Snow White And The Seven Dwarfs

swpost37aDa die Kurzfilme die Walt Disney seit 1923 produzierte, mit der Zeit kaum noch ihre Kosten einspielten, fasste er Mitte der Dreissiger Jahre den Entschluss einen abendfüllenden Trickfilm in Farbe zu drehen.
Die Wahl fiel auf das Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ der Gebrüder Grimm, nach eigenen Aussagen das Lieblingsmärchen Disneys.
Trotz anfänglich grosser Skepsis wurde der Film zu einem Grosserfolg, und stand am Anfang einer Reihe von Zeichentrickfilmen, die bis heute anhält.

Uraufführung: 21.12.1937
Regie: David D. Hand
Darsteller: Adriana Caselotti, Harry Stockwell, Lucille La Verne, Pinto Colvig, u.a…

Story:
Die Königstochter Schneewittchen (Stimme: Adriana Caselotti) ist das hübscheste Mädchen im ganzen Land.
Dies missfällt ihrer Stiefmutter (Lucille La Verne), der ebenso schönen wie neidischen Königin, die dem Jäger (Stuart Buchanan) befiehlt das Mädchen zu töten.

Heiho...

Heiho…

Er lässt Schneewitchen jedoch in den Wald fliehen, wo sie bei den sieben Zwergen Unterschlupf findet.
Doch die böse Königin erfährt mittels ihres Zauberspiegels davon, und macht sich auf den Weg Schneewittchen entgültig aus der Welt zu schaffen.

An Apple a day...

An Apple a day…

Trivia:
1934 machte sich Walt Disney gemeinsam mit seinem Bruder Roy daran, den klassischen Märchenstoff der Gebrüder Grimm zu adaptieren.
Da das Unterfangen über eine Million Dollar verschlang, eine damals imense Summe für einen Animationsfilm, musste das Studio einen Kredit beantragen.

Walt Disney und seine Darsteller

Walt Disney und seine Darsteller

Die künstlerische Gesamtleitung wurde David D. Hand („Bambi“) übertragen.
Nebst Hand waren unter anderem Art Babbitt, Fred Moore und Bill Tytla für einen Grossteil der Animationen und des Stils des Filmes verantwortlich.

Neu zum Studio hinzu stiessen die Zeichner Marc Davis, Ollie Johnston, Milt Kahl, Ward Kimball, John Lounsbery, Eric Larson, Frank Thomas und der spätere Regisseur Wolfgang Reitherman.
Gemeinsam mit Les Clarck, dem „Vater“ von Mickey Mouse, wurden sie später zu den sogenannten „Nine Old Men“.
Erstmals wurde hier zudem das Rotoskopie-Verfahren, und Multiplan-Kameras eingesetzt.

Um eine Sprecherin für die Hauptrolle zu finden, veranstaltete Disney ein grosses Casting aus dem schliesslich Adriana Caselotti („The Wizard Of Oz“), die Tochter eines Gesangslehrers als Siegerin hervorging.
Die Charakterdarstellerin Lucille La Verne („A Tale of Two Cities“) sprach die böse Königin und deren alter Ego, die Hexe.
Um die stimmliche Veränderung der Figur zu bewerkstelligen, nahm La Verne bei den Tonaufnahmen der Hexe ihr künstliches Gebiss raus.

Den Zwergen liehen Roy Atwell („Where There’s Life“), Otis Harlan („A Midsummer Night’s Dream“), Scotty Mattraw („The Grapes of Wrath“) Billy Gilbert („The Great Dictator“) Sneezy und Pinto Colvig, die Stimme Goofy’s, ihre Stimme.

Harry Stockwell („Strike Up the Band“) Vater von Dean Stockwell sprach den Prinzen, und Moroni Olsen („It’s a Wonderful Life“) den Spiegel an der Wand.

Die Musik stammte von Paul Smith („Saludos Amigos,“) und Leigh Harline („Monkey Business“), indess Frank Churchill („The Three Little Pigs“) und  Larry Morey („So Dear to My Heart“) die Lieder komponierten.
Der Soundtrack war zudem einer der ersten Filmscore, die käuflich erhältlich waren.

Walt Disney bekam 1938 einen Sonder-Oscar für seine Inovation, indess der Film im selben Jahr an den Filmfestspielen von Venedig den Spezialpreis der Jury gewann.

Fazit:
Der grosse russische Filmemacher Sergei Eisenstein sagte einst, dass „Snow White And The Seven Dwarfs“ der beste Film sei den er je gesehen habe.
Und der Film ist ohne Zweifel ein Meilenstein, nicht nur im Bereich des Animationsfilm (bis heute wird er fälschlicherweise als erster Zeichentrick-Langfilm bezeichnet).

Doch wie hat sich der Film bis heute, über 70 Jahre nach seiner Uraufführung, gehalten?

Betrachtet man zunächst mal die Story, so kann sich dieselbe bis heute sehen lassen.
Disney nahm die Grundstory der Gebrüder Grimm, reduzierte sie auf das Wesentliche, ohne dabei den Kern ausser Acht zu lassen, und arbeitete dafür einzelne der Charaktere sehr gelungen aus.
Ein weiterer Pluspunkt der Handlung ist, das nie Längen aufkommen, obschon man sich gerade im Mittelteil sehr viel Zeit herausnimmt.
Gedämpft wird das ganze durch das Ende, das etwas gar abrupt erscheint.

Bei den Figuren gefallen besonders die Zwerge mit ihren unterschiedlichen Charakterzügen, und den passenden Voiceactors.
Weniger gelungen ist hingegen Schneewittchen selbst, die ein absolut naiver Charakter ist, und deren Fistelstimme eher gewöhnungsbedürftig ist.

Als gelungen darf man jedoch die böse Königin betrachten, die in ihrer „normalen“ Gestalt absolut bösartig, nach ihrer Verwandlung (übrigens eine der besten Squenzen des Filmes, technisch wie inhaltlich) als alte Bettlerin jedoch schlicht grauenhaft ist.
Dies ist hier durchaus als Kompliment gemeint, und die Messlatte für künftige Schurken wurde bereits hochgelegt.

Ebenfalls eine hohen Standart gab man mit dem Soundtrack und insbesonders den äusserst eingänigen Songs vor.
Auch der visuelle Stil gefällt, und wenn auch zwischen der Animationstechnick von 1937 und derjenigen heutiger Tage Welten liegen, so hat sich der Film doch ganz gut gehalten.

Wenn sich Disney auch über die Jahre immer weiterentwickelt hat (nicht immer zum Besseren) so setzte man mit „Snow White And The Seven Dwarfs“ einen soliden Grundstein.
Kleinere Schwächen lassen Raum nach oben.

4 von 5 Äpfeln

m4

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