Lady And The Tramp

ltposterMit „Lady And The Tramp“ präsentierte Disney nicht nur erstmals eine Geschichte, die zu grossen Teilen aus der eigenen Feder stammte; auch vertrieb er den Film erstmals unter eigenem Label, Buena Vista Film Distribution Company, und im neuen Breitbild-Bildformat CineScope.
Die Geschichte um Lady, die Hundedame aus besserem Haus und Tramp, den Strassenstreuner, wurde zudem bald zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Zeichentrickilmen der Disney Studios.

Uraufführung: 22.6.1955
Regie: Clyde Geronimi, Hamilton Luske, Wilfred Jackson
Sprecher: Barbara Luddy, Larry Roberts, Bill Thompson, Peggy Lee, u.a…

Story:
Lady (Stimme: Barbara Luddy) ist eine Cocker Spaniel-Dame, die in einem stattlichen Haushalt aufwächst.
Als ihre „Herrchen“ jedoch ein Baby erwarten, rückt dieses immer mehr in den Mittelpunkt.
Als die beiden Siamkatzen (Peggy Lee) der zu Besuch angereisten Tante Sarah (Verna Felton) den Haushalt terrorisieren, nimmt Lady kurzerhand Reissaus.

Spaghettiplausch

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Sie lernt den charmanten Streuner Tramp (Larry Roberts) kennen, der ihr Orte zeigt, die ihr bislang verborgen blieben.
Allerdings ist Vorsicht geboten; denn der Hundefänger ist in dieser Stadt unerbittlich…

Katzenjammer Kids

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Trivia:
Noch in den 40er Jahren schrieb Drehbuchautor Joe Grant („Pinocchio“), inspiriert von seinem eigenen Hund, eine Geschichte um eine Hundedame.
Walt Disney selbst erwarb Anfangs der 50er die Rechte an Ward Greene’s Kurzgeschichte „Dan the Whistling Dog“.
Gemeinsam mit Grant’s Story, kreierte er daraus „Lady And The Tramp“.

Die Regie wurde Clyde Geronimi, Hamilton Luske und Wilfred Jackson übertragen.
Es war der letzte gemeinsame Film des Trios, das unter anderem für „Cinderella“ oder „Peter Pan“ verantwortlich war.

Man entschloss sich „Lady And The Tramp“ in dem, damals recht neuen CinemaScope zu drehen, was den Film zum ersten Animationsstreifen im diesem Format machte.
Die extreme Breite stellte die Macher vor technische Herausforderungen, da der Bildaufbau beim CinemaScope sich dadurch grundlegend von der hergebrachten Animationsart unterschied.
Wie bereits bei „Bambi“, studierten die Animatoren zudem an lebenden Tieren, unter anderm an einem Streunerhund, den man vor dem Tiefänger rettete.

Animator Milt Kahl mit einem Lebendmodell

Animator Milt Kahl mit einem Lebendmodell

Barbara Luddy („Sleeping Beauty“) sprach die Rolle von Lady, Larry Roberts, für den es die einzige Filmrolle blieb, den Tramp.
Die Disney-Stammsprecher Verna Felton („Dumbo“), Thurl Ravenscroft („The Jungle Book“) und Dallas McKennon („One Hundred And One Dalmatians“), liehen Tante Sarah, Al, dem Alligator, und den Hunden Toughy, Pedro, Professor und Hyena die Stimmen.

Bill Thompson („Peter Pan“) sprach die Hunde Yock, Joe, Bulldog, und Dachsie, die allesamt verschiedene Dialekte haben; Alan Reed („Viva Zapata!“) – die Stimme von Fred Flinstone – den russischen Hund Boris, und Stan Freberg („It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World“) den Biber.
Die Sängerin Peggy Lee („Pete Kelly’s Blues“) synchronisierte das Frauchen, die Hundedame Peg und die beiden Katzen Si und Am.

Gemeinsam mit Sonny Burke („Toot, Whistle, Plunk And Boom“) schrieb Lee auch gleich noch die Songs des Filmes
Der Score wurde jedoch vom Stammkomponisten Oliver Wallace („Cinderella“) verfasst.
Für Wallace war es der letzte Disney-Film, für den er die Musik schrieb.

Erstmal vertrieb Disney seinenn Film unter eigenem Label: der neugegründeten Buena Vista Film Distribution Company.
Der Film wurde ein enormer finanzieller Erfolg für das Studio, und überflügelte an den Kinokassen selbst „Cinderella“.

Fazit:
Nach dem riesigen Erfolg von „Cinderella“, hatte das Disney-Studio mit „Alice In Wonderland“ und „Peter Pan“ eine eher maue Phase hatte, scheint man sich mit „Lady And The Tramp“ wieder gefasst zu haben.

Der visuelle Stil erinnert wieder vermehrt an die früheren Werke, insbesonders die detailverliebten, tiefen Hintergründe gefallen sehr gut.
Das Charakterdesign und die Animationen vereinen genaue Tierstudien mit ausdrucksstarken, fast schon vermenschlichten Figurenzügen.

Der Voicecast passt wieder wunderbar zu den Figuren, und insbesonders Bill Thompson blüht mit grossartiger Dialektik auf.
Wenn da der Scottish Terrier in breitestem Schottisch spricht, oder der Dackel Dachsie einen deutschen Akzent an den Tag legt, ist das zum schreien komisch.

Storytechnisch bietet „Lady And The Tramp“ zwar nicht eine sonders grosse Story, durch die Einfachheit und Geradlinigkeit kann er sich jedoch auf das Wesentliche; die Liebesgeschichte, fokusieren.
Und wirklich; obschon es ein Hundefilm ist, bietet der Streifen die bis dato romantischsten und reifsten Szenen eines Disneyfilmes.
Dass er auf dem Weg dazu teilweise etwas tief in die Klischekiste greift, ist verzeihbar.

Der Film gefällt mit seiner Love-Story, witzigen Figuren und vor allem seinen zeichnerischen Qualitäten.
Insbesonders letztgenannte knüpfen nahtlos an das, bis zu diesem Zeitpunkt, technisch ausgereifteste, Werk; „Bambi“, an.

4 von 5 Hundemarken

m4

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