The Congress

THE-CONGRESS-PosterNach dem Oscar-prämierten „Waltz With Bashir“ präsentiert der israelische Regisseur Ari Folman mit „The Congress“ erneut einen Animationsfilm in die Kinos.
Allerdings verwischen hier die Grenzen zwischen Realfilm und den gezeichneten Sequenzen gekonnt.
Schauspielerin Robin Wright spielt darin ihr Alter Ego, dass sich für ein Hollywoodstudio klonen lässt, und in eine animierte Welt gerät.
An ihrer Seite agieren unter anderem Harvey Keitel und Paul Giamatti.

Uraufführung: 15.5.2013
Regie: Ari Folmann
Darsteller: Robin Wright, Harvey Keitel, Danny Huston, Paul Giamatti, u.a…

Story:
Schauspielerin Robin Wright (spielt sich selbst) hat ihre besten Zeiten längst hinter sich, und kümmert sich als alleinerziehende Mutter um ihre beiden Kinder.
Auf Drängen ihres Managers Al (Harvey Keitel) hin, willigt sie in den Handel des „Miramount“-Studiobosses Jeff Green (Danny Huston) ein; sie lässt sich einscannen, sodass fortan mit ihrem Double alle möglichen Filme gedreht werden können.

Robin Wright...

Robin Wright…

20 Jahre später, Robin ist auf dem Weg zum futurologische Kongress.
Im Abrahama-Hotel, einer vollständig animierten Welt, möchte der Miramount-Konzern eine futuristische Weltneuheit vorstellen.
Doch dann läuft das Ganze völlig aus dem Ruder, und es scheint fast so als ob Robin für immer in der Zeichentrick-Welt gefangen bleibt.

...in the Sky with diamonds

…in the Sky with diamonds

Trivia:
„The Congress“, der vierte Film des israelischen Regisseurs Ari Folman („Waltz with Bashir“) basiert im Kern auf dem 1971 erschienenen Science-Fiction-Roman „Der futurologische Kongreß“ des polnischen Autors Stanisław Lem.

Folman began mit der Preproduktion an dem Film, der als französisch-deutsch-luxemburgisch-belgisch-polnisches Gemeinschaftswerk entstand, bereits 2008.
Für die Hauptrolle war zunächst Cate Blanchett vorgesehen, schlussendlich erhielt jedoch Robin Wright („Forrest Gump“) die Gelegenheit sich selbst vor der Kamera zu porträtieren.
An ihrer Seite waren unter anderem Harvey Keitel („Taxi Driver“) als ihr Manager Al, Danny Huston („Hitchcock“) als „Miramount“-Boss Jeff Green, sowie Sami Gayle („Stolen“) und Kodi Smit-McPhee („ParaNorman“) als Wright’s (fiktive) Kinder Sarah und Aaron, zu sehen.
Paul Giamatti („Cinderella Man“) übernahm den Part des Dr. Baker, während Jon Hamm („The Town“) der Animationsfigur Dylan seine Stimme lieh.

Robin Wright, Ari Folman, Sami Gayle und Danny Houston an der Premiere

Robin Wright, Ari Folman, Sami Gayle und Danny Houston an der Premiere

Die Animation des Filmes stammte grösstenteils vom luxemburgischen Animationsstudio „Studio 352“, während die Realszenen mehrheitlich in den USA gedreht wurden.

Die Kamera führte der Pole Michal Englert („Elles“), indess Nili Feller, der bereits an „Waltz with Bashir“ beteiligt war, den Film schnitt.
Die Musik stammte vom Engländer Max Richter, auch er ein Veteran von „Waltz with Bashir“

„The Congress“ feierte seine internationale Premiere an der „Quinzaine des Réalisateurs“, einer Independent-Nebenveranstaltung des Filmfestivales in Cannes.

Fazit:
Ich bin ein grosser Fan des klassischen Animationsfilmes, und auch von den Kunstepochen des Surrealismus und der Psychedelic Art bin ich sehr angetan.
Kein Wunder also, dass mich der Trailer zu Ari Folman’s neustem Werk sehr angesprochen hat, und ich mir fest vorgenommen habe den Film anzusehen.

Und siehe da, meine geheime Vorfreude wurde bestätigt; Folman ist mit „The Congress“ ein kleines Meisterwerk gelungen.
Allerdings eines auf dass man sich gezielt einlassen, und dass man auf sich wirken lassen muss.

Der Anfang ist noch recht harmlos, erinnert ein wenig an „Matrix“, ein bisschen an „Godsend“, doch dann kommt der animierte Teil, und da kommts knüppeldick.
Folman bedient sich recht munter der Bildsprache des Sureallismus, derjenigen des psychadellischen Filmes der Sechziger, à la Richard Williams („The Thief And The Cobbler“), oder George Dunning („Yellow Submarine“), aber auch die Werke eines Ralph Bakshi („Wizards“) finden Verwendung und auch an verschiedensten Pop-Kultur-Remisenzen spart der Film nicht.

Storytechnisch wirds indess recht verworren, und man kann als Zuschauer bald nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.
Allerdings renkt sich der Film zum Schluss wieder etwas ein.
Glücklicherweise (in diesem Fall) lässt Folman dennoch zahlreiche Handlungsstränge und Fragen offen, sodass man „The Congress“ so schnell nicht aus dem Kopf kriegt.

Und auch wenn sich der Story nicht immer allzu leicht folgen lässt, erkennt man doch eine gute Prise Gesellschaftskritik, zudem wartet die Geschichte mit einigen unerwarteten Wendungen auf, und auch ein augenzwinkernder Humor und der eine oder andere Seitenhieb auf die Traumfabrik der Filmindustrie haben ihren Platz in dem Film.

Besetzungstechnisch funktioniert „The Congress“ bestens; nebst einer starken Robin Wright und Harvey Keitel gefällt vorallem Danny Huston in der Rolle des „Hollywood“-Arschloches.
Über Paul Giamatti müssen gar nicht viele Worte verloren werden, er spielt mal wieder grundsolide; und das selbst in einer kleinen Nebenrolle.

„The Congress“ ist ein Film auf den man sich einlassen muss, und daher vielleicht nicht für jeden gleichermassen ansprechend.
Wer sich mit dem Film anfreundet, wird schnell seine Qualität entdecken und grossen Gefallen daran finden.

5 von 5 psychadelischen Tintenfischen

5

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2 Antworten zu The Congress

  1. Owley schreibt:

    Bei Tom Cruise war ich dem Film völlig verfallen. Hach.

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