Gravity

GravityDas 9. Zurich Film Festival feierte am Donnerstag seine Premiere.
Gestern präsentierte Regisseur Alfonso Cuarón sein neustes Werk “Gravity” welches vor einem Monat an den Filmfestspielen von Venedig lief, und das Publikum in der Lagunenstadt zu begeistern wusste.
Nach einer kurzweiligen und äusserst witzigen Fragerunde mit dem Regisseur folgte alsbald der Film, den ich jetzt schon als einen der Höhepunkte des diesjährigen Festivals bezeichnen würde.

Uraufführung: 28.8.2013 (Filmfestspiele Venedig)
Regie: Alfonso Cuarón
Darsteller: Sandra Bullock, George Clooney, Ed Harris, u.a…

Story:
Die beiden Astronauten Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) und Matt Kowalsky (George Clooney) müssen im Weltall an einem Raumschiff eine Reparatur durchführen.
Während es für den altgedienten Kowalsky, der sich nach dieser Mission zur Ruhe setzen will, ein Routineauftrag ist, handelt es sich für Stone um die erste Mission im All.

Ellen Ripley is back...

Ellen Ripley is back…

Als jedoch Teile eines zerstörten Satelliten das Raumschiff treffen und vollständig zerstören, und zudem auch der Kontakt zur Erde abbricht, schweben die beiden Astronauten hilflos im Weltraum, und die Mission entwickelt sich zu einem Kampf ums Überleben.

"Houston we have a problem... again!"

„Houston we have a problem… again!“

Trivia:
Als der junge mexikanische Filmemacher Jonás Cuarón seinem Vater, dem Regisseur Alfonso Cuarón (“Children Of Men”) den Drehbuchentwurf zu “Gravity” vorlegte, war dieser davon so angetan, dass er sich dafür entschied, den Stoff gleich selbst zu verfilmen.
Produziert wurde der Film von David Heyman der bereits bei “Harry Potter and the Prisoner of Azkaban” mit Cuarón zusammenarbeitete.

Regisseur Cuarón und seine Hauptdarsteller

Regisseur Cuarón und seine Hauptdarsteller

Für die weibliche Rolle war lange Zeit Angelina Jolie im Gespräch während Robert Downey Jr. den männlichen Part übernehmen sollte.
Nachdem Jolie den Part, aufgrund nicht stattgegebener Gagenforderungen, verwarf kamen unter anderem Marion Cotillard, Scarlett Johansson und Natalie Portman ins Gespräch.
Schlussendlich ging der Part an Sandra Bullock (“The Blind Side”) während George Clooney (“Syriana”) für den, mittlerweilen vom Projekt abgesprungenen Downey Jr. in die Bresche sprang.
Ed Harris (“Apollo 13″) spielte bzw. sprach die Rolle des Verbindungsmannes bei der NASA.

Hinter der Kamera vertraute Cuarón auf seinen Stammkameramann, den Mexikaner Emmanuel Lubezki (“Children of Men”), während er den Film gleich selbst schnitt.
Unterstützt wurde er hierbei vom Briten Mark Sanger (“Solomon Kane”).
Den Soundtrack schrieb Steven Price (“Scott Pilgrim vs. The World”).

Gedreht wurde in den englischen Pinewood- und Shepperton Studios, während Tim Webber (“Avatar”) und Chris Watts (“300″) die visuellen Effekte und das GCI des Filmes realisierten.

“Gravity” feierte seine Premiere am Filmfestival von Venedig, wo Sandra Bullock die Auszeichnung der besten Schauspielerin entgegennehmen durfte.

Fazit:
“Gravity” ist ein Film der Superlativen; sowohl das Maximum wie das Minimum bringt Regisseur Alfonso Cuarón in das Werk ein.
Das Maximum an Technik und optischer Intensität und ein Minimum an Darstellern.
So kommt das Werk des mexikanischen Regisseurs wie eine Art Kammerspiel im Weltraum daher in dem auf jegliche unnötige Elemente verzichtet wurde, und dass das Augenmerk in fast schon dokumentarischer Manier auf seine beiden Protagonisten richtet.

Das Grundgerüst der Filmhandlung ist zugegebenermasen recht simpel, daher ist es umso bemerkenswerter, dass es Cuarón gelingt das Publikum über die ganze Filmlänge zu fesseln.
Einen grossen Beitrag hierzu leistet bestimmt die beiden Hauptdarsteller, die durchaus als erstklassig bezeichnet werden dürfen.
Clooney gefällt mit seiner gewohnt spitzbübischen Art, während Sandra Bullock unglaubliche Charaktertiefe und schauspielerische Intensität an den Tag legt.
Es wäre durchaus Möglich dass diese Performance Miss Bullock den zweiten Oscar einbringt.

Bei den Effekten liess man sich nicht lumpen, und bei “nur” gerade zwei Darstellern und einem Budget von 80 Millionen $ kann man sich ausrechnen was ins CGI geflossen sein muss…
Es hat sich gelohnt, und zwar jedes einzelne Frame und auch das 3D ist grossartig.
Ich bin zwar der Meinung dass ein guter Film die dritte Dimension nicht braucht, es gibt jedoch hin und wieder Ausnahmen, bei denen 3D Sinn macht; so zum Beispiel “Avatar” oder nun eben “Gravity”.

Nicht ausser Acht lassen darf man hierbei die “Handarbeit” die dem Film zugrunde liegt.
Emmanuel Lubezki’s Kameraarbeit ist schlicht grossartig und die atemberaubenden Kamerafahrten vermitteln wirklich ein Gefühl von Schwerelosigkeit.
Der Schnitt auf der andern Seite ist perfekt und ein wahres Lehrstück an Film Editing.
Cuarón und Stong lassen den Film dank erstklassiger Schneidearbeit wie aus einem Guss wirken.
Zu guter Letzt ist noch der Score zu erwähnen, der extrem dicht und atmosphärisch daherkommt, und die Grundstimmung des Filmes gut mitträgt.

“Gravity” ist ein rundum gelungener Film, zugespitzt auf das absolut Wesentliche mit zwei grossartigen Hauptdarstellern und erstklassigen Effekten.
Für mich ein toller Start ins ZFF, und es würde mich nicht wundern wenn sich das Werk zu einem profanen Oscarfavoriten mausern würde.

5 von 5 Flügen im Orbit

5

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