Elysium

Elysium-poster2Nachdem der südafrikanische Jungregisseur Neill Blomkamp mit seinem Kino-Erstling „District 9“ einen profanen Überaschungserfolg landete, war es ihm ein Leichtes, Geldgeber für seinen zweiten Spielfilm zu finden.
Wie „District 9“ spielt auch „Elysium“ in der Zukunft, und schneidet sozialkritische Themen an.
Matt Damon und Jodie Foster verkörpern darin die Hauptrollen, aber auch Sharlto Copley, der Hauptdarsteller aus „District 9“, hat hier einen Part inne.

Uraufführung: 9.8.2013
Regie: Neill Blomkamp
Darsteller: Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley, Alice Braga, u.a…

Story:
Ende des 21. Jahrhunderts ist die Erde heillos überbevölkert und verschmutzt.
Die reiche Oberschicht flüchtet sich daher auf die Weltraumstation „Elysium“, auf der eine heile Welt herrscht, und sich die Bevölkerung mittels medizinischer Versorgungseinrichtungen von allen Gebrechen und Krankheiten heilen lassen kann.

Elysium

Elysium

Auf der Erde bleibt indessen die arme Bevölkerung in riesigen Slums zurück.
Zu dieser Unterschicht gehört auch Max Da Costa (Matt Damon), ein mehrfach vorbestrafter Fabrikkarbeiter, der seit seiner Kindheit davon träumt eines Tages nach Elysium zu fliegen.

Als er bei einem Arbeitsunfall atomar verstrahlt wird, sieht er seine letzte Möglichkeit, geheilt zu werden, darin, zu einer der medizinischen Versorgekapseln auf Elysium zu gelangen.
Da kommt ihm dass Angebot des Kleinkriminellen Spider (Diego Luna) gerade recht, einen reichen Bewohner Elyium’s zu kidnappen um dadurch zur Weltraumstation zu gelangen.

Sauberer Haarschnitt...

Sauberer Haarschnitt…

Der Plan gelingt zwar, doch die Ausmasse sind grösser als gedacht, und so wird
Max schon bald zum Ziel der eiskalten Jessica Delacourt (Jodie Foster), Senatorin von Elysium, und dem Kopfgeldjäger Kruger (Sharlto Copley).

Trivia:
Als Neill Blomkamp das Script zu seinem nächsten Film nach „District 9“ schrieb, verarbeitete er ein persönliches Erlebnis, welches er vor Jahren auf einer Mexiko-Reise gemacht, und bei dem er die sozialen Misstände und grosse Verslumung des Landes gesehen hatte.

Nach dem Erfolg den „District 9“ gehabt hatte, war es für Blomkamp der nicht nur das Drehbuch schrieb, sondern auch erste Produktionszeichnungen für „Elysium“ entwarf,  ein Leichtes, Geldgeber für das Projekt zu gewinnen.
Mit 115 Millionen $ und Sony Pictures im Rücken, ging man so 2011 in die Produktion.

Regisseur Neill Blomkamp und Darsteller Sharlto Copley (v.r.n.l.)

Regisseur Neill Blomkamp und Darsteller Sharlto Copley (v.r.n.l.)

Zunächst sollte der südafrikanische Rapper Ninja die Hauptrolle übernehmen, später wurde sie seinem US-Kollegen Eminem angeboten.
Sony setzte sich allerdings für einen professionelleren Hauptdarsteller ein, sodass zuletzt Matt Damon („We Bought a Zoo“) den Zuschlag erhielt.

Oscarpreisträgerin Jodie Foster („Carnage“) spielte die Senatorin Delacourt, während die Brasillianerin Alice Braga („City Of God“) den Part von Max‘ Jugendfreundin Frey übernahm.
Ihr Landsmann Wagner Moura („Elite Squad“) wurde als Spider gecastet, William Fichtner („The Lone Ranger“) als Grossindustrieller John Carlyle, und der Pakistaner Faran Tahir („Iron Man“) als Elysiums Präsident Pate, und der Mexikaner Diego Luna („Milk“) gab Max‘ Freund Julio.

Der Südafrikaner Sharlto Copley, Hauptdarsteller aus „District 9“, verkörperte den Agenten Kruger.
Copley war indess nicht der Einzige aus der „District 9“-Crew, den Blomkamp erneut ans Set holte, auch Kameramann Trent Opaloch, Cutter Julian Clarke und Produktionsdesigner Philip Ivey waren bereits damals mit von der Partie.

Nebst Weta Workshop, die die futuristischen Anzüge und Kostüme entwarfen, waren unter anderem Image Engine, MPC und ILM für die visuellen Spezialeffekte verantwortlich.
Als grosse Inspirationsquelle für den Film nannte Blomkamp die Arbeit des Konzeptkünstler Syd Mead („Blade Runner“, „Aliens“).
Die Filmmusik stammte von Ryan Amon, der damit sein Debüt feierte.
Gedreht wurde unter anderem in und um Mexico City und Vancouver.

Fazit:
„Elysium“ zählt für mich zu den besten Sci-Fi-Filmen der letzten paar Jahre.
Es sind mehrere Faktoren, die dazu beitragen, und mich zu diesem Schluss bringen.
Doch schön sachte der Reihe nach.

Die Story an sich ist zwar wendungsreich, und solide erzählt, allerdings ist sie nicht allzu anspruchsvoll und in ihrem Kern eher einfach gestrickt.
Zudem bedient sie sich teilweise gar plakativer Mittel.
Dies soll jedoch nicht heissen, dass sie schlecht ist; im Gegenteil, die Grundidee und die sozialkritische Haltung gefällt ganz gut.

Doch wie gesagt, „Elysium“ ist ein Film, der als Summme mehrerer Teile funktioniert.
Einer dieser Teile, und der grösste Pluspunkt sind ganz klar die starken Figuren des Streifens.
Blomkamp erschuf höchst interessante Charaktere, die mittels toller Schauspielperformance zum Leben erwachen.
Matt Damon spielt solide (zur Abwechslung mal wieder…), doch wenn er auch Hauptdarsteller des Filmes ist, so wird er doch von seinen Spielpartner teilsa bei Weitem überflügelt.
Allen voran Jodie Foster, die mal wieder ein ausgefressenes Miststück spielen darf.

Sharlto Copley sorgt als einer der geilsten Kopfgeldjäger der letzten paar Jahre, dank kantigen Sprüchen und Fistelstimme, für einige Lacher, während Wagner Moura als der kriminelle Spider zu überzeugen weiss.
Er gefiel mir persönlich besonders gut, und ich hoffe, bald mehr von ihm zu sehen.
Willian Fichtner’s Part fiel mir etwas zu kurz aus, und auch aus Alice Braga’s Figur hätte wohl mehr herausgeholt werden können.

Ein weiterer Punkt der überzeugt, ist ganz klar die Machart, und auch der „used future“-Look gefällt ganz gut.
Zudem merkt man dem Film klar die (visuellen) Einflüsse von Sci-Fi-Klassikern wie „2001“, „Star Wars“ und „THX 1138“ an.
Der Score ist ebenfalls sehr stark, und Ryan Amon ist ein Name, den man sich bestimmt merken sollte.

„Elysium“ ist einer der besten Sci-Fiction-Streifen der letzten paar Jahre, angesiedelt zwischen futuristischer Zukunftsvision und pointierter Gesellschaftskritik.
Tolle Figuren und eine erstklassige Machart tragen ihren Teil zum Gelingen des Filmes bei.

4.5 von 5 Cyborg-Bewährungshelfern

4.5

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2 Antworten zu Elysium

  1. Owley schreibt:

    It’s up there mit Oblivion. Finde ich zumindest. 2013 ist ein gutes Jahr für SciFi, hoffen, wir, dass Gravity da weiter die Fahne hochhält.

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