Rush

Rush (2013) posterObschon ich persönlich mit dem Rennsport nicht viel anfangen kann, muss ich doch zugeben dass es einige ganz gelungene Filme zum Thema gibt („Death Race 2000“, „Grand Prix“…).
„Rush“ das neuste Werk von Ron Howard, ein Garant für gutes Kino, wurde von den Kritikern wie Zuschauern ja bislang gleichermassen gelobt.
Weshalb sollte ich mirl also den Film, der letzte Woche am 9. Zurich Film Festival seine Schweizer Premiere feierte, also entgehen lassen?

Uraufführung: 13.9.2013
Regie: Ron Howard
Darsteller: Chris Hemsworth, Daniel Brühl, Olivia Wilde, Alexandra Maria Lara,  u.a…

Story:
Die Formel 1: Schnelle Wagen, todesmutige Männer und jede Menge Glamour, das ist die Welt von James Hunt (Chris Hemsworth) und Niki Lauda (Daniel Brühl).
Während der Engländer Hunt ein Lebemann ist, der lebt wie wenn jeder Tag sein letzter wäre, sich gerne mit schönen Frauen umgibt und einen draufgängerischen Fahrstil pflegt, ist der Österreicher Lauda ein verbissener Sportler, der sich mit viel Fleiss und Können seinen Weg an die Spitze des Rennzirkuses erkämpft hat.

Der Schöne...

Der Schöne…

In der Saison 1976 starten die beiden in der obersten Klasse, der Formel 1.
Jeder der beiden möchte den Weltmeistertitel gewinnen, und so liefern sich die beiden ein erbittertes Kopf-an-Kopf-Rennen.
Und dann kommt das härteste Rennen der Welt: der deutschen Nürnburgring.

.. und der Schnelle

.. und der Schnelle

Trivia:
Der britische Drehbuchautor Peter Morgan („Frost/Nixon“) schrieb schon länger an einem Script über die legendäre Formel 1-Saison von 1976 und nahm dazu auch Kontakt zum echten Niki Lauda auf.
Jedoch glaubte er selbst nicht, dass das Werk über eine Fernsehadaption herauskommen würde.

Die Echten: Niki Lauda und James Hunt (v.l.n.r. )1976

Die Echten: Niki Lauda und James Hunt (v.l.n.r.) 1976

Als sich allerdings Hollywood-Regisseur Ron Howard („The Da Vinci Code“) für das Projekt zu interessieren begann, kam Schwung in die Sache.
2011 begann man mit der Pre-Production.

Während der Australier Chris Hemsworth („Thor“) James Hunt gab, spielte der Deutsche Daniel Brühl („Inglorious Basterds“) Niki Lauda.
Seine Landfrau Alexandra Maria Lara („Der Untergang“) spielte Lauda’s Freundin, Marlene Knaus, indess die Amerikanerin Olivia Wilde („In Time“) Hunt’s Frau, Suzy Miller, verkörperte.

Der Brite Christian McKay („Me and Orson Welles“) gab den Rennstallboss Alexander Hesketh und der Italiener Pierfrancesco Favino der mit Howard bereits „Angels & Demons“ drehte, spielte die Schweizer Rennfahrlegende Clay Regazzoni.

Gedreht wurde in Grossbritannien, Österreich und Deutschland, unter anderem auf dem echten Nürburgring.

Die Kamera bediente Danny Boyle’s Stammkameramann, Anthony Dod Mantle („Trance“), während Howard beim Schnitt ein weiteres Mal auf das oscarprämierte Duo Mike Hill und Dan Hanley (beide „Apollo 13“), welches fast sämtliche seiner Filme schnitt, vertraute.
Auch beim Soundtrack fiel seine Wahl auf einen Wegefährten: Hans Zimmer („The Lone Ranger“). Dessen Soundtrack enthielt nebst Originalkompositionen auch zahlreiche 70er-Hits, unter anderem von „Thin Lizzy“, David Bowie und Jimmy Cliff.

Fazit:
„Grand Prix“ von 1966 hat sich nicht zuletzt wegen seiner revolutionären Kameraarbeit in das kollektive Filmgedächtniss gebrannt.
Ron Howard’s neuester Film, der wie der Klassiker von John Frankenheimer im Rennsportmilieu spielt, verhält sich ähnlich.

Eines der ganz grossen Plus‘ des Filmes ist ganz klar seine visuelle Sprache.
In erstklassigen Bildern, die stets nahe am Geschehen dran sind, erzählt Howard und Kameramann Mantle die Geschichte.
Dieselbe ist wiederum äusserst spannend und temporeich erzählt und gibt beiden Protagonisten genügend Raum, ohne der Versuchung zu erliegen, sie gegeneinander auszuspielen.
Es ist der, sowohl von Rivalität wie auch grösstem Respekt zueinander geprägte, Zweikampf, welcher im Mittelpunkt steht und der das Publikum zu fesseln vermag.

Zum Gelingen tragen ganz klar auch die beiden Hauptdarsteller bei.
Chris Hemsworth  gibt den „Sunny Boy“ Hunt auf ebenso witzige wie sympathische Art und Weise, während Daniel Brühl es tatsächlich schafft den verbissenen und eher unumgänglichen Nikki Lauda dem Publikum näherzubringen.
Mit unglaublicher Präzision versucht er den echten Lauda zu imitieren, von Stimme, Aussehen bis hin zu Auftreten stimmt hier einfach alles.
Brühl legt hier eine der besten Leistungen seiner Karierre ab und es könnte ihm wohl gar zu einem Academy Award reichen.

Etwas mehr Leinwandpräsenz hätte man den Frauenfiguren gewünscht.
Insbesonders Alexandra Maria Lara spielt sehr stark, allerdings kommt sie meiner Meinung nach etwas zu kurz.

Aus Wenig Viel zu machen, vermag Hans Zimmer, der mit nur einer Handvoll musikalischer Themen einen extrem starken Soundtrack schafft, welcher die Stimmung, die die Bilder des Filmes erzielen, gekonnt zu unterstreichen vermag.

„Rush“ ist ein Rennfahrerfilm, der es schafft selbst Formel 1-Laien zu begeistern.
Hierzu trägt eine temporeiche Erzählweise, ausdrucksstarke Bilder, und nicht zuletzt Daniel Brühl’s erstklassiges Spiel bei.

4.5 von 5 Kurven auf dem Nürnburgring

4.5

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Eine Antwort zu Rush

  1. donpozuelo schreibt:

    Fand ich ebenfalls absolut grandios… und das sage ich auch als absoluter Formel-1-Laie 😀

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