Fantasia

fantasia_xlg Um die sinkende Popularität von Mickey Mouse neu anzukurbeln, beschloss man Mitte der 30 Jahre die Figur mittels neuer Cartoons und überarbeitetem Figurendesign, neu zu lancieren.
Aus den Kurzilm „The Sorcerer’s Apprentice“ wurde allerdings bald schon ein grösseres Projekt; „Fantasia“.
Zu klassischen Musikstücken animierte man kurze Einzelsegmente, die zusammen einen Langspielfilm ergaben.
„Fantasia“ setzte nicht nur neue Massstäbe in Sachen Design, auch war es der erste Film der im Stereo-Ton in die Kinos kam.

Uraufführung: 13.11.1940
Regie: James Algar, Ben Sharpsteen und Samuel Armstrong
Darsteller/ Sprecher: Deems Taylor, Leopold Stokowski, Walt Disney, u.a…

Story:
Ein grosses Orchester unter Leitung des Dirigenten Leopold Stokowski (er selbst) spielt klassische Musikstücke von Bach, Tchaikovsky, Beethoven und weiteren Komponisten.
Passend zu diesen Klängen entwickeln sich kleinere und grössere Bilder und Geschichten.

Dance Academy

Dance Academy

So feiert unter anderem der Weingott Bacchus mit seinen Zentauren ein rauschendes Fest auf dem Olymp, Mickey Mouse (Stimme: Walt Disney) versucht sich als Zauberer und der Oberteufel persönlich lädt zur Waldpurgisnacht.

Hopp de Bäse

Hopp de Bäse

Trivia:
Nachdem die Mickey Mouse-Cartoons zunehmend an Popularität verloren beschloss Walt Disney 1936 der Figur neues Leben einzuhauchen.
Hierzu beauftragte er den Animator Fred Moore Mickey’s Design anzupassen, und gab einen neuen Cartoon in Auftrag.
Zu den Klängen von Paul Dukas‚ „Zauberlehrling“ sollte Mickey ebendiesen verkörpern.
1937 stiess der Dirigent Leopold Stokowski („One Hundred Men and a Girl“) zum Projekt.

Walt Disney, Deems Taylor und Leopold Stokowski

Walt Disney, Deems Taylor und Leopold Stokowski

Begeistert von der Idee überredete er Disney zu einem Langspielfilm mit mehreren einzelnen musikalischen Segmenten.
Dieser stimmte zu, und gemeinsam mit Stokowski und den beiden Animatoren Joe Grant und Dick Hueme wählte er eine Handvoll Stücke aus und entwickelte dazu passende Handlungen.

1938 begann unter dem Titel „The Concert Feature“ und der Leitung von James Algar („The Adventures of Ichabod and Mr. Toad „), Ben Sharpsteen („Pinocchio“) und Samuel Armstrong („Bambi“) die Produktion.
Es wurden zahlreiche neue Animationstechniken ausprobiert und insbesonders die Effektkünstler Cy Young („Dumbo“) und Oskar Fischinger („Pinocchio“) trugen tatkräftig dazu bei.

Für den Klang des Filmes wurde eigens ein neues Stereo-Soundsystem entwickelt: Fantasound.
„Fantasia“ war somit der erste Film der in Stereo-Ton lief.

Als Erzähler zwischen den einzelnen Segmenten konnte der Radiomoderator Deems Taylor gewonnen werden, indess Walt Disney selbst Mickey Mouse seine Stimme lieh.

Der Film kostete mit 2,2 Millionen mehr als doppelt so viel wie noch „Snow White And The Seven Dwarfs“, spielte seine Kosten jedoch erst Jahre nach der Erstaufführung wieder ein.

Fazit:
„Fantasia“ gehört sicherlich zu den speziellststen Disney-Filmen.
Nicht nur fällt sogleich das komplette Fehlen einer durchgehenden Handlung ins Auge, auch dass sich der Film der Musik anpasst, und der hohe Standart der Animationen.

Inhaltlich lassen sich somit eigentlich nur die einzelnen Segmente, nicht aber der Film als Ganzes vergleichen. Diese überzeugen jedoch trotz unterschiedlicher Herangehensweise allesamt.
Es ist spannend, zu sehen, mit welchen Methoden Disney und seine Männer den Musikstücken Leben einhaucht.

Ohnehin ist die Animation des Filmes das grosse Plus des Filmes seine Animation.
Nicht nur die taktgenauen Bewegungsabläufe, auch die Zeichnerische Vielfalt und Kreativität, die hier an den Tag gelegt werden, sind vom Feinsten.

Man merkt dem Film an, dass er seinen Machern als Experimentierfeld für technische und zeichnerische Entwicklungen diente.

So bleibt „Fantasia“ ein toll gemachter, aufwändig inszenierter Film, der aufgrund einer fehlenden Geschichte jedoch eher ein älteres, zeichentricktechnisch interessiertes Publikum anspricht, denn Kinder.

4 von 5 Besenstielen

m4

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