Dumbo

dumbo1941 war wahrlich kein gutes Jahr für die Walt Disney-Studios; der Krieg hatte die USA erreicht, „Pinocchio“ und „Fantasia“ konnten ihre Kosten nicht einspielen, die Arbeit an „Bambi“ kam nur schleppend voran, und ein interner Konflikt führte zu einem Streik der Animatoren.
Ein Erfolg für das Studio musste schnellstmöglich her.
Dass dieser ausgerechnet die Geschichte des kleinen Elefanten „Dumbo“ bringen sollte, hätte wohl niemand gedacht…
Doch wer hat denn schon jemals einen fliegenden Elefanten gesehen?

Uraufführung: 23.10.1941
Regie: Ben Sharpsteen
Sprecher: Edward Brophy, Verna Felton, Sterling Holloway, Cliff Edwards, u.a…

Story:
Der Zirkus ist in freudiger Erwartung.
Wie alle Jahre bringt Mr.Stork (Stimme: Sterling Holloway) den Tiermüttern den lang ersehnten Nachwuchs.
So auch der Elefantenkuh Mrs Jumbo (Verna Felton).
Doch welch ein Schreck als das Baby ungewöhnlich grosse Segelohren aufweist.

On your left side you see Malaga...

On your left side you see Malaga…

Von den andern Elefanten wird der Kleine, fortan „Dumbo“ genannt, gemieden.
Der Einzige der zu ihm hält ist die Maus Timothy (Edward Brophy).

Dali was here...

Dali was here…

Trivia:
1938 erschien das Kinderbuch „Dumbo“ von Helen Aberson und Harold Pearl.
Walt Disney gefiel die Geschichte so gut, dass er entschloss daraus einen Cartoon zu drehen, und die Filmrechte kaufte.

Da jedoch sowohl „Pinocchio“ als auch „Fantasia“ finanzielle Flops waren, und der Krieg vor der amerikanischen Tür stand, sah sich Disney gezwungen einen günstigen Film zu produzieren.
Parallel zu „Bambi“ entwickelte er auf Basis eines Drehbuches von Dick Huemer und Joe Grant, die bereits an „Fantasia“ mitwirkten, ein Langspielfilm.

Der Streik der Disney-Animatoren lähmte das Studio erheblich

Der Streik der Disney-Animatoren lähmte das Studio 1941 erheblich

Ben Sharpsteen („Pinocchio“) übernahm die Gesamtleitung, weitere Animatoren waren unter anderem Jack Kinney („The Three Caballeros“), Norm Ferguson („Snow White and the Seven Dwarfs“) und Wilfred Jackson („Lady and the Tramp“).
Um Kosten zu sparen wurde auf die Detailgetreue früherer Filme verzichtet und die Hintergründe wurden, statt wie bisher mit Öl und Guache mit Wasserfarben aufgetragen.

Während die Figur Dumbo den ganzen Film über stumm blieb, sprach Edward Brophy („Freaks“) dessen Freund Timothy Q. Mouse.
Die zwei späteren Disney-Veteranen Sterling Holloway („Bambi“) und Verna Felton („Alice In Wonderland“) sprachen hier erstmals Charaktere ein.
Holloway lieh Mr.Storck seine Stimme, Felton der Chefin der Elefantenkühe sowie Mrs. Jumbo.
Cliff Edwards der in „Pinocchio“ Jiminy Cricket sprach, trat hier als Jim Crow, Anführer der Krähenbande, auf.
Der Deutsche Herman Bing („The Great Ziegenfield“) schliesslich, sprach den Zirkusdirektor.

Frank Churchill („Snow White and the Seven Dwarfs“) und Oliver Wallace („The Adventures of Ichabod and Mr. Toad“) schrieben die Filmmusik, indess Ned Washington („Pinocchio“) die Lieder komponierte.
Der Score wurde mit einem Oscar belohnt und der Song „Baby Mine“ erhielt zumindest eine Academy Award-Nomination.

Fazit:
Während die ersten drei Disneyfilme sich technisch und inhaltlich stets weiterentwickelten, machte man mit „Dumbo“ einen krassen Marschhalt.
Der Film war ein notgedrungener Lückenbüsser, bei dem sowohl der Zeichenstil, wie auch die Story relativ simpel gehalten wurden.

Man merkt es dem Film zwar unverkennbar an, dadurch grentzt er sich jedoch von seinen Vorgängern ab, und hat seinen eigenen Charme.
Stilistisch kann der Film zwar nicht mit einem „Pinocchio“ oder „Fantasia“ mithalten, doch bei der Animation und dem Design der Figuren muss sich der Film dennoch nicht verbergen.

Der zeichnerische Stil ist cartooniger als bei den Vorgängern, ebenso ist der Inhalt hier wesentlich komischer und Slapstik-lastiger.
Nichtsdestotrotz verfügt der Film über grosse Tiefe, inhaltlich wie bei den Charakteren.
Der Film wartet mit einer Handvoll liebenswürdigen Figuren auf, die  man sogleich ins Herz schliesst, allen voran Dumbo, Timothy, aber auch die Krähen.

Der Höhepunkt des Filmes ist ganz klar die psychadellische „Pink Elephant“-Szene, die ihren surrealistischen Einfluss schlecht leugnen kann, und in der Geschichte des Zeichentrickfilmes äusserst wegweisend war.

Churchill’s, Wallace’s und Washington’s Soundtrack und Lieder gefallen ganz gut, und insbesonders das Lied „Baby Mine“ ist sehr schön.
Der Voice-Cast ist ebenfalls sehr gelungen, und die Entscheidung den Hauptcharakter stumm zu lassen, erwies sich als folgerichtig.

„Dumbo“ ist aufgrund der Umstände seiner Entstehung zwar eher einfach produziert, holt aus dem Vorhandenen jedoch das Maximum heraus.
Eine warme Story, liebevolle Figuren und eine gute Prise Humor lassen es den Film locker mit seinen Vorgängern aufnehmen.

4.5 von 5 pinken Elefanten

m4.5

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