Lovely Louise

lovelylouise-poster-deSeit „Die Herbstzeitlosen“ der mit über einer halben Million Besuchern zu den erfolgreichsten Filmproduktionen der Schweiz gehört, ist Bettina Oberli kein unbeschriebenes Blatt mehr.
Nach der deutschen Literaturverfilmung „Tannöd“ kehrt Oberli mit „Lovely Louise“ nun zurück in den Schoss der helvetischen Filmlandschaft.
Die Burgtheater-Legende Annemarie Düringer, die bereits in „Die Herbstzeitlosen“ spielte, verkörpert hier nun die Hauptrolle.

Uraufführung: 5.9.2013
Regie: Bettina Oberli
Darsteller: Annemarie Düringer, Stefan Kurt Stanley Townsend, Nina Proll, u.a…

Story:
Louise (Annemarie Düringer) war früher mal eine Hollywood-Schauspielerin; heute lebt sie als betagte Dame gemeinsam mit ihrem Sohn André (Stefan Kurt) in einer kleinen Wohnung in der Stadt Zürich.
Der zurückhaltende André verdient sein Geld als Taxifahrer und frönt nebenbei seinem Hobby, der Modelfliegerei.
Insgeheim hat er sich zudem in die Würstchenbudenbesitzerin Steffi (Nina Proll) verguckt.

En guete...

En guete…

Als eines Tages der Amerikaner Bill (Stanley Townsend) vor der Türe steht, und behauptet ein unehelicher Sohn von Louise zu sein, wirft das das Leben von André und seiner Mutter aus seinen eingefahrenen Bahnen.

Steffi von der Würstchenbude (Nina Proll)

Steffi von der Würstchenbude (Nina Proll)

Trivia:
Nach dem Grosserfolg von „Die Herbstzeitlosen“ und der deutschen Produktion „Tannöd“ realisierte die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli mit „Lovely Louise“ ihren vierten Kinospielfilm.
Der Film entstand als schweizerisch-deutsche Koproduktion und wurde unter anderem vom Schweizer Radio und Fernsehen unterstützt.

Für die Hauptrolle engagierte Oberli Annemarie Düringer („Die Käserei in der Vehfreude“) die bereits in „Die Hebstzeitlosen“ mitspielte.
Stefan Kurt („Der Verdingbub“) gab André, währenddessen der Ire Stanley Townsend („Happy-Go-Lucky“) Bill verkörperte.
Die Österreicherin Nina Proll („Keinohrhasen“) spielte die Würstchenbudenverkäuferin Steffi.

Annemarie Düringer und Regisseurin Bettina Oberli (v.l.n.r.)

Annemarie Düringer und Regisseurin Bettina Oberli (v.l.n.r.)

In kleinen Nebenrollen waren Michael Neuenschwander („Dead Fucking Last“) sowie die beiden Radiolegenden Alice Brüngger („Die Herbstzeitlosen“) und Elisabeth Schnell („Ueli der Knecht“) zu sehen.
Carla Juri („Feuchtgebiete“) spielte die junge Louise.

Die Kamera bediente Oberli’s Ehemann Stéphane Kuthy, der diese Funktion bei all ihren Filmen ausführt, während der Brite Andrew Bird („Soul Kitchen“) den Schnitt übernahm.
Die Filmmusik stammte vom Pop-Musiker Adrian Weyermann.
Gedreht wurde zum grössten Teil in und um Zürich, unter anderem auch im Programmkino „Filmpodium“.

Fazit:
In „Lovely Louise“ steht wie sets bei Bettina Oberli eine starke Frauenfigur im Vordergrund.
War dies bei „Die Herbstzeitlosen“ die unlängst verstorbene Stephanie Glaser, so übernimmt diesen Part ihre damalige Filmpartnerin, die Burgtheater-Schauspielerin Annemarie Düringer.
Düringer macht ihre Sache sehr gut und es gelingt ihr trotz Reibeisernheit und faustdickem Schalk hinter den Ohren den die Figur innehat, das Publikum um den Finger zu wickeln.
Weshalb sie zweifelsohne als helvetische Schausspiellegende gilt, wird sehr schnell klar.

Nicht weniger gewichtig fällt allerdings die Rolle von André aus.
Quartz-Preisträger Stefan Kurt füllt diese ganz gut aus, und bringt den Mutter-Sohn-Konflikt der der Geschichte zugrunde liegt.

Nebst den Schauspielleistungen überzeugt insbesonders die technische Versiertheit die dem Film zugrunde liegt.
Stéphane Kuthy erzeugt starke Aufnahmen und bedient sich einer tollen Bildsprache, zu der sich Andrew Bird’s perfekte Schnittarbeit gesellt.

Wenn der Film auch einen sehr hohen Standart in Punkto Machart innehat, so unterliegt er inhaltlich trotzdem den typischen „Krankheiten“ des Schweizer Filmschaffens der letzten paar Jahre.
So hat es gerade in der Story jede Menge Potential, welches ungenutzt bleibt.
Ob sich Oberli hierbei nicht zuviel zutraute, oder auf der sicheren (leider aber auch eher biederen) Seite bleiben wollte, bleibt offen.
So präsentiert sich die Handlung als Gesamtes eher plattitüd und allzu harmonisch.

Hinzu kommt, dass die Figuren, gerade in Interaktion miteinander einen recht hölzernen Eindruck erwecken, was durch die eher künstlich und aufgesetzt wirkenden Dialoge noch verstärkt wird.

So kommt „Lovely Louise“ trotz hohem technischen Standart und künstlerischer Fertigkeit, sowie zwei sehr guten Hauptdarstellern, nicht über das, vom Fernsehen geprägten, Durchschnitts-Niveau des helvetischen Filmschaffens hinaus.

3 von 5 Modellflugzeugen

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