auf vertraute Gesichter.
Die Kamera bediente der Mexikaner Guillermo Navarro, der schon an mehreren Filmen Del Toros mitgewirkt hatte, und für „El Laberinto Del Fauno“ den Oscar gewann, und den Filmschnitt übernahmen Peter Amudsen der für Del Toro unter anderem bereits „Blade 2“ und „Hellboy“ schnitt, und John Gilroy („The Bourne Legacy“).
Daneben halfen die beiden Regisseure Alejandro González Iñárritu („Biutiful“) und Alfonso Cuarón („Children Of Men“) beim endgültigen Filmschnitt mit.

Die CGI-Effekte stammten von ILM unter den beiden Oscarpreisträgern John Knoll und Hal T. Hickel (beide „The Pirates Of The Caribbean – Dead Man’s Chest“).
Zudem wurden die beiden Tricktechniker John Rosengrant („Real Steel“) und Shane Mahan („Iron Man“), die bereits Erfahrung mit Roboterfiguren hatten, ins Boot geholt.
Gedreht wurde in und um Toronto, zum Grösstenteil in den lokalen Pinewood Studios Toronto.

Für das Figurendesign zeichneten sich der Argentinier Oscar Chichoni („Restoration“) sowie Wayne Barlowe und Francisco Ruiz Velasco, die beide bereits an den „Hellboy“-Filmen mit del Toro zusammengearbeitet hatten, verantwortlich.
Die Musik schliesslich stammte vom iranischstämmigen Ramin Djawadi („Iron Man“).

Fazit:
Es gab eine Zeit, da sass ich als kleiner Dreikäsehoch vor dem Röhrenfernseher, und habe mir allsamstäglich eine gesunde Portion japanischer Monsterfilme angeguckt.
Godzilla, Gamera und Mothra; ich habe die Figuren geliebt, trotz oder gerade wegen, der Trashigkeit der Filme.

Einige Jahre später, bin ich auf einen mexikanischen Regisseur der äusserst ansprechende Filme wie „Blade 2“, den beiden „Hellboy“-Streifen und nicht zuletzt den grossartigen „El Laberinto Del Fauno“ inszenierte, gestossen : Guillermo Del Toro.

Nun nahm sich ebendieser Del Torro dem eingangs erwähnten Kaiju-Genre an; oder anders gesagt: zwei Totgeglaubte melden sich zurück.
Wobei ja Del Toro nie wirklich weg war, nur hat er sich in den letzten Jahren etwas gar zurückgenommen, und den Regieposten jeweils andern überlassen.

Nun, das lange Warten hat sich gelohnt, „Pacific Rim“ enttäuscht keineswegs, sondern bietet Del Toro auf höchstem Niveau.
Der Schwerpunkt liegt ganz klar in der visuellen Umsetzung und der Machart, und hier lässt sich der Mexikaner nicht lumpen.
Steampunk trifft auf Monstertrash, gigantische Battles und militärische Operationen in bester „Armageddon“-Manier auf durchgestyltes Design sowie detailierte Ausstattung, und CGI-Effekte und handgemachte Effekte und Ausstattung verschmelzen zu einem angenehmen Ganzen.
Der Soundtrack ist sehr stark, bietet einige ganz interessante Themen, und unterlegt den Film punktgenau.

Die Story ist relativ einfach gestrikt, und fordert das Publikum nicht wirklich heraus.
Doch mal ehrlich; wer erwartet in einem Film in dem Riesenroboter gegen gigantische Monster kämpfen so etwas wie Tiefgründigkeit?
So kann man sich einfach gehen lassen, von den wuchtigen Effekten berieseln lassen, und mal wieder das Kind im Manne (oder der Frau…) erfreuen.

Die Schauspieler, zum grössten Teil „unverbrauchte“ Gesichter, machen ihre Sache alle sehr gut.
Top ist auf alle Fälle die Performance Idris Elba’s.
Er spielt den Militär ganz stark, und trägt seine Auftritte souverän.
Ron Perlman gefällt in einer, für ihn typischen, abgedrehten Rolle, und Charlie Day und Burn Gorman tragen als verrückte Wissenschaftler viel zum Humor des Filmes bei.

Ohnehin liegt eine weitere grosse Stärke des Filmes in seinem augenzwinkernden Witz, und der Tatsache dass er sich selbst nicht allzu ernst nimmt.
Dafür huldigt er umso mehr den alten, handgemachten Monsterfilmen und deren Machern.(Unbedingt bis ganz zum Schluss des Abspanns sitzenbleiben!)

Mit „Pacific Rim“ meldet sich Guillermo Del Toro fulminant in die Reihen der Regisseure zurück.
Der Film bietet nebst wuchtigen Kämpfen, toller Machart und grossartigem Look, eine schöne Hommage an das japanische Monstergenre.
Der für kommendes Jahr angekündete „Godzilla“-Reboot muss sich warm anziehen um mit diesem Film mithalten zu können.
Del Toro’s neuster Streich ist der perfekte Sommerblockbuster und einer meiner Top-Filme 2013.

5 von 5 abgrundtief hässlichen, mutierten Superechsen

5

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2 Antworten zu Pacific Rim

  1. donpozuelo schreibt:

    😀 Sehr sympathisch, dass die Einleitung deines Fazits genau wie die Einleitung zu meiner Review klingt. Man kommt bei diesem Film einfach nicht drumherum irgendwann irgendwo Godzilla und Co. zu erwähnen.

    Ich fand den Film auch absolut super… die Kämpfe waren genial gut, der Look perfekt, die Schauspieler haben alle super gepasst. Und Charlie Day gibt einen guten JJ Abrams-Verschnitt 😉

    • Mr. Nick schreibt:

      Oha… ist mir auch gerade aufgefallen… will heissen wir einen ähnlichen Filmbackground haben… 😉
      Ich finde es ohnehin immer toll, wenn ein Regisseur einem Subgenre huldigt (daher wohl auch meine Afinität zu Tarantino) und wenn dann auch noch das Drumherum passt – Perfekt.

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