Trance

TranceDer gefeierte britische Regisseur Danny Boyle meldet sich nach der Inszenierung der Olympiaeröffnung mit seinem neusten Film „Trance“ auf der Kinoleinwand zurück.
James McAvoy, Rosario Dawson und Vincent Cassel spielen in dem Film, in dem ein Bilderdieb mittels Hypnose den Aufenthaltsort eines wertvollen Gemäldes finden soll, die drei Hauptrollen.
Der Film bietet besten Nervenkitzel ganz im Sinne eines Chris Nolan- oder Alfred Hitchcock-Thrillers.

Uraufführung: 27.3.2013
Regie: Danny Boyle
Darsteller: James McAvoy, Rosario Dawson, Vincent Cassel, u.a…

Story:
Der Auktionshausangestellte Simon (James McAvoy) hilft dem Ganoven Franck (Vincent Cassel) bei dem spektakulären Raub eines millionenschweren Bildes. Bei dem Coup geraten die beiden jedoch aneinander und Simon zieht sich bei einem Gerangel eine Gehirnerschütterung zu.

Frank stellt derweil fest, dass das Bild aus dem Rahmen gelöst wurde und davon nun jede Spur fehlt. Er sucht deshalb Simon auf und stellt ihn zur Rede, da er vermutet dass dieser ihn übers Ohr hauen wollte. Simon behauptet jedoch sich nicht mehr erinnern zu können was mit dem Bild geschehen ist.

"Ein Zwischenraum um durch zu schauen..."

„Ein Zwischenraum um durch zu schauen…“

Die Therapeutin Elizabeth (Rosario Dawson) wird hinzugezogen, und soll mittels Hypnose herausfinden wo Simon das Bild versteckt hat. Doch umso weiter sie in seine Erinnerungen vordringt, umso verzwickter wird die Sache, und bald schon ist nichts mehr so wie es zu sein vorgibt, und die Grenze zwischen Realität und Fiktion scheinen zu verschmelzen.

Simon (James McAvoy) schüttet Elisabeth (Rosario Dawson) sein Herz aus

Simon (James McAvoy) schüttet Elisabeth (Rosario Dawson) sein Herz aus

Trivia:
In den 90er Jahren trat der Fernsehregisseur und – Autor Joe Ahearne mit dem von ihm verfassten Drehbuch zu „Trance“ an den aufstrebenden britischen Filmemacher Danny Boyle („Slumdog Millionaire“).
Dieser empfand das Projekt jedoch zu anspruchsvoll, und so machte Ahearne 2001 daraus einen Fernsehfilm.

Als Danny Boyle nach seinem Grosserfolg „Slumdog Millionaire“ nach einem neuen Projekt Ausschau hielt, erinnerte er sich wieder an Ahearne und trat mit ihm erneut in Kontakt.
Boyle’s langjähriger Drehbuchautor John Hodge („Trainspotting“) verpasste dem Script den nötigen Feinschliff, und so konnte 2011 mit der Preproduction begonnen werden.

Danny Boyle (m.)

Danny Boyle (m.)

Für die Hauptrolle des Simon konnte der Schotte James McAvoy („The Last King of Scotland“) gewonnen werden.
Kniffliger war die Besetzung von Franck.
Michael Fassbender der zunächst für den Part gecastet wurde, musste aufgrund Terminproblemen aussteigen, ebenso die zweite Wahl Colin Firth.
Schlussendlich kriegte der Franzose Vincent Cassel („Black Swan“) die Rolle.

Scarlett Johansson, Melanie Thierry, und Zoe Saldana waren als Hypnosetherapeutin Elizabeth Lamb im Gespräch ehe Rosario Dawson („Death Proof“) gecastet wurde.

Danny Sapani („Singam II“) und Simon Kunz („Four Weddings and a Funeral“) spielten zwei von Francks Spiessgesellen, während Tuppence Middleton („Skeleton“) eine mysteriöse Dame spielte.

Hinter der Kamera griff Regisseur Boyle auf die Mitarbeit langjähriger Weggefährten zurück. Sein Stamm-Kameramann Anthony Dod Mantle („Slumdog Millionaire“) führte die Kamera, Jon Harris der mit Boyle bereits an „127 Hours“ gearbeitet hatte, schnitt den Film, und das Production Design stammte von Mark Tidesley („28 Days Later“).

Die Musik schrieb Rick Smith, der mit seiner Band „Underworld“ bereits mehrfach an Filmen von Boyle gearbeitet hatte, darunter „Trainspotting“ oder „The Beach“.

Die Dreharbeiten fanden 2011 in London, der Grafschaft Kent und dem französischen Städtchen Ronchamp, genauer in der vom Schweizer Stararchitekten Le Corbusier entworfenen Kirche statt.

Gleich im Anschluss an den Dreh begann Boyle mit der Produktion der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 in London, sodass er mit der Post-Produktion erst nach dem Grossereigniss loslegen konnte.

Fazit:
Nachdem ich letzte Woche „Gambit“ besprochen habe, folgt mit „Trance“ bereits der zweite Film in dem es um einen Kunstraub geht. Während man im Coen-Film das Ganze komödiantisch angeht, präsentiert uns Danny Boyle einen Psychothriller der sich gewaschen hat.

Der Kunstraub ist nur der Aufhänger des Filmes, in Tat und Wahrheit handelt es sich um ein psychologisches Verwirrspiel in das der Zuschauer unaufhaltsam mit rein gezogen wird. Vergleiche mit Nolan’s „Inception“ oder „Memento“ oder aber auch Hitchcock’s „Vertigo“ sind durchaus angebracht.

Der Film konfrontiert einem zunächst mit der Hauptfigur und deren Geschichte, doch bald verschwimmen Realität und Fiktion und man weiss bald nicht mehr was oder wem man als Zuschauer trauen kann.

Die drei Hauptdarsteller spielen gut, und helfen mit, das von Boyle sorgfältig gesponnene Netz der Undurchdringbarkeit aufrecht zu erhalten. Hier McAvoy, der den augenscheinlichen Sympathieträger, den kleinen Angestellten der in kriminelle Machenschaften gerät, verkörpert, dort Dawson als verführerische Therapeutin, bei der man nicht recht weiss auf welcher Seite sie steht, und zu guter Letzt Cassel, der den charismatischen, arschcoolen und berechnenden Schurken gibt.

Meiner Meinung nach stellt Vincent Cassel den schauspielerischen Höhepunkt des Filmes dar, und beweist mal wieder dass er (nebst Jean Reno) zu den coolsten Actiondarstellern des zeitgenössischen französischen Kinos gehört.

Aus handwerklicher Sicht ist „Trance“ mehr als gelungen. Boyle und seine Crew erschufen ein optisch starkes Stück Kino in grellen Farben und mit interessanten Sets. Tolle Bilder mit zum Teil ungewohnter Kameraperspektive und Bildaufbau, solide Schnittarbeit und ein perfekt sitzender Soundtrack zeichnen den Film aus.

Was man dem Film ankreiden muss, ist die Verzettelung die im Letzten Drittel stattfindet und die, durch die Tatsache das Boyle jedes Detail ausleuchten und aufrollen möchte, Langfädigkeit zur Folge hat. Dafür wird man dann wieder mit einem furiosen Schlussakt belohnt.

Danny Boyle präsentiert eine spannende, wendungsreiche Story die mit zahlreichen Twists aufwartet, und der man sich nur schwer entziehen kann
Leider wird der Regisseur Opfer seiner eigenen Penibilität und erliegt der Versuchung jede Facette auflösen zu müssen, was unnötige Längen erzeugt. Optisch ist „Trance“ jedoch eine Wucht und die drei Hauptdarsteller wissen zu überzeugen.

4 von 5 Ausflügen ins Unterbewusstsein

4

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