The Lone Ranger

The Lone RangerMit „The Lone Ranger“ haben die Macher der „Pirates Of The Caribbean“-Reihe rund um Regisseur Gore Verbinski und Johnny Depp einen profanen finanziellen Misserfolg gelandet.
Mitschuld daran trägt unter anderem auch ein Sperrfeuerwerk von schlechten Kritiken, welches den Film begleitete, und wohl dazu beitrug, dass der eine oder andere Kinogänger dem Westernabenteuer fernblieb.
Ich habe mich von schlechter Kritik nicht einschüchtern lassen, und habe mir den Streifen zu Gemüte geführt.

Uraufführung: 3.7.2013
Regie: Gore Verbinski
Darsteller: Armie Hammer, Johnny Depp, Helena Bonham Carter, William Fichtner, u.a…

Story:
Der Wilde Westen 1869: der Outlaw Butch Cavendish (William Fichtner) soll mittels eines Zugtransportes ins texanische Colby überführt und dort der örtlichen Justiz übergeben werden.
Ebenfalls im Zug befindet sich der Komanchen-Indianer Tonto (Johnny Depp) und John Reid (Arnie Hammer), ein junger Anwalt, der die Aufgabe gefasst hat, Cavendish zu überwachen.

Nur nicht den Kopf verlieren...

Nur nicht den Kopf verlieren…

Doch dann wird der Zug überfallen und der Outlaw kann entkommen.
John macht sich gemeinsam mit seinem Bruder Dan (James Badge Dale) einem Texas Ranger, und dessen Kameraden auf die Suche nach Cavendish.
Der Trupp gerät jedoch in einen Hinterhalt, und der Outlaw und seine Männer töten alle.

Mittels Schamanismus holt Tonto, John jedoch ins Leben zurück.
Ausgestattet mit einer schwarzen Augenbinde, macht er sich fortan gemeinsam mit Tonto auf die Jagd nach den Mördern, und wandelt hierbei nicht nur auf den Pfaden des Gesetzes.
Das ungleiche Duo erhält jedoch tatkräftige Unterstützung von der Bordellbesitzerin Red (Helena Bonham Carter), und Rebecca (Ruth Wilson), John’s Schwägerin.
Doch welche Rolle spielt der zwielichtige Bahn-Tycoon Latham Cole (Tom Wilkinson) in der ganzen Geschichte???

Legs Up!!

Legs Up!!

Trivia:
2007 kaufte Hollywood-Produzent Jerry Bruckheimer („The Rock“) die Verfilmungsrechte an der legendären Western-Serie „The Lone Ranger“
Diese entstand bereits 1933 als Radioserial, welches sich grösster Popularität erfreute.
1938 folgte ein erstes Kino-Serial und ab 1949 der Sprung ins Fernsehen.
Aus der TV-Serie entstanden eine Handvoll Kinofilme, doch Ende der 60er Jahre verflog das Interesse am Lone Ranger zunehmends.
Der 1981 entstandene „The Legend Of The Lone Ranger“, in dem unter anderem Christopher Lloyd mitspielte, ging mit Pauken und Trompeten unter und „gewann“ drei goldene Himbeeren, darunter für den schlechtesten Filmscore – dessen Komponist: Oscarpreisträger John Barry!

Zurück im Jahre 2007 spannte Jerry Bruckheimer erneut mit Walt Disney Pictures zusammen, mit denen er bereits die „Pirates Of The Caribbean“-Reihe produzierte.
So verwundert es nicht, dass das Duo Ted Elliott und Terry Rossio, das bereits Captain Jack Sparrow Leben eingehaucht hatten, das Drehbuch verfassten.
Im Verlauf der Produktion wurde es jedoch von Justin Haythe („Revolutionary Road“) komplett überarbeitet.

Die beiden Hauptdarsteller mit Regisseur Verbinski und Produzent Bruckheimer

Die beiden Hauptdarsteller mit Regisseur Verbinski und Produzent Bruckheimer

Als Regisseur sah man zunächst Mike Newell vor, der unter Bruckheimer und Disney bereits „Prince of Persia: The Sands of Time“ gedreht hatte.
Doch dann übergab man den Posten an Gore Verbinski, Regisseur der ersten drei „Pirates of the Caribbean“-Filme.

Johnny Depp („Rango“) wurde als Indianer Tonto gecastet, während die Hauptrolle an Armie Hammer („The Social Network“) ging.
William Fichtner („Armageddon“) spielte den Schurken Butch Cavendish und der Brite Tom Wilkinson („Michael Clayton“) den mächtigen Tycoon Cole.
Den Part der Prostituierten Red übernahm die Britin Helena Bonham Carter („Les Misérables“), ihre Landsfrau Ruth Wilson („Anna Karenina“) spielte Rebecca Reid, während James Badge Dale („The Departed“) ihren Ehemann Dan verkörperte.

In kleineren Rollen traten unter anderem Barry Pepper („Broken City“) als Kavallerieoffizier, Harry Treadaway („City of Ember“), der Mexikaner Joaquín Cosío („Quantum of Solace „) und der Australier Australier Damon Herriman („J.Edgar“) als drei von Butch’s Bandenmitglieder.
Leon Rippy („The Patriot“) schliesslich spielte den versoffenen Texas Ranger Collins.

Hinter der Kamera vereinten Bruckheimer und Verbinski zahlreiche „Veteranen“ der „Pirates“-Filme.
So stammte das Set-Design von Cheryl Carasik, die Kostüme von Penny Rose und das Makeup von Oscarpreisträger Joel Harlow.
Bojan Bazelli („King Of New York“) übernahm die Kameraarbeit, während Verbinski’s Stammcutter Craig Wood („Mousehunt“) gemeinsam mit James Haygood („Fight Club“) den Filmschnitt bewerkstelligten.

Die CGI-Effekte stammten von Industrial Light & Magic unter Tim Alexander („Star Wars- Episode I – The Phantom Menace“) und MPC mit Matthew Adams („Man Of Steel“), während die restlichen Spezialeffekte vom Effektgrossmeister und Oscarpreisträger John Frazier, der ebenfalls bereits bei der „Pirates“-Reihe mit an Bord war, beigesteuert wurden.

Der Soundtrack sollte zunächst von „White Stripes“-Frontman Jack White beigesteuert werden, ehe Gore Verbinski die Filmmusik in die Hände seines Stammkomponisten Hans Zimmer („Man Of Steel“) legte.

Die Dreharbeiten die in den US- Bundesstaaten Utah, Colorado, New Mexico, Arizona, Texas, und Kalifornien stattfanden wurden von mehreren unerwarteten Erreignissen überschattet; nebst Unwettern, einer Feuersbrunst und einem Pockenausbruch am Set, verletzten sich zahlreiche Stuntleute und ein Sicherheitsexperte verstarb bei einem Unfall am Set.

Fazit:
Obschon ich bereits im Vorfeld einige der, meist negativen, Filmkritiken zu „The Lone Ranger“ gelesen habe, habe ich versucht den Film möglichst vorbehaltslos zu sehen.
Ich muss nach der Sichtung nun feststellen, dass ich die Meinung des Gros‘ der Kritiker zwar nicht mittrage, mir einige der Kritikpunkte jedoch durchaus einleuchten.

Erwartungsgemäs trägt Johnny Depp, der hier um einiges weniger exzentrisch spielt als noch in „Pirates“, den Film.
Armie Hammer spielt trotz Titelrolle, die zweite Geige.
Er geht dabei jedoch nie unter, und vermag sich wacker zu halten, und als Team harmonieren Depp und Hammer zudem ganz gut.

Zu kurz kommt meiner Meinung nach, jedoch Helena Bonham Carter, und man hätte sich, zumindest aufgrund der Promotion im Vorfeld des Filmes, mehr Auftritte ihrerseits gewünscht.

William Fichtner kann als Bösewicht gar nicht überzeugen, und ist bloss ein böse ausschauender Buhmann, und auch Tom Wilkinson kann seiner Rolle nicht viel abgewinnen.
Fairerweise muss man sagen, dass diese Tatsache mehr dem Drehbuch denn den Schauspielern zuzuschreiben ist.

Ohnehin sind das schwache Drehbuch und die Dramaturgie das grösste Handicap des Filmes.
Der Film hat grosse Längen, und es dauert fast ewig bis er so richtig in die Gänge kommt, und wenn auch die Story nicht schlecht ist, so gehen ihr doch jegliche Inovation und Novität ab.
Eher irritierend sind auch die ständigen Zeitsprünge und Umerzählungen der Handlung.

Doch auch wenn der Film erzählerische Schwächen hat, so kann seine solide Machart nicht geleugnet werden.
Die Kostüme und Masken sind top, und die Kameraarbeit ist erstklassig.
Zahlreiche Referenzen an die Westernklassiker von Sergio Leone lassen das Italo-Western-Liebhaber-Herz höher schlagen; obschon dies eigentlich abzusehen war.
Denn betrachtet man Gore Verbinskis Werk so lässt sich schnell eine Affinität zum Western made in Italy feststellen.
Genre-Anspielungen gibt es auch von musikalischer Seite her; Hans Zimmer’s Score kann die Inspiration bei Ennio Moricone nicht verleugnen.
Der musikalische Höhepunkt ist jedoch der grossartige Schlussakt in dem Zimmer auf Rossini’s „Wilhelm Tell“ zurückgreift (da lacht das Schweizerherz…).
Ohnehin sind es die fulminanten Actionszenen, in denen „The Lone Ranger“ auftrumpfen kann.

Der Film ist nicht unbedingt ein Meisterwerk, und Story- und Erzähltechnisch haperts gewaltig.
Doch man hat heuer schon weitaus schlechtere Filmkost serviert bekommen, und die Machart ist sicher nicht von schlechten Eltern, weswegen ich „The Lone Ranger“ als (solides) Mittelmass bezeichnen würde.

3.5 von 5 gerupften Rabenvögeln

3.5

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3 Antworten zu The Lone Ranger

  1. donpozuelo schreibt:

    Ich empfand’s ja eher als niedriges Mittelmass… Mir tat’s um Johnny Depp leid, der hier auch wieder nur Jack Sparrow spielt und ich fand’s schade, dass Armie Hammer nicht zu dem Titelhelden werden konnte, der er eigentlich ist. Es war eher „Tonto, der Indianer“ statt „Lone Ranger“.

    • Mr. Nick schreibt:

      Da muss ich dir zustimmen, es war schon mehr ein Johnny Depp – denn ein Lone Ranger-Film.
      Dennoch bleibe ich dabei und setze den Film punktemässig im Mittelfeld an, denn er hätte durchaus Potential gehabt.

  2. maloney schreibt:

    2 Sterne höchstens…viel zu viel gewollt und viel zu wenig erreicht!

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