Blue Jasmine

blue_jasmine_xlgWenn es einen Regisseur gibt, den man unmittelbar mit New York verbindet dann ist das Woody Allen. (Gut, Martin Scorsese ginge auch noch durch…)
Unzählige Liebeserklärungen an die Stadt am Hudson River finden sich in seinem Oeuvre.
In den letzten paar Jahren drehte Allen aber fast nur noch in europäischen Metropolen.
Nun kehrt er mit seinem diesjährigen Film, „Blue Jasmine“ in den Big Apple zurück, mit einer Story die für Allen so typisch ist wie die Stadt New York selbst.

Uraufführung: 23.7.2013
Regie: Woody Allen
Darsteller: Cate Blanchett, Alec Baldwin, Sally Hawkins, Peter Sarsgaard, u.a…

Story:
Ginger (Sally Hawkins) staunt nicht schlecht, als eines Tages ihre Schwester Jasmine (Cate Blanchett) vor der Türe steht.
Denn während Ginger als alleinerziehende Mutter ihre beiden Jungs in San Francisco, in eher einfachen Verhältnissen grosszieht, lebte Jasmine mit ihrem Mann Hal (Alec Baldwin) ein mondänes Leben in New York.
Bisher.

Die oberen Zehntausend

Die oberen Zehntausend

Denn nachdem Hal wegen Betruges überführt wurde, und sein Besitz an den Staat fiel, ist Jasmine Heimat- und Mittellos geworden, und sucht bei ihrer Schwester Halt.
Doch dies erweist sich als nicht allzu einfaches Unterfangen, denn die unterschiedlicher könnten die beiden Schwestern nicht sein

San Francisco sightseeing

San Francisco sightseeing

Trivia:
Wie fast immer bei Woody Allen („Manhattan“), schrieb er das Drehbuch zu seinem neusten Film gleich selber.
Als Inspiration diente ihm hierzu das Buch „A Streetcar Named Desire“ von Tenesse Williams.
Unter dem Label von Sony Pictures, fungierten Allen’s Schwester Letty Aronson („Match Point“) und Stephen Tenenbaum („Midnight In Paris“) als Produzenten.

Woody Allen (m.) mit seinen Hauptdarstellern

Woody Allen (m.) mit seinen Hauptdarstellern

Die Hauptrolle spielte die australische Oscarpreisträgerin Cate Blanchett („The Hobbit – An Unexpected Journey“), die Engländerin Sally Hawkins („Happy-Go-Lucky“) verkörperte ihre Schwester Ginger.
Für die Rolle von Hal castete Allen den Oscarpreisträger Alec Baldwin („To Rome With Love“). Es war dies die dritte Zusammenarbeit der beiden.
Bobby Cannavale der mit Baldwin bereits in „Shortcut To Happiness“ vor der Kamera stand verkörperte Chili, Ginger’s Freund.

Die Komiker Andrew Dice Clay („One Night At McCool’s“) und Louis C.K. („The Invention Of Lying“) spielten indessen Ginger’s Ex-Mann Augie, und Al, der ein Auge auf sie geworfen hat.
Peter Sarsgaard („Jarhead“) spielte den Politiker Dwight Westlake, der seinerseits mit Jasmine anbandelt, Michael Stuhlbarg („Seven Psychopaths“) Dr. Flicker, und Jungstar Alden Ehrenreich („Beautiful Creatures“) gab Hal’s Sohn, Danny.

Hinter der Kamera vertraute Woody Allen auf bekannte Gesichter.
Der spanische Operateur Javier Aguirresarobe („Vicky Cristina Barcelona“) bediente die Kamera, und Allens Stammcutterin, Alisa Lepselter („Midnight In Paris“), schnitt den Film.
Die Musik schrieb Christopher Lennertz („Horrible Bosses“).
Als Drehorte wurden New York City und San Francisco gewählt.

Fazit:
Woody Allen’s neuester Film ist Allen at its best.
Der wohl produktivste Regisseur der Gegenwart (einen Film pro Jahr) präsentiert mit „Blue Jasmin“ ein Pottopurri an skurillen Figuren, bitterbösem Humor und Biss.

Die Story ist in ihrem Ker zwar simpel doch Allen baut daraus eine wendungsreiches, kammerstückhaftes Gesellschaftsstück, das eine gute Portion tiefschwarzen Humor wie aber auch einen, immer wieder mal durchschimmernden, Tiefgang bereithält.

Mit feiner Hand zeichnet Allen hier seine Figuren, die allesamt extrem überdreht, teils etwas parodistisch, nie aber unsympatisch daherkommen.
Cate Blanchett spielt schlicht grossartig, und man nimmt ihr die gebrochene Ex-Society-Lady sofort ab.
Mit Sally Hawkins, die ebenfalls überzeugt, ergänzt sie sich bestens, und Alec Baldwin gefällt als chauvinistisches Arschloch von Ehemann.

Der leichte Stil des Filmes gefällt ebenfalls ganz gut, und insbesonders der jazzige Soundtrack passt ganz gut zum Grundton den der Streifen vermitteln will.
Etwas gewöhnungsbedürftig sind die, zu Beginn relativ häufig eingesetzten, Zeitsprünge, mit denen Allen zwischen den beiden Welten hin und her springt.

„Blue Jasmin“ ist zwar ein typischer Woody Allen-Film mit einer tiefschwarzen Story und einer Handvoll äusserst skurillen Figuren.
Noch stärker als Woody Allen trägt den Film aber Hauptdarstellerin Cate Blanchett, die auf ganzer Linie zu überzeugen weiss.

4.5 von 5 Psychopharma-Pillen

4.5

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2 Antworten zu Blue Jasmine

  1. donpozuelo schreibt:

    Allein schon wegen Cate Blanchett will ich mir den Film anschauen. Du bist auch nicht der erste, von dem ich „höre“, dass der Film weniger ein Woody-Allen- als vielmehr ein Blanchett-Film ist. Und allein das macht auch schon irgendwie neugierig 😉

    • Mr. Nick schreibt:

      Das Drehbuch und die Dialoge weisen ganz klar Allens Handschrift auf, schauspielerisch trägt Blanchett den Film auf alle Fälle.
      Unbedingt anschauen gehen! 🙂

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