Le Week-End

Le Week-EndDer Südafrikaner Roger Michell, seines Zeichens Spezialist für Liebesfilme, inszeniert mit „Le Week-End“ einen ebensolchen.
Im Zentrum steht hier ein älteres Ehepaar, gespielt von Jim Broadbent und Lindsay Duncan, das für ein Wochenende nach Paris fährt um dort seinem Liebesleben neuen Schwung zu verleihen.
Der Film feierte letzte Woche am 9. Zurich Film Festival, im Beisein von Regisseur Michell selbst, Schweizer Premiere.

Uraufführung: 7.9.2013 (Toronto International Film Festival)
Regie: Roger Michell
Darsteller: Jim Broadbent, Lindsay Duncan, Jeff Goldblum, Olly Alexander, u.a…

Story:
Das Ehepaar Nick (Jim Broadbent) und Meg (Lindsay Duncan) aus Brighton möchte seinen 30. Hochzeit in Paris, der Stadt der Liebe zelebrieren.
Allerdings geht es nicht lange bis sich ein Streit zwischen den beiden entwickelt.
Denn bereits das Hotel, das Nick gebucht hat erweist sich als Katastrophe, und als er seiner Frau mitteilt, dass er seine Stelle als Dozent verloren habe, vereinfachert dies die Situation auch nicht sonderlich.

Die Vorleser

Die Vorleser

Als sie unerhoft auf Morgan (Jeff Goldblum) einen ehemaligen Studienkollegen Nick’s treffen, der sie in sein Pariser Apartement einlädt, reisen alte Wunden zwischen dem Ehepaar auf.

Mr. Morgans last joke

Mr. Morgans last joke

Trivia:
Regisseur Roger Michell („Hyde Park on Hudson“) schrieb das Drehbuch zu „Le Week-End“ gemeinsam mit dem Drehbuchautor Hanif Kureishi („My Beautiful Laundrette“) für den es die vierte Zusammenarbeit mit Michell darstellte.

Regisseur Roger Michell

Regisseur Roger Michell

Jim Broadbent („Cloud Atlas“) und Schottin Lindsay Duncan („Alice In Wonderland“) wurden für die beiden Hauptrollen verpflichtet, während der Amerikaner Jeff Goldblum („Jurassic Park“) Morgan verkörperte.
Als dessen Sohn war der Jungstar Olly Alexander („Great Expectations“) zu sehen.

Die Filmmusik schrieb Jeremy Sams der dies bereits bei Michell’s letztem Film, „Hyde Park On Hudson“ getan hatte.
Bei der Kamera und der Montage vertraute Michell indess voll und ganz auf Frauenpower und stellte die französische Kamerafrau Nathalie Durand („Pieds nus sur les limaces“) und Kristina Hetherington („Summer“), die den Filmschnitt übernahm, ein.
Gedreht wurde ausschliesslich an Originalschauplätzen in Paris.

Fazit:
„Le Week-End“ ist ein Liebesfilm bei dem nicht die Entstehung einer Romance, sondern deren Aufrechterhaltung im Mittelpunkt steht.
Der Film lebt hauptsächlich von seinem Ensemble von dem sowohl Broadbent, Duncan und auch Goldbloom sehr stark spielen.

Vorallem die beiden Erstgenannten ergänzen sich trotz individueller Spielart sehr gut.
Leider reichen gute Darsteller nicht aus einen Film zu tragen.
Hier lirgt genau das Problem, die eigentliche Story und das darunter brachliegende Potential wird sträflichst vernachlässigt.
So kommt es dass man als Zuschauer den Ganzen Film über bloss den beiden Protagonisten auf ihrer Sightseeing-Tour durch Paris, bei der sich einzelne Höhepunkte aneinanderreihen, folgt ohne schlussendlich daraus irgendwelche Erkenntnisse gezogen zu haben.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die, aus meiner Sicht unnötige, degradierung Jim Broadbent’s Charakter zum geifernden Lüstling.
Dieser Schritt ist in diesem Film ebenso deplaziert wie sinnlos.

Ein Kompliment muss man auf alle Fälle der sauberen Kameraarbeit von Mdm. Durand machen, die einige ganz schöne Bilder der Stadt der Liebe, jenseits der typischen Parisklischees, erzeugt.

„Le Week-End“ lebt vom Spiel seiner Hauptdarsteller und vergisst dabei eine eigentliche Story zu präsentieren.
Die gute Machart rettet den Film vor der Bedeutungslosigkeit.

3 von 5 Wochenendtrips in die Stadt der Liebe

3

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