Pirates Of The Caribbean – On Strangers Tide

pirates_of_the_caribbean_on_stranger_tides_ver9Auch wenn „At World’s End“, der dritte und letzte Teil der „Pirates Of The Caribbean“-Trilogie, nicht mehr ganz an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen konnte, entschloss sich Produzent Jerry Bruckheimer dazu, einen vierten Teil zu drehen.
Vom Original-Cast waren zwar nur noch Johnny Depp, Geoffrey Rush und Kevin McNally mit an Bord, doch mit Penélope Cruz und Ian McShane konnten zwei neue Gesichter verpflichtet werden.
Neu übernahm zudem der Musical-Experte Rob Marshall den Regieposten.

Uraufführung: 18.5.2011
Regie: Rob Marshall
Darsteller: Johnny Depp, Penélope Cruz, Ian McShane, Geoffrey Rush, u.a…

Story:
Am Spanischen Königshof trift die sensationelle Nachricht ein, der sagenumwobene Jungbrunnen sei entdeckt worden.
Der Spanische König, Ferdinand (Sebastian Armesto), sendet daraufhin sofort eine Expedition aus.

Seit längerem schon auf der Suche nach dem Quell des ewigen Lebens, ist der Piratenkäp’n Jack Sparrow (Johnny Depp).
Seine Reise bringt ihn mitten nach London, wo es nicht lange dauert bis er von royalen Truppen geschnappt wird.

The King's Speech

The King’s Speech

Zu seinem Erstaunen wird ihm jedoch nicht der Prozess gemacht, sondern King George II (Richard Griffitiths) höchstpersönlich schlägt ihm einen Handel vor.
Er soll sich mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen um den Jungbrunnen einer britischen Expedition anschliessen.
Deren Leiter ist ausgerechnet Hector Barbossa (Geoffrey Rush), ehemaliger Piratenkapitän und Erzfeind Sparrow’s, der mittlerweile als Freibeuter in den Dienst der englischen Krone getreten ist.

Doch Jack denkt nicht daran mit der Krone und Barbossa gemeinsame Sache zu machen, und flieht.
Am selben Abend trifft er in einer Spelunke auf Angelica (Penélope Cruz), eine ehemalige Geliebte.
Sie überlistet ihn, schlägt ihn bewusstlos, und als er wieder zu sich kommt, befindet er sich an Bord der „Queen Anne’s Revenge“ dem Piratenschiff von Captain Edward Teach (Ian McShane), besser bekannt als „Blackbeard“.

Angelica (Penélope Cruz) und Blackbeard (Ian McShane) (v.l.n.r.)

Angelica (Penélope Cruz) und Blackbeard (Ian McShane) (v.l.n.r.)

Trivia:
Auf Drängen vieler Fans, entschloss sich Produzent Jerry Bruckheimer einen vierten Teil rund um die Piraten der Karibik zu drehen.
Da Gore Verbinski, Regisseur der ersten drei Teile, mit seinem Projekt „Rango“ ausgelasstet war, übertrug Bruckheimer die Regie an Rob Marshall („Nine“).

Rob Marshall (mit Cap) gibt seinen Darstellern Anweisungen

Rob Marshall (mit Cap) gibt seinen Darstellern Anweisungen

Das Drehbuch schrieben allerdings, wie schon bei allen vorhergehenden Teilen, Ted Elliott und Terry Rossio.
Die Geschichte basierte aber diesesmal grösstenteils auf Tim Power’s Abenteuerroman „On Strangers Tide“.

Während Dariusz Wolski wie schon bei den ersten drei Filmen, die Kameraführung übernahm, schnitten neu die beiden Oscar-prämierten Cutter David Brenner („Man Of Steel“) und Michael Kahn („Lincoln“) den Film.
Die Filmmusik komponierte wiederum Hans Zimmer, der diesesmal Unterstützung vom mexikanischen Gitarrenduo „Rodrigo y Gabriela“ bekam.

Vom Cast der frühen Filme waren nebst Johnny Depp und Geoffrey Rush als Jack Sparrow und Hector Barbossa, sowie Kevin McNally als Mister Gibbs, nur noch Greg Ellis und Damian O’Hare als Flottenoffiziere, und „Rolling Stones“-Gittarist Keith Richards mit einem kleinen Cameo-Auftritt, mit von der Partie.
Ebenfalls ein kleines Cameo hatte Oscarpreisträgerin Judi Dench („Skyfall“) inne; sie spielte eine gut betuchte Dame.

Der Brite Ian McShane („Jack The Giant Slayer“) spielte die, historisch verbürgte, Figur des Edward „Blackbeard“ Teach.
Sein Landsmann Sam Claflin („Snow White & The Huntsman“) verkörperte den Missionar Philip Swift, während die Spanierin Penélope Cruz („Los Amantes Pasajeros“) Angelica spielte.

Nebst ihr traten mit Óscar Jaenada („Che: Guerrilla“), Juan Carlos Vellido („The Devils Backbone“) als spanische Seeleute, und der französisch-spanischen Schauspielerin Àstrid Bergès-Frisbey („El Sexo de los Ángeles“) in der Rolle der Meerjungfrau Syrena, noch drei weitere spanische Darsteller auf.

Sebastian Armesto („Anonymous“) spielte den spanischen König Ferdinand, während Richard Griffiths („Harry Potter And The Philosopher’s Stone“) dessen „Kollege“ King George verkörperte.

Gedreht wurde in Hawaii, in Kalifornien – unter anderem am Long Beach und den Universal Studios Los Angeles, in Puerto Rico, und in und um London sowie den legendären Pinewood Studios.

Fazit:
Der dritte Teil der „Pirates Of The Caribbean“-Trilogie war meiner Meinung nach der enttäuschendste.
So sah ich dann auch einem vierten Teil um Jack Sparrow, mit gemischten Gefühlen entgegen; zum Einen hatte ich grosse Vorfreude, ebendiesen Sparrow in einem weiteren Abenteuer zu sehen, andererseits überwog doch eine gewisse Skepsis.

Nun ja, meine Vernunft sollte leider Recht behalten.
Denn was gleich ins Auge sticht, ist die grosse Abwesenheit, das grosse Fehlen.
Es fehlt so gut wie alles was die ersten drei Filme ausmachte: die Figuren, die gewaltigen Seeschlachten, die Karibik; selbst die gute alte Black Pearl bekommt man nicht zu Gesicht.

Man kann sagen dass dies als Gegenreaktion auf den völlig überladenen „At World’s End“ zu verstehen ist, als Fan der Reihe fühlt man sich dennoch irgendwie um seinen Spass gebracht.

Von den Charaktern haben es immerhin der gute alte Jack und Barbossa, der sich hier herrlich aristokratisch gehaben darf, überlebt.
Dies ist mitunter einer der grössten Pluspunkte des Filmes, und die beiden gefallen sowohl alleine als auch in den gemeinsamen Szenen.
Ebenfalls überzeugen kann Ian McShane als herrlich fieser Captain Blackbeard, wen ngleich er auch nicht an Bill Nighy’s Davy Jones aus „Dead Men’s Chest“ herankommt.

Penélope Cruz ist eine gute Wahl als neuer Female Lead, und sie bietet Johnny Depp gut Paroli.
Nur die Pseudo-Liebesgeschichte zwischen den beiden will irgendwie nicht so recht auf Touren kommen, und funktioniert eher schlecht als recht.

Noch arger steht es um das zweite Liebespaar des Filmes; den Missionar Swift, dargestellt von Sam Clafin und der Meerjungfrau Syrena die von Àstrid Bergès-Frisbey verkörpert wird, und das augenscheinlich als Ersatz für Keira Knightley und Orlando Bloom herhalten muss
Deren Liebesgeschichte entwickelt sich parallel zum übrigen Filmgeschehen, wirkt dadurch irgendwie überflüssig und wirkliche Nähe zu den beiden Figuren entsteht kaum.

Ohnehin wimmelt es in der Story von Figuren und Handlungssträngen, die nicht zum Rest passen wollen, und dazugezimmert wirken.
So beispielsweise die spanischen Seefahrer,
Erklären lässt sich dies wohl damit, das die Herren Drehbuchautoren Elliot und Rossio schlicht Charaktere aus Tim Power’s Buchvorlage durch bestehende Figuren ersetzt haben, ohne diese dabei gebührend an die Geschichte anzupassen.

Des weiteren spielt der Film praktisch nur am Festland, Szenen auf offener See sind so gut wie keine vorhanden, geschweige denn Seeschlachten oder Scharmützel.
„On Stranger’s Tide“ ist ein Abenteuer-aber kein Piratenfilm.

Zugute halten muss man dem Film den Humor, der seit dem ersten Teil beibehalten wurde, und die starken Bilder, die zwar auf das Konto von Kameramann Dariusz Wolski gehen, für die aber Regisseur Rob Marshall auch eine „Mitschuld“ trägt.
Ohnehin ist ja Marshall ein Regisseur der eher durch durchgestylte, visuell starke Bilder, denn durch grosse Geschichten, überzeugen kann.
Somit steht „On Stranger’s Tide“ in bester Tradition und ist ein typischer Marshall-Film geworden.

Aus dem vorhandenen Material und auf ein Minimum zurückgestutzten Figuren, hätte man indess wesentlich mehr holen können.
2015 soll ja voraussichtlich das nächste Abenteuer rund um Jack Sparrow in die Kinos kommen, dass er auf „On Stranger’s Tide“ aufbauen wird ist fraghaft und nicht wünschenswert.

3 von 5 spanischen Silberbechern

3

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